Türkischer Verband: Keine Hinweise auf Betrug - Ulm "geschockt"

Hamburg - Auch wenn die UEFA konkrete Hinweise hat: Der türkische Fußballverband TFF hat keine Informationen über einen Betrug oder Manipulationen von Spielen in seinen Ligen.

Die Organisation werde Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Deutschland aber verfolgen, sagte ein Verbandssprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa am Freitag in Istanbul. Beim SSV Ulm 1846 war man angesichts des Verdachts, der Regionalligist könnte in den neuen Wettskandal verwickelt sein, “überrascht und geschockt“. Bayerns Justizministerin Beate Merk fordert vor dem Hintergrund des neuen Sportwettenskandals ein umfassendes Gesetz gegen Manipulation und Korruption im Sport.

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Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt nach eigenen Angaben seit Anfang des Jahres gegen eine international agierende Bande, der fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügereien zur Last gelegtwerden. Sie wollte sich am Nachmittag (14.00 Uhr) äußern. An der Pressekonferenz werde auch ein Vertreter des Europäischen Fußball- Verbandes UEFA teilnehmen, hieß es. Er habe von dem Verdacht am Donnerstagabend im Videotext erfahren, sagte Ulms Geschäftsführer Markus Lösch der dpa am Freitag. Der ehemalige Profi von Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, den Stuttgarter Kickers und von Eintracht Trier versicherte, er könne sich nicht vorstellen, dass Ulmer Spieler manipuliert haben. Lösch sagte die volle Kooperation mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Bochum zu: “Wir wollen eine schnellstmögliche Aufdeckung des Falls.“

Die “Süddeutsche Zeitung“ hatte berichtet, zu den angeblich manipulierten Partien gehöre auch das Testspiel der Schwaben am 14. Juli gegen Fenerbahce Istanbul. Der von Christoph Daum trainierte türkische Spitzenclub hatte 5:0 gewonnen. “Wir hätten auch noch höher verlieren können“, sagte Lösch zu dem eigentlich standesgemäßen Sieg der vier Klassen höher spielenden Istanbuler. “Mir ist bei der Partie überhaupt nichts Verdächtiges aufgefallen.“ Insgesamt sollen Ligen aus neun Ländern betroffen sein. Die UEFA wollte dies bis zur Pressekonferenz nicht bestätigen.

“Wir haben es hier mit höchst kriminellen Machenschaften zu tun, die die Lauterkeit des Sports unterwandern. Wenn wir da nicht durchgreifen, stehen Sauberkeit und Fairness des Sports auf dem Spiel“, sagte die CSU-Politikerin Beate Merk am Freitag in München und rief dazu auf, über ein umfassendes Gesetz zum Schutz des Sports nachzudenken. “Die Ehrlichkeit und Lauterkeit der Sportler darf durch einzelne kriminelle Täter nicht in Zweifel gezogen werden.“

dpa

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