Streit, Sosa, Vranjes - die "Ladenhüter" der Liga

+
Kommt beim FC Bayern nicht in Fahrt, doch auch kein anderer Verein zeigt ernsthaftes Interesse: José Ernesto Sosa.

Stuttgart - Vom Millioneneinkauf zum "Ladenhüter": Spieler wie Albert Streit (Schalke), José Ernesto Sosa (Bayern) oder Jurica Vranjes (Bremen) haben in der Bundesliga das gleiche Problem.

Sie werden von ihren Verein nicht mehr gebraucht. Seit dieser Woche können sie sich ausmalen, noch mindestens vier weitere Monate nur auf der Tribüne zu sitzen, denn mit dem Ende der Transferfrist verstrich auch die letzte Gelegenheit der Hinrunde, zu einem anderen Verein zu wechseln.

Das Gefühl, aussortiert zu sein, ist für Bremens Jurica Vranjes neu. Er nahm an zwei Weltmeisterschaften teil und stand 2002 mit Bayer Leverkusen im Champions-League-Finale. Am Sonntag nahm sein Trainer Thomas Schaaf aber lieber zwei Spieler weniger als erlaubt mit zum Spiel nach Berlin, als ihn, Dusko Tosic oder Said Husejinovic in den Kader zu berufen. "Ich habe mehr Respekt verdient", klagte Vranjes bereits via "Bild". "Der Trainer hat mich enttäuscht."

Job-Alternative für die Profis? Die BL-Maskottchen

Fotostrecke

Der Kroate ist ein gutes Beispiel dafür, dass es in solchen Fällen nur Verlierer gibt. Die Vereine zahlen ihren "Ladenhütern" weiter das volle Gehalt, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Die Profis verlieren Spielpraxis und haben kaum Gelegenheit, sich für einen anderen Club zu empfehlen. "Kriege ich weiterhin keine Chance, bin ich eben im Winter weg", sagte Vranjes. Aber schon in den vergangenen Tagen zerschlugen sich Wechsel zu Paris St.-Germain oder AS Monaco.

Einen "Fall Vranjes" gibt es in vielen Vereinen. Der FC Bayern wurde Sosa, Lell und Görlitz nicht los, Eintracht Frankfurt fand keine Abnehmer für Mahdavikia, Toski und Heller. 1899 Hoffenheim hat keine Verwendung mehr für Torwart Özcan. Die Clubs gehen mit dem Problem allerdings unterschiedlich um. In Wolfsburg (Laas, Munteanu) und Mönchengladbach (Svärd, Gohouri) dürfen die aussortierten Spieler nur noch in der zweiten Mannschaft trainieren.

Transferausgaben der Bundesliga

Fotostrecke

Bei Schalke 04 geht noch nicht einmal mehr das. Dort suspendierte Trainer Felix Magath am Mittwoch Albert Streit vom kompletten Trainings- und Spielbetrieb. Schon in Wolfsburg hatte er hart durchgegriffen: Dort durften sich die Spieler Alex und Hill nur allein und ohne Betreuung fit halten.

Anderswo bekommen auch "Ladenhüter" noch eine faire Chance. Stuttgarts Trainer Markus Babbel etwa sagt über seinen Tribünenhocker Yildiray Bastürk: "Er ist ein vollwertiges Mitglied unseres Kaders." Obwohl er im offensiven Mittelfeld sechs Konkurrenten vor sich hat. Es gibt sogar Beispiele, die aus dieser schlechten Situation noch etwas Gutes gemacht haben. Vor einem Jahr wollte Mönchengladbach unbedingt Alexander Baumjohann loswerden. Er fand aber keinen neuen Club, empfahl sich wieder für die Stammelf und verhalf der Borussia zum Klassenerhalt. Nach der Saison holte ihn der FC Bayern.

dpa

Kommentare