Nach mühsamem Weiterkommen in Europa League

VfB-Manager Bobic raunzt Reporter an

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Fredi Bobic im Gespräch mit Trainer Bruno Labaddia (l.).

Großaspach - Mit einer glanzlosen Nullnummer hat der VfB Stuttgart die erste Hürde in der Qualifikation zur Europa League genommen. Die Verantwortlichen sind erleichtert.

Fredi Bobic und Bruno Labbadia diskutierten durchaus erregt und gestikulierten vor dem Kabinentrakt. Freude über das Weiterkommen? Fehlanzeige. Es gab ja auch keinen Grund. „Erleichterung“, sagte Bobic. Der VfB Stuttgart hat sich mehr oder weniger in die Play-off-Runde zur Gruppenphase der Europa League gemogelt. Aufbruchstimmung vermittelt sich anders als mit dieser Nullnummer gegen Botew Plowdiw aus Bulgarien. Nur dank der Auswärtstorregel reichte es. Vor dem Bundesligaauftakt am Sonntag  beim FSV Mainz klaffen Anspruch und Wirklichkeit bei den ambitionierten Schwaben noch weit auseinander. Sportvorstand Bobic reagierte auf diese Frage merklich gereizt. „Ich habe keinen Bock, das nach jedem Spiel zu kommentieren“, raunzte er einen Reporter an.

Die Zielvorgabe internationale Plätze sei „selbstverständlich“ für einen Klub wie den VfB. Er habe aber auch gesagt, dass es „zehn andere Mitbewerber“ gebe, die alle auch im Moment nicht genau wüssten, wo sie stünden. Mit öffentlicher Kritik an der Mannschaft war Bobic nach dem Ausflug in die Provinz nach Großaspach zurückhaltend, Trainer Labbadia aber verbarg seinen Unmut nicht. „Bei uns wird zuviel erzählt, das sollte man lassen, denn die Wahrheit liegt auf dem Platz. Es gibt viele Dinge bei uns, die nicht gut laufen. Wir müssen uns definitiv steigern, der Respekt vor dem Gegner gehört dazu“, sagte er ohne ins Detail zu gehen.

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 Der 47-Jährige wirkt bereits nach den ersten drei Pflichtspielen, die alle unterdurchschnittlich waren, angefressen. „Man hat das Gefühl, jeder hat Ahnung, nur der Trainer nicht“, klagte er. Für eine glänzende Spielzeit, von der auch Labbadia dennoch überzeugt ist, sind das nicht die idealen Vorzeichen. Zudem gibt es personelle Rückschläge wie den mutmaßlichen Innenbandriss im linken Knie von Georg Niedermeier, der ihn zu einer wochenlangen Pause zwingen dürfte. Dazu schleppt der bislang einzige Pflichtspiel-Torschütze Vedad Ibisevic eine Knöchelblessur mit sich herum. Es gebe „keine Garantie“ für einen Einsatz in Mainz, sagte Labbadia.

Am Donnerstag spielte der Bosnier eine knappe Viertelstunde. Und dass der Coach auch die professionelle Einstellung seiner Kicker hinterfragt, lässt auf gewisse Spannungen zurückschließen. Martin Harnik kritisierte Labbadia, weil dieser in der Sommerpause seine Hüftprobleme unterschätzt habe. Der Österreicher fiel Teile der Vorbereitung aus, weil er nicht frühzeitig eigenständig gegensteuerte. „Dafür hat er die Quittung bekommen“, sagte Labbadia. Der Coach sei „genervt“ gewesen nach der ersten Halbzeit, verriet er. „Die haben wir total verschlafen.“ Nahezu nichts war umgesetzt worden, was er vorgegeben hatte. Besonders ärgerte ihn das miserable Zweikampfverhalten. Doch nicht nur das sollte Anlass zur Sorge geben. Organisation, Spielaufbau, Erarbeiten von Chancen - nahezu in jedem spielrelevanten Aspekt waren Defizite auszumachen. Stuttgart hatte nicht nur ein „Quentchen Glück“, wie Labbadia meinte, es hatte einen ganzen Sack voll.

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Allein die Szene in der Schlussphase, als nach einem vom Torhüter geschlagenen simplen langen Ball Plowdiw-Angreifer Louis Pedro ganz allein vor VfB-Keeper Sven Ulreich auftauchte, müsste sämtliche Alarmglocken schrillen lassen. In beiden Pokalwettbewerben, national wie international, ist der VfB unter dem Strich zumindest weitergekommen und in Mainz will sich seine Elf ganz anders präsentieren. „In dieser Phase musst du Ergebnisse liefern, aber wir sind gefordert, uns schnell zu finden“, sagte Labbadia. Es ist Bundesliga - ein anderer Wettbewerb, versicherten die Stuttgarter unisono. „Es wird ein ganz anderes Spiel“, sagte Bobic.

SID

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