Stuttgart wartet auf Huntelaar - Babbel: Keine Panik

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Wird der Niederländer vom Königlichen zum Schwaben? Klaas-Jan Huntelaar soll zum VfB Stuttgart wechseln.

Leogang - Im Transfer-Poker um Klaas-Jan Huntelaar wartet der VfB Stuttgart weiter vergeblich auf das Ja-Wort des niederländischen Top-Stürmers von Real Madrid.

Doch Trainer Markus Babbel lässt sich trotz der seit Wochen dauernden Hängepartie nicht aus der Ruhe bringen. "Wir haben noch nicht die Panik. Wichtig ist, dass ich weiß, dass daran gearbeitet wird. Nicht nur an Huntelaar, sondern an anderen Optionen auch, damit wir am Ende nicht ohne einen neuen Stürmer dastehen", sagte Babbel am Freitag im Trainingslager in Leogang .

Obwohl täglich über neue Interessenten für Huntelaar spekuliert wird, neuerdings soll auch Arsenal London mitbieten, gibt man sich beim VfB gelassen. "Huntelaar weiß, dass wir ihn sehr gerne haben würden. Es liegt jetzt an ihm. Wir werden sehen, ob er morgen kommt oder in einer Woche", meinte Babbel. Sportdirektor Horst Heldt hatte zuvor erklärt, "dass wir das bessere Gesamtpaket haben".

Während Torwart-Oldie Jens Lehmann zu Wochenbeginn mit der öffentlich vorgetragenen Forderung nach Verstärkungen den Druck auf die sportliche Leistung erhöht hatte, hält sich Babbel in dieser Frage dezent zurück. "Ich kenne das Geschäft lange genug. Man muss etwas Geduld haben, denn es muss ja auch alles passen. Wir sind nicht in der Lage, unnötig Geld rauszuschmeißen, und sind nicht bereit, irrsinnige Ablösesummen zu zahlen. Da stehe ich voll hinter dem Verein. Wenn das Gesamtpaket nicht stimmt, bin ich bereit, auf einen Spieler zu verzichten", sagte der Coach.

Eigentlich hatte Babbel bereits zum Trainingsauftakt am 27. Juni einen Nachfolger für den für rund 35 Millionen Euro zu Bayern München abgewanderten Mario Gomez begrüßen wollen. "Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass dies der Idealfall gewesen wäre." Doch erst platzte der Wechsel des Serben Milan Jovanovic von Standard Lüttich, weil den Schwaben die geforderte Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro zu hoch war. Wenig später scheiterte auch die geplante Verpflichtung von Demba Ba vom Liga-Rivalen 1899 Hoffenheim. Für den Senegalesen hätten die Stuttgarter 15 Millionen Euro investiert, doch eine alte Verletzung des Stürmers ließ sie Abstand von dem Deal nehmen.

Sollte die Verpflichtung von Huntelaar für etwa 20 Millionen Euro scheitern, wäre dies der dritte Fehlschlag. Doch Babbel würde wohl auch das nicht aus der Bahn werfen. "Natürlich brauchen wir einen vierten Stürmer. Aber ich bin von der Mannschaft total überzeugt. Sie ist stark genug, auch ohne weitere Neuverpflichtung in die Saison zu gehen. Wir sind hochzufrieden mit den Spielern, die wir haben, deshalb haben wir auch nur wenige neue geholt", erklärte er vor dem ersten Härtetest am Wochenende beim T-Home-Cup in Gelsenkirchen .

Dort soll sich das Team Schwung für die kommende Spielzeit holen, in der Babbel mit dem VfB an die im Vorjahr gezeigten Leistungen anknüpfen und noch mehr Leistung aus seinen Profis herauskitzeln will. "Wir müssen eine Mentalität entwickeln, uns permanent steigern zu wollen. Ich will eine Mannschaft sehen, die leidenschaftlich spielt und die Zuschauer begeistert. Unser Ziel muss sein, in die Champions League zu kommen", sagte Babbel. Persönlich möchte er die Doppelbelastung mit Trainer-Ausbildung und Bundesliga erfolgreich bewältigen: "Ich will den Trainer-Schein machen und Trainer bleiben."

Von Eric Dobias, dpa

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