In der Serie A

Spieler setzt wichtiges Zeichen - und sieht dafür Rot

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Muntari wurde zunächst vom Schiedsrichter verwarnt - und sah danach die rote Karte.

Cagliari - Sulley Muntari wollte sich bei einem Auswärtsspiel die Anfeindungen gegnerischer Fans nicht mehr anhören. Er setzte deswegen ein wichtiges Zeichen - und sah dafür die rote Karte.

Aus Protest gegen rassistische Beleidigungen hat Fußballprofi Sulley Muntari vom italienischen Erstligisten Delfino Pescara im Spiel bei Cagliari Calcio (0:1) das Feld verlassen und dafür die Rote Karte gesehen. Der Ghanaer hatte sich über die Schmährufe der Fans zuvor bei Schiedsrichter Daniele Minelli beschwert und war dann mit dem Wort "Basta!" (genug) vom Platz gegangen.

"Er hat den Schiedsrichter gebeten, einzuschreiten, aber der behauptete, nichts gehört oder gesehen zu haben", sagte Pescara-Trainer Zdenek Zeman: "Muntari hatte recht, aber er hätte nicht vom Platz gehen sollen." Weil er bereits mit Gelb verwarnt worden war, zeigte Minelli dem Spieler erneut Gelb, als dieser den Platz Sekunden vor Ende des Spiels vorzeitig verließ, und schließlich Rot.

Die Serie A wird immer wieder von rassistischen Aktionen überschattet. Der ehemalige DFB-Spieler Miroslav Klose war dabei, als eine Partie deswegen abgebrochen wurde. Kevin-Prince Boateng wurde hingegen für eine ähnliche Aktion wie die von Muntari während eines Testspiels in ganz Europa gefeiert. Auch seine Teamkollegen unterstützten ihn für sein Zeichen gegen Rassismus.

„Fans“ beschimpften Muntari von Anpfiff an

"Sie haben mich von Anpfiff an beleidigt, es waren auch Kinder darunter", sagte der Ghanaer über die Cagliari-Fans. Er habe versucht, den Anhängern mit Argumenten zu begegnen, "aber der Schiedsrichter hat gesagt, ich solle damit aufhören. Das hat mich verärgert".

Muntari spielte im Januar 2013 an der Seite von Kevin-Prince Boateng beim AC Mailand, als dieser bei einem Testspiel gegen Pro Patria aus demselben Grund den Platz verließ. Er forderte die Unparteiischen bei derartigen Vorkommnissen zum Spielabbruch auf, "dann würde so etwas nicht mehr passieren".

Den ganzen Vorfall können Sie im Video hier sehen: 

SID

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