Trikotsponsoring vor Höchstmarke - Keine Krise

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Auch auf den neuen Trikots des Deutschen Meisters VfL Wolfsburg ist das Volkswagen-Logo vertreten.

Düsseldorf - Das Trikotsponsoring in der Fußball-Bundesliga trotzt der globalen Wirtschaftskrise. Die Einnahmen der 18 Elite-Clubs aus diesem Segment werden auf die Rekordmarke von mehr als 130 Millionen Euro steigen.

Eine Erhebung der Deutschen Presse-Agentur dpa ergab aktuell den Betrag von bis zu 129,1 Millionen Euro - ohne den VfL Bochum, der sich durch einen neuen Geldgeber bis zu 2,5 Millionen Euro erhofft. Damit werden die Werte der Spielzeiten 2007/2008 (122,7) und 2008/2009 (129,65) abermals übertroffen. Branchenführer sind Meister VfL Wolfsburg (Volkswagen), Rekord-Titelträger FC Bayern München (T-Com) und Schalke 04 (Gazprom), die mit erfolgsabhängigen Zuwendungen und bei entsprechend hoher TV-Präsenz mit bis zu 20 Millionen Euro kalkulieren können.

Die Trikotsponsoren der Bundesligisten

Die Vereine der Fußball-Bundesliga verdienen so viel Geld wie noch nie mit ihren Trikot-Sponsoren. Der erste Verein in Deutschland , der seine Brust als Werbefläche nutzte, war 1973 Eintracht Braunschweig. Dort prangte das Logo und der Schriftzug von „Jägermeister“. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Der VfL Bochum ist bislang der einzige Verein der Bundesliga, der noch ohne Trikotsponsor für die neue Saison ist. Das soll sich noch ändern bis zum Ligastart am 7. August. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
2,8 Mio. Euro bekommt dagegen der 1. FC Nürnberg. Der Aufsteiger wird „Areva“ unterstützt. Die Areva-Gruppe ist ein französischer Nuklear-Konzern und war bis Anfang 2007 Weltmarktführer für Nukleartechnik. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Mit-Aufsteiger Mainz 05 präsentiert für die neue Spielzeitz einen neuen Sponsor. Der Energiekonzern „entega“ zahlt bis 2012 3 Mios Euro. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Der SC Freiburg ist der dritte Aufsteiger. Er bekommt von „Duravit“ ebenfalls 3 Mios Euro. Die Duravit AG ist ein Unternehmen mit Sitz in Hornberg (Schwarzwald), das die komplette Badeinrichtung abdeckt mit den Geschäftsfeldern Sanitärkeramik, Badmöbel und Wannen + Wellness. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
1899 Hoffenheim bekommt auch „nur“ 3 Millionen Euro pro Saison. Auf der Brust der Hopp-Truppe aus Sinsheim ist die Zeitschrift „TV Digital“ vertreten. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Mehr bekommt dagegen der 1. FC Köln. Lukas Podolski (r.) und seine Kollegen laufen mit dem Schriftzug der Supermarktkette „REWE“ auf. Diese zahlt pro Saison 3,3 Millionen Euro. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Nach oben will Hannover 96. Der Sponsor ist dafür schonmal richtig gewählt, denn dieser ist die FLuggesellschaft „TUI“. 3,5 Millionen Euro lässt sich „TUI“ das Engagement kosten. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Neu in der Riege der Trikotsponsoren ist auch die „Postbank“. Für 4,5 Millionen Euro trägt nun Borussia Mönchengladbach den Schriftzug der Bank auf der Brust. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Kangjährige Partner sind EintrachtFrankfurtund die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt am Main . „Fraport“ zahlt jährlich 5,5 Millionen Euro an die Eintracht. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Die Bahn macht mobil - auch die Hertha? Für 5,5 Millionen Euro ziert das „DB“-Logo das Trikot von Hertha BSC Berlin. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Die Werkself von bayer Leverkusen wird von TelDaFax unterstützt. TelDaFax ist eine Unternehmensgruppe mit einem Angebot an Telekommunikations-, Energie-, Finanz- und Touristikprodukten mit Sitz in Troisdorf im Rheinlandund zahlt pro Spielzeit 6 Millionen Euro. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Der VfB Stuttgart bekommt von Energiekonzern EnBW ebenfalls 6 Millionen Euro. Der Vertrag läuft jedoch zum Saisonende aus. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Der Hamburger SV hat einen potenten Geldgeber. Die staatliche Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate „Emirates“ zahlt für die HSV -Brust 7 Millionen Euro. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Borussia Dortmund hat ebenfalls einen Energie-Sponsor. „Evonik“ lässt sich das Engagement 8 Millionen Euro kosten. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Ungewöhnlicher Schriftzug bei Werder Bremen . Hintergrund ist der Verkauf der „Citibank“ an die französische Credit Mutuel, die den Namen und das Logo der Citibank nur zeitlich begrenzt benutzen darf. Der neue Name werde Anfang 2010 auf den Werder-Trikots zu sehen sein - für 8 Millionen Euro. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
EIn Sprung in die Top 3 in Sachen Trikotsponsoring. Felix Magathund sein FC Schalke 04 kassieren pro Saison bis zu 20 Millionen Euro von „Gazprom“, dem weltweit größten Erdgasförderunternehmen. Mit 110 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung ist „Gazprom“ eines der größten Unternehmen Europas.   © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Auch der FC Bayern bekommt bis zu 20 Millionen Euro pro Jahr. Seit dem Ausstieg vom langjährigen Partner „Opel“ ziet nun die Marke „T-Home“ der deutschen Telekom die Brust des Rekordmeisters. © dpa
Die Trikotsponsoren der Bundesligisten
Der Deutscher Meister steht auch an der Spitze des Sponsoren-Rankings. Der VfL Wolfsburg bekommt als Werksclub bis zu 20 Millionen Euro von „Volkswagen“ pro Jahr - und das mit einem unbegrenzten Zeitrahemen. © dpa

Dem deutschen Fußball gehe es "sehr, sehr gut", hielt Sponsoring-Experte Hartmut Zastrow von der Kölner Spezial-Agentur Sport+Markt fest. Keine Spur von extrem nachlassendem Engagement der Investoren, die Top-Vereine können sich auf großzügige Partner verlassen, an vorderster Stelle Wolfsburg mit VW , die Bayern und Schalke. Der Automobilhersteller aus Niedersachsen setzt ganz auf sein "Erfolgsmodell" VfL, der nach dem Meistertitel kurzzeitig die Idee eines Trikotsponsor-Wechsels entwickelte, wegen der Teilnahme an der Champions League aber schnell davon abkam: Das bekannte Logo wird in der "Königsklasse" willkommene Werbeplattform sein.

Bei Pokalsieger Werder Bremen gibt es trotz alten Sponsors eine Neuerung. "So geht Bank heute" - mit diesem sperrigen Slogan, der 8,0 Millionen Euro wert ist, werden die Profis von der Weser künftig auftreten. Nach Werder-Angaben soll der bisherige Sponsoring-Name (Citibank) im Februar 2010 durch eine neue Bezeichnung ersetzt werden. Hintergrund ist die Übernahme des Finanz-Instituts durch die französische Genossenschaftsbank Crédit Mutuel. Werder und die Citibank hatten 2007 einen Dreijahreskontrakt mit Option für ein weiteres Jahr geschlossen.

Viel Neues gibt es nicht, die Bundesligisten und ihre Partner setzen auf Kontinuität. Einen Wechsel gab es nur bei Borussia Mönchengladbach (Postbank/bis zu 4,5 Millionen Euro) und bei Rückkehrer FSV Mainz 05 (entega/bis zu 3,0). In Bochum herrscht Zuversicht, bis zum Saisonauftakt einen frischen Partner präsentieren zu können. "Wir führen gute Gespräche und haben keine Unruhe", sagte VfL-Finanzvorstand Ansgar Schwenken der dpa. Mit den erwünschten Einnahmen von etwa 2,5 Millionen Euro würden die Gesamt-Investitionen auf 131,6 Millionen Euro steigen.

"Sportsponsoring wird auch in den kommenden Monaten und Jahren weniger an den Folgen der Krise leiden als klassische Werbung. Sport und besonders Fußball bleiben eine Top-Plattform", prognostizierte Zastrow. Sollten sich Geldgeber zurückziehen, würden Unternehmen aus anderen Branchen laut Zastrow "nur zu gern" die Lücke schließen. Beispiel Mönchengladbach: Kyocera stieg als Hauptsponsor aus, bleibt dem Verein aber als Co-Geldgeber erhalten. Die Postbank sprang in die Bresche und machte Borussia-Präsident Rolf Königs "stolz". Der Postbank-Vorstandsvorsitzende Stefan Jütte bezeichnete den Traditionsclub vom Niederrhein als "nationalen Sympathieträger mit einem riesigen Fan-Potenzial".

Der Bundesliga ging es schon 2008 sehr gut. Im November errechnete Sport+Markt für die deutsche Top-Klasse bereits den Spitzenplatz in Europa - vor England (damals 85,5 Millionen Euro Einnahmen aus Trikot-Sponsoring), Italien (70,5), Frankreich (50), Spanien (42,2) und der niederländischen Ehrendivision (42,1). Auch aktuell muss Deutschland keinen Vergleich scheuen: Spaniens Eliteclubs kommen 2009/2010 auf etwa 50 Millionen Euro.

In Deutschland stehen sogar die Aufsteiger nicht schlecht da. Der SC Freiburg und Mainz nehmen bis zu 3,0 Millionen Euro ein, der 1. FC Nürnberg kommt immerhin auch noch auf 2,8 Millionen Euro. Doch damit liegen sie in der Rangliste weit unten - kein gutes Omen: Denn die "Schlusslichter" von 2008/2009 (Karlsruher SC/1,65, Arminia Bielefeld /1,5, Energie Cottbus/1,0) finden sich mittlerweile in der 2. Liga wieder.

Von Dietmar Fuchs, dpa

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