Mit frischer Liebe zu alter Stärke

Darum ist van der Vaart wieder so stark

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Auf dem Platz stimmt die Form, das Privatleben ist neu geordnet - der sportliche Aufschwung beim Hamburger SV hat einen Namen: Rafael van der Vaart.

Hamburg - Auf dem Platz stimmt die Form, das Privatleben ist neu geordnet - der sportliche Aufschwung beim Hamburger SV hat einen Namen: Rafael van der Vaart.

Die neue Liebe zu Freundin Sabia ist immer noch frisch, im Bauch der neuen Lebensgefährtin wächst der Nachwuchs - wenn Rafael van der Vaart derzeit sein HSV-Trikot überstreift, nimmt er seine ganz privaten Glücksgefühle mit auf den Platz. Und das tut nicht nur seiner sportlichen Leistung, sondern auch dem Hamburger Traditionsverein richtig gut.

„Wenn man privat glücklich ist, kann man auf dem Rasen auch bessere Leistungen zeigen. So ganz kann man private Probleme auf dem Platz doch nicht verdrängen“, sagt der 30-Jährige, der in den vergangenen Wochen bei den Hanseaten so richtig durchgestartet ist. Nummer eins in der Bundesliga-Scorerliste mit elf Torbeteiligungen, ein neuer Rekord für den Niederländer in HSV-Diensten.

Noch im Sommer drohte der Kapitän der Norddeutschen zu einer teuren Belastung für den Kader zu werden. Die bevorstehende Scheidung von Ehefrau Sylvie schien ihn zu belasten, mit Übergewicht kehrte er aus dem Urlaub zurück. Seine sportlichen Auftritte wirkten lust- und orientierungslos.

Männer mit Binde: Die Kapitäne der 18 Bundesligisten

In der Kapitänsfrage setzen die Clubs der Fußball-Bundesliga auf Kontinuität. Nur drei Vereine besetzen die Führungsposition zur Saison 2013/14 neu.Klicken Sie sich hier durch die Fotostrecke. © picture alliance / dpa
Fabian Lustenberger übernimmt in Berlin das Amt von seinem Vorgänger Peter Niemeyer. © picture alliance / dpa
Andreas Beck steht seit der Rückrunde der vergangenen Saison bei Hoffenheim in der Verantwortung. © picture alliance / dpa
Augsburgs Trainer Markus Weinzierl vertraut auch in der kommenden Saison auf Abwehrroutinier Paul Verhaegh. © picture alliance / dpa
Clemens Fritz ist in Bremen weiterhin im Amt. © dpa
In Mainz hat Abwehrchef Nikolce Noveski das Sagen. © picture alliance / dpa
In Stuttgart fungiert Christian Gentner als verlängerter Arm des Trainers. © dpa
Der schweizer Nationaltorhüter Diego Benaglio ist beim VfL Wolfsburg die absolute Nummer 1. Sowohl im Tor, als auch im Mannschaftsgefüge. © picture alliance / dpa
Filip Daems übernimmt als Elfmeterschütze und Kapitän die Führung bei Gladbach. © picture alliance / dpa
Rafael van der Vaart beerbte beim Hamburger SV in der Rückrunde der vergangenen Saison Heiko Westermann als Kapitän. © dpa
Julian Schuster wurde 2012 als einziger Kapitän von seinen Freiburger Teamkollegen gewählt und nicht vom Trainer bestimmt.  © picture alliance / dpa
Benedikt Höwedes ist seit 2001 bei Schalke und führt die Mannschft als Kapitän aufs Feld.   © AFP
Beim Werksclub aus Leverkusen ist Simon Rolfes der Chef auf dem Platz. © dpa
In Dortmund vertraut Jürgen Klopp nun auf Mats Hummels. © dpa
Unter Trainer Pep Guardiola hat sich vieles geändert bei den Bayern. Der Kapitän aber bleibt weiterhin Phillip Lahm. © AFP
Lars Stindl
Bei Hannover 96 ist Lars Stindl der Chef. © dpa
Kevin Trapp
Kevin Trapp bekam von Eintracht Frankfurts Neu-Trainer Thomas Schaaf die Kapitänsbinde anvertraut. © dpa
Miso Brecko
Bei den Geißböcken aus Köln hat Miso Brecko das Ruder in der Hand. © dpa
Uwe Hünemeier
Seit August 2014 ist Uwe Hünemeier Kapitän beim Aufsteiger SC Paderbron. © dpa

„Es war meine eigene Schuld, dass es nicht so richtig lief. Ich habe auf dem Feld manchmal die falschen Dinge ausprobiert“, sagt „Rafa“ mittlerweile selbstkritisch. Wieder in die Spur setzte ihn ausgerechnet sein Landsmann und neuer Trainer Bert van Marwijk. Als Nachfolger des beurlaubten Thorsten Fink raufte er sich mit van der Vaart ungeachtet alter Irritationen aus gemeinsamem Nationalmannschaftszeiten wieder zusammen und redete seinen Regisseur stark.

Und so ist der Holländer auf dem besten Weg, seinen HSV-Rekord mit zwölf Saisontreffern aus der Saison 2007/2008 zu knacken, aktuell stehen immerhin schon sechs Tore zu Buche. Dabei will er sich von der Öffentlichkeit allerdings nicht unter Druck setzen lassen: „Am besten, ich mache einfach weiter wie bisher. Mit Selbstvertrauen läuft eben alles besser.“

Nicht nur bei ihm, sondern auch bei seinen Teamkollegen, die sich schon am Samstag (15.30 Uhr/Sky) mit einem Sieg gegen Borussia Mönchengladbach weiter vom letzten Tabellendrittel lösen könnten. Doch da will sich van der Vaart nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Mit solchen Vorhersagen haben wir zuletzt immer schlechte Erfahrungen gemacht“, erinnert er sich.

Fest steht nur, dass van der Vaart gegen die Mannschaft vom Niederrhein auf dem Spielfeld und nicht vor dem Traualtar stehen wird. Diese Exklusivmeldung eines Klatschblattes hatte zu Beginn des Monats den hanseatischen Geldadel in helle Aufregung versetzt. Es war nicht mehr als eine klassische Zeitungsente, die Yellow-Press-Reporter hatten einfach nur vergessen, einen Blick auf den aktuellen Bundesligaspielplan zu werfen...

SID

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