Flick wird Sportdirektor

Jogi Löw verlängert Vertrag

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Joachim Löw bleibt bis 2016 Bundestrainer

Frankfurt - Eine große Überraschung ist es nicht: Joachim Löw hat seinen Vertrag als Bundestrainer nach der erfolgreichen WM-Qualifikation erwartungsgemäß verlängert.

Bundestrainer Joachim Löw hat seinen Vertrag als Bundestrainer bis 2016 verlängert. Der 53-Jährige einigte sich mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) auf eine weitere Zusammenarbeit über die WM 2014 in Brasilien hinaus. Löw, der das DFB-Team damit auch zur EURO 2016 in Frankreich führen soll, hatte bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am 12. Juli 2006 die Nachfolge von Jürgen Klinsmann angetreten. Bisher betreute er die DFB-Auswahl 99-mal und feierte 68 Siege.

„Die Arbeit mit dem Team und dem Betreuerstab macht mir sehr viel Freude, ich spüre große Motivation, die Mannschaft weiter zu entwickeln. Wir sind noch nicht am Ende unseres Weges, wir haben noch große Ziele, die wir gemeinsam erreichen wollen. Der DFB bietet uns und der Nationalmannschaft ein ideales Umfeld, für das wir genauso dankbar sind wie für das Vertrauen, das uns der DFB und Präsident Wolfgang Niersbach entgegenbringen“, sagte Löw.

Die Verträge mit Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Torwarttrainer Andreas Köpke wurden ebenfalls um zwei Jahre verlängert. Löws Co-Trainer Hans-Dieter Flick wird nach der WM in Brasilien den Posten des Sportdirektors übernehmen. Flick, der das Amt am 1. September 2014 antreten wird, erhält einen Fünfjahresvertrag bis August 2019. Bis zur Endrunde in Brasilien wird ein Großteil der Aufgaben des Sportdirektors unter Leitung von Generalsekretär Helmut Sandrock durch die vorhandenen Verbandsstrukturen ausgefüllt.

„Seit der WM 2006 ist die Nationalmannschaft bei Welt- und Europameisterschaften jeweils unter die besten vier Teams gekommen. Auch die zurückliegende Qualifikation zur WM 2014 in Brasilien hat die Mannschaft souverän erreicht. Sie steht für eine dynamische, offensive und begeisternde Spielweise. Dies alles sind Verdienste von Joachim Löw und dem gesamten Team der sportlichen Leitung. Wir haben großes Vertrauen in Joachim Löw, Hansi Flick, Andreas Köpke und Oliver Bierhoff, die ich fachlich wie menschlich sehr schätze. Dieses Vertrauen möchten wir seitens des DFB auch mit der Verlängerung deutlich machen“, sagte Niersbach.

Flick will sich zunächst ganz auf seine Aufgabe als Co-Trainer konzentrieren. „Für Jogi Löw und mich hat die WM in Brasilien ganz klare Priorität. Es ehrt und freut mich sehr, dass mir der DFB die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben des Sportdirektors nach der WM in Brasilien anvertraut und mir bis dahin die Freiräume lässt, um mich voll und ganz auf die WM zu konzentrieren“, sagte Flick.

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

Die Eckdaten der Bundestrainer-Ära Jogi Löw

30.07.2004: Zum 40. Geburtstag schenkt der DFB Bundestrainer Jürgen Klinsmann die Verpflichtung seines Favoriten Joachim Löw als Co-Trainer. Die “Schwaben-Connection“ ist perfekt. “Er ist für mich alles andere als ein Hütchenaufsteller“, sagt Klinsmann über Löw. © Getty
12.07.2006: Nach dem Rücktritt des “ausgebrannten“ Klinsmann wird Löw zum Chef der Nationalelf befördert. Der 46-Jährige bekommt einen Zweijahresvertrag und sagt: “Wir wollen Europameister 2008 werden.“ © Getty
16.08.2006: Löws Bundestrainer-Premiere wird in Gelsenkirchen zum rauschenden Fest - 3:0-Sieg beim Test gegen Schweden. © Getty
06.09.2006: Der höchste Sieg in der Amtszeit von Löw: 13:0 gegen Fußball-Zwerg San Marino vor nur 5019 Zuschauern in Serravalle. © Getty
28.03.2007: Erste, unbedeutende Niederlage im 9. Spiel: 0:1 gegen Dänemark beim Debütanten-Ball mit sechs DFB-Neulingen in Duisburg. © Getty
13.10.2007: Schon im viertletzten Qualifikationsspiel löst Löw mit einem 0:0 in Irland das Ticket für die EM 2008. © Getty
16.05.2008: Bei der Nominierung des EM-Kaders auf der Zugspitze sorgt Löw für Paukenschläge. Er bootet im Tor Timo Hildebrand aus, holt dafür René Adler und beruft 26 Akteure. Marko Marin, Jermaine Jones und Patrick Helmes schickt er nach der Vorbereitung nach Hause. © Getty
16.06.2008: Beim 1:0 im Vorrunden-Finale gegen Österreich wird Löw auf die Tribüne verwiesen. Ballacks Freistoß-Tor bejubelt er dort. © Getty
29.06.2008: Geplatzter Titeltraum. Spanien gewinnt durch ein Tor von Torres das EM-Finale in Wien mit 1:0. “Man muss die Qualität der Spanier anerkennen“, erklärt Löw als fairer Verlierer. © Getty
08.08.2009: Löw startet den Umbruch. 40 Tage nach dem verlorenen EM-Finale beendet Torhüter Jens Lehmann seine Länderspiel-Karriere. © Getty
11.10.2008: Deutschland siegt 2:1 im WM-Quali-Gipfel gegen Russland. Reservist Kevin Kuranyi flüchtet zur Halbzeit aus dem Stadion in Dortmund. Am Tag danach verbannt Löw den Schalker aus dem DFB-Team. © Getty
31.10.2008: Löw und Ballack schließen nach einem Streit Frieden. Der Kapitän hatte den Führungsstil des Bundestrainers kritisiert und sich für seinen Kumpel Frings stark gemacht. “Dafür habe ich mich bei Joachim Löw entschuldigt“, sagt Ballack. Der Kapitän darf bleiben. © Getty
10.10.2009: Trotz Platzverweis für Debütant Jérome Boateng gewinnt die DFB-Elf das “Endspiel“ in Moskau gegen Russland dank Klose 1:0. Das WM-Ticket ist gelöst, Löw lobt das “Sieger-Gen“ der Spieler. © Getty
10.11.2009: Der Selbstmord von Torhüter Robert Enke versetzt die Nationalelf in einen Schockzustand. Das geplante Länderspiel gegen Chile in Köln wird abgesagt. “Ich denke, wir hätten Robert nicht von seinem Vorhaben abbringen können“, sagt Löw nach Tagen der Trauer. © Getty
17.12.2009: Auf einer Israel-Reise verkündet DFB-Chef Zwanziger einen Handschlag-Vertrag mit Löw bis zur Europameisterschaft 2012 - selbst der Bundestrainer wird davon überrascht. © Getty
04.02.2010: Der Handschlag-Vertrag ist null und nichtig. Der DFB lehnt Löws und Bierhoffs Forderungen ab. Es kommt zum Zerwürfnis. © Getty
09.02.2010: Eiszeit beendet - in Frankfurt schließen Löw, Zwanziger & Co. WM-Frieden. “Was sind wir Hornochsen“, sagt Generalsekretär Wolfgang Niersbach nach dem schädlichen öffentlichen Streit. © Getty
06.05.2010: Löw beruft 27 Akteure in den vorläufigen WM-Kader und überrascht mit den beiden Länderspiel-Neulingen Badstuber und Aogo. Als dritter Torwart darf nach Adlers Verletzung Jörg Butt mit. © Getty
17.05.2010: Das Ballack-Aus für die WM. “Wir waren geschockt, keine Frage“, sagt Löw. Der Kapitän fällt wegen einer Fußverletzung aus. © Getty
28.05.2010: Löw ernennt Philipp Lahm zum WM-Kapitän und Manuel Neuer zur Nummer 1. Tim Wiese ist der Verlierer im Torhüter-Duell. © Getty
13.06.2010: 4:0 - ein WM-Traumstart gegen Australien. Es folgen ein 0:1 gegen Serbien und ein 1:0 gegen Ghana. Dann die Höhepunkte: Im Achtelfinale 4:1 gegen England, danach 4:0 gegen Argentinien. © Getty
07.07.2010: Löw ist “traurig und enttäuscht“. Wieder ein 0:1 gegen Spanien, im Halbfinale platzt der Traum vom 4. deutschen WM-Titel. © Getty
10.07.2010: Bronzenes Ende: 3:2 im Spiel um Platz 3 gegen Uruguay. © Getty
20.07.2010: Neun Tage nach dem WM-Abpfiff verlängern Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwart-Coach Köpke ihre Verträge. © Getty
03.09.2010: Mit einem 1:0-Sieg in Belgien gelingt der Start in die Qualifikation für die EM 2012. Es folgen drei weitere Siege gegen Aserbaidschan (6:1), Türkei (3:0) und in Kasachstan (3:0). Damit liegt Deutschland als Tabellenführer klar auf EM-Kurs. © Getty
15.03.2011: Der DFB verlängert vorzeitig die Verträge mit Cheftrainer Löw, Manager Bierhoff, Co-Trainer Flick und Torwartcoach Köpke vorzeitig um zwei Jahre bis zur WM 2014 in Brasilien. © Getty
11.10.2011: Die deutsche Nationalmannschaft qualifiziert sich unter Bundestrainer Jogi Löw mit zehn Siegen in zehn Spielen für die EM 2012 in Polen und der Ukraine. So etwas hatte zuvor noch kein deutsches Team geschafft. © dpa
18.10.2013: Die Verlängerung von Joachim Löws Vertrag bis 2016 wird bekanntgegeben. © dpa

SID

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