Dicke Luft beim FC Bayern

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Franz Beckenbauer sorgt für Wirbel.

München - Die Aussagen von Franz Beckenbauer über Franck Ribéry schlagen hohe Wellen. Jetzt sieht sich der Vorstand sogar zu einer öffentlichen Erklärung gezwungen.

Der Kaiser hatte am Samstag gepoltert: „Ribery ist nur zu Bayern gekommen, um sich einen Namen zu machen. Das ist ein Franzose, dem ist München wurscht.“

Die deftigen Aussagen erhitzen an der Säbener Straße die Gemüter. Der Vorstand ruft nun öffentlich Franz Beckenbauer zur Räson und hat am Montag folgende Mitteilung herausgegeben.

Der Vorstand des FC Bayern München stellt klar

Der Vorstand des FC Bayern München ist erstaunt über die heute in den Medien verbreiteten Aussagen von Franz Beckenbauer, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG, in Richtung Frank Ribéry. Der Vorstand stellt deshalb klar:

- unser Spieler Franck Ribéry hat sich stets professionell, korrekt und seriös verhalten.

- der FC Bayern München hatte und hat bei Franck Ribéry zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass er den FC Bayern nur dazu benützen würde, um in seiner eigenen Karriereleiter nach oben zu kommen. Er hat sich mit seinen Fähigkeiten stets in den Dienst der Mannschaft gestellt.

- Franck Ribéry hat sich nie dazu geäußert, von der Möglichkeit des Ziehens des FIFA-§ 17 Gebrauch zu machen.

Wir würden uns aber sehr freuen, wenn Franz Beckenbauer in seiner Eigenschaft als Mitglied der FIFA-Exekutive dafür Sorge tragen würde, dass der § 17, der den gesamten Profifußball extrem belastet, wieder abgeschafft und damit für alle Klubs weltweit für mehr Vertragsstabilität gesorgt wird.

FC BAYERN MÜNCHEN AG Der Vorstand 

 

 

Auch Neu-Trainer Louis van Gaal passte das neue Störfeuer um seinen besten Spieler überhaupt nicht in den Kram. “Ich muss den Fall managen und das ist immer schwierig“, sagte der 57-jährige Niederländer am Montag.

Van Gaal, der beim Audi-Cup in dieser Woche seine Formation für die Pokalpartie am Sonntag bei der SpVgg Neckarelz und eine Woche später beim Liga-Auftakt gegen 1899 Hoffenheim “abstimmen“ will, dürfte sich gewundert haben, dass der eigene Vereinspräsident für Unruhe sorgte. “Der Vorstand hat eine Politik und wir müssen das befolgen; und Franz Beckenbauer, denke ich.“ Und einfach ignorieren kann man den “Kaiser“ schließlich nicht. “Franz Beckenbauer ist nicht so unwichtig“, sagte van Gaal, der einen ersten Vorgeschmack bekam, was ihn beim einst als “FC Hollywood“ titulierten FC Bayern erwarten kann.

Vor den Tests beim Audi-Cup am Mittwoch gegen den AC Mailand sowie einem weiteren Spiel gegen Boca Juniors oder Manchester United am Donnerstag ist der für die Zehner-Position vorgesehene Ribéry noch weit weg von der Mannschaft. “Wir haben dreieinhalb Wochen sehr hart trainiert auf sehr hohem Niveau“, sagte van Gaal. Das Trainingsniveau für den Franzosen und auch für Luca Toni sei deutlich niedriger. Daher bleibt den beiden für den Saisonstart auch nur die Hoffnung auf einen Kurzeinsatz. “Vielleicht können sie 20 Minuten spielen.“

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