Nach dem Achtelfinale

Polizeieinsatz beim WM-Spiel in Waldkraiburg

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Mit Autokorsos und Straßenpartys feierten die Waldkraiburger die Siege der deutschen Nationalmannschaft bei der WM. Die Polizei war stets vor Ort, wie hier nach dem Sieg gegen die USA.
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Waldkraiburg - Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft am Montagabend zeigte die Polizei Präsenz, sperrte kurzzeitig Straßen Richtung Innenstadt. Die Hintergründe:

In Waldkraiburg mischte sich am Montagabend nach dem WM-Sieg gegen Algerien in die Jubelstimmung der Fußballfans Verwunderung, teils auch Unmut, über einen Einsatz der Polizei. Scheinbar mit vergleichsweise vielen Kräften waren die Beamten vor Ort, teilweise waren sogar Straßen in Richtung Innenstadt gesperrt. In manchen keimte der Verdacht, Feiern der Fans nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft, etwa mit einem Autokorso, sollten verhindert werden.

"In der Vergangenheit wurde exzessiv gefeiert"

Fußball-WM: So zitterte die Region gegen Algerien

Auf Nachfrage unserer Redaktion erklärt Frank Konrad, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, die Hintergründe des Polizeieinsatzes. "Es war nichts Größeres von Belang, es war also ein reiner Verkehrseinsatz", so Konrad. Es seien auch nicht ungewöhnlich viele Polizisten unterwegs gewesen. Man müsse eben ein paar zusätzliche Leute im Dienst haben, die sich um Verkehrsaufgaben kümmern, "damit das Alltagsgeschäft, das sowieso anfällt, nicht beeinträchtigt wird".

"In der Vergangenheit ist recht exzessiv gefeiert worden", erklärt Konrad. Genau deshalb hat die Polizei kurzzeitig eine Fahrspur gesperrt. "Damit die Leute, die sich nach dem Sieg auf der Straße aufgehalten haben, nicht gefährdet wurden", so der Polizeisprecher. Außerdem habe die Polizei vermeiden wollen, dass es zu Beeinträchtigungen im kompletten Verkehr kommt. Bei den letzten Spielen sei ein Kreisverkehr von einem Korso komplett blockiert worden. "Wenn ich in einen Kreisverkehr fahre und das genug Autos machen, dann kann irgendwann keiner mehr reinfahren."

"Polizei drückt auch mal ein Auge zu"

Verständnis für die Fans hat die Polizei aber durchaus. Jubelszenen und auch Autokorsos sollen nicht verhindert werden. "Es wird der Polizei auch vorgeworfen, wir sind so ein bisschen der Spielverderber", sagt Konrad. "Solange hier nur Autokorsos gefahren werden und mal gehupt wird - und das jetzt nicht gerade vor dem Altersheim um 11 Uhr nachts - dann sind auch wir Menschen und dann drückt man mal ein Auge zu."

Leichtere Verkehrsordnungswidrigkeiten - wie eben das Hupen - lässt die Polizei den Fans also schon mal durchgehen. In manchen Fällen muss die Polizei aber einschreiten, wie Konrad erklärt: "Straftaten dürfen wir schon rein gesetzlich nicht dulden. Da muss die Polizei einschreiten. Da denke ich jetzt gerade an Trunkenheit im Verkehr und Unfallflucht. Wenn einer irgendwo dagegen fährt, und fährt dann weiter." Da müsse die Polizei halt einschreiten. "Da haben wir keinen Spielraum."

"Müssen aufpassen, dass sich keiner weh tut"

Die Schlittenfahrt nach dem Ghana-Spiel

Auch bei möglichen Gefährdungen muss die Polizei einschreiten. Wo feiernde Leute mit dem Straßenverkehr in Verbindung kommen, wolle man schauen, dass man "gefahrenabwehrend" rechtzeitig vorher da ist. "Wenn ich mit dem Auto vorbeifahre und hab eine Fahne draußen, dann werde ich angefeuert. Da entstehen immer wieder gefährliche Situationen", erklärt der Polizeisprecher. Ein kurioser Fall möglicher Gefährdung ereignete sich nach dem Spiel gegen Ghana: Ein Mann hat sich auf einem Schlitten durch die Straßen ziehen lassen - von einem Trabi. "Wenn wir sehen, da tut sich jetzt in Kürze einer weh - da muss man natürlich präsent sein und dann ist man manchmal der Spielverderber bei solchen Aktionen."

Auch nach dem Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft am Freitag (Anstoß 18 Uhr) rechnet die Polizei wieder mit vielen jubelnden Fans - ein Weiterkommen der Deutschen vorausgesetzt. Auch dort möchte die Polizei keine Jubelszenen verhindern, betont Konrad: "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Korsos. Wir müssen nur aufpassen, dass sich keiner weh tut."

Die Schlittenfahrt nach dem Ghana-Spiel:

Polizei stoppt Schlittenfahrer

Bilder der Waldkraiburger Public Viewings zum Achtelfinale:

Public Viewing im Cafe Brosch

Public Viewing in der Waldkraiburger Schenkerhalle

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