"Der Traum lebt weiter"

Werder nutzt Niederlage als Mutmacher

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Werder Bremen machte sich trotz der Niederlage Mut. Foto: Rolf Vennenbernd

Die stolze Serie ist gerissen, der Europacup-Platz erstmal verspielt. Doch die Niederlage in Köln war für Werder Bremen sogar ein Mutmacher.

Köln (dpa) - Am Ende eines denkwürdigen Fußball-Spektakels konnten sich die Verantwortlichen von Werder Bremen gar nicht so recht über die Niederlage ärgern.

Die stolze Serie von elf Spielen ohne verlorenes Spiel war durch das 3:4 (2:3) beim 1. FC Köln gerissen, der Traum von der ersten Europacup-Teilnahme seit sieben Jahren ist wieder akut gefährdet - doch Sportchef Frank Baumann und Trainer Alexander Nouri nutzten das Offensiv-Feuerwerk trotz negativen Ausgangs als Mutmacher.

"Der Traum lebt weiter", sagte Baumann, und in seiner Stimme lag kein Trotz, sondern Überzeugung. "Wir haben das große Ziel immer noch vor Augen und glauben weiter daran." Die Niederlage in Köln war lediglich in Bezug auf das Ergebnis und die Defensiv-Arbeit ein Rückschlag. Die "unglaubliche Willensleistung und unglaubliche Moral" (Nouri), die die Bremer nach zweimaligem Zwei-Tore-Rückstand an den Tag legten, macht Mut für die letzten beiden Bundesliga-Spieltage.

Dabei hat Bremen mit Hoffenheim und Dortmund aber zwei denkbar schwere Gegner, doch auch das schreckte nach dem "Fußball-Fest" (Baumann) von Köln am Freitag niemanden. "Das sind zwei brutal schwere Spiele", meinte der Sportchef. "Aber wir müssen sie einfach mit derselben Leidenschaft angehen."

Auch Bremens Kapitän Zlatko Junuzovic, der durch seine Vorlagen für Fin Bartels (34.) und Theodor Gebre Selassie (40.) das zwischenzeitliche 2:2 nach 0:2-Rückstand ermöglichte, befand, "dass wir trotz der vier Gegentore viel Positives mitnehmen können".

Baumann sah das ähnlich und bezog sich auf das 3:4 (63.) durch den eingewechselten Nationalspieler Serge Gnabry. "Es ist ein großes Plus, dass wir so von der Bank nachlegen können", sagte Baumann.

Der Einzige, der sich am Freitag so richtig über die Niederlage ärgerte, war Mittelfeldspieler Thomas Delaney. "Mir ist es egal, wie spektakulär das Spiel abgelaufen ist", sagte er. "Die ersten 30 Minuten waren schlecht, das zählt für mich. Diese Phase hat uns gekillt, das war ein Schlag ins Gesicht." Doch der Däne richtete den Blick gleich wieder nach vorne. "Unser Selbstbewusstsein ist durch die heutige Niederlage nicht gebrochen."

Auch Gnabry verbreitete Optimismus: "Wir haben noch zwei Spiele und es ist weiterhin alles möglich." Doch Baumann mahnt angesichts von je 55 erzielten und kassierten Treffern in dieser Saison: "Gegen Hoffenheim dürfen wir nicht nur offensiv denken. Die Stabilität ist die Basis."

Das Pfund ist jedoch weiter die offensive Wucht der Hanseaten. Deshalb ist der erste Europacup-Einzug nach 2010 weiter möglich.

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