WM-Aus für Finkes Kameruner

Mandzukic-Doppelpack: Kroatien gewinnt souverän

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Mario Mandzukic traf doppelt

Manaus - Ein Bundesliga-Trio hat Kroatien die Chance aufs Achtelfinale der Fußball-WM erhalten und den Abschied von Trainer Volker Finke mit Kamerun nach der Vorrunde besiegelt.

Sechs Tage nach dem unglücklich verlorenen WM-Auftakt gegen Brasilien feierte das Team von Niko Kovac am Mittwoch (Ortszeit) in Manaus durch Treffer von Ivica Olic (11. Minute), Ivan Perisic (48.) und Mario Mandzukic (61./73.) zum 4:0 (1:0) seinen ersten Sieg in der Gruppe A und kann am Montag im Duell gegen Mexiko den Sprung in die K.o.-Runde perfekt machen. Für die Afrikaner, die Abwehrspieler Alexandre Song (40.) wegen einer Tätlichkeit durch die Rote Karte verloren, heißt es dagegen nach der Vorrunde Koffer packen.

Einen Bärendienst erwies seiner Mannschaft vor 39 982 Zuschauern Song, der dem Noch-Münchner Mandzukic einen Boxhieb in den Rücken verpasste und dafür vom portugiesischen Schiedsrichter Pedro Proença des Feldes verwiesen wurde. Der völlig durchgeschwitzte Finke quittierte die Szene vor seiner Bank mit einem Kopfschütteln. Auch Alexandres Cousin Rigobert Song war bei WM-Turnieren als der bisher einzige Spieler, der bei zwei Endrunden nacheinander vom Platz flog (1994 und 1998), schon unangenehm aufgefallen.

„Es ist nicht so leicht mit zehn Spielern. Deshalb haben wir in der zweiten Halbzeit bei den Gegentoren nicht gut ausgesehen. Solange wir elf gegen elf gespielt haben, würde ich nicht sagen, dass wir deutlich unterlegen waren“, erklärte der frühere Freiburger Finke in der ARD. Sein Trainerkollege Kovac war rundum zufrieden: „Anders als im Brasilien-Spiel haben wir unsere Chancen heute genutzt. Sicher kam uns die Rote Karte zugute. Die drei Jungs da vorne aus der Bundesliga, das ist die Créme de la Créme.“

Das sind die WM-Trikots der 32 Teilnehmer

Luiz Gustavo präsentiert das neue Trikot der brasilianischen Nationalmannschaft. Es ist wie immer in der klassischen Kombination gelb-blau-weiß mit grünen Akzenten gehalten. © Nike
Klassisch in rot-weißem Karo-Muster tritt die kroatische Nationalmannschaft um Bayern-Stürmer Mario Mandzukic an. Neu sind dabei die komplett in Rot gehaltenen Ärmel. © Nike
Kroatiens Ausweichtrikot ist dagegen in blau gehalten. Lediglich auf den Schultern verläuft ein rot-weißes Karo-Muster. © Nike
Bei den Mexikanern wird es zackig. Das grüne Heimtrikot... © Adidas
... und auch das rote Auswärtstrikot fallen einem durch zackenförmige Akzente ins Auge. © Adidas
Die "unzähmbaren Löwen", wie die Spieler Kameruns genannt werten, tragen ihr Wappentier auch auf dem Trikot. Sowohl beim grünen Heim-, als auch beim gelben Auswärtsdress sind der Spitzname des Teams und der Löwe eingarbeitet. © Puma
Ganz in rot geht die spanische Nationalmannschaft die Mission "Titelverteidigung" in Brasilien an. © Adidas
Ungewohnt kommt hingegen das neue Auswärtstrikot der Spanier daher. In schwarz-grün ist die "Furia Roja" (Rote Furie) noch nie aufgelaufen.   © Adidas
Klassisch angehaucht ist auch das neue WM-Trikot der Niederlande. Im traditionellen orange gehalten wurde beim Logo die klassische Ausführung in weiß auf das Jersey gestickt. © Nike
In rot-blauer Kombination tritt die Nationalmannschaft Chiles an. 2014 tritt "La Roja" bereits zum neunten Mal bei einer WM-Endrunde an. © Puma
Die "Socceroos" aus Australien präsentieren sich wie immer in gelb-grünen Heimtrikots. © Nike
Auswärts dagegen spielen die Kicker aus "Down Under" ganz in Dunkelblau. © Nike
Die erste WM-Teilnahme seit 16 Jahren werden die Spieler der kolumbianischen Nationalmannschaft in gelben Heimtrikots bestreiten. © Adidas
Ob Superstar Radamel Falcao nach seinem Kreuzbandriss wieder rechtzeitig fit wird, steht in den Sternen. Alternativ können die "Los Cafeteros" auch in roten Dressen auflaufen.  © Adidas
Den Ausrüster gewechselt hat Griechenland, die Farben blieben aber gleich. Die Spielkleidung liefert nicht mehr Adidas, sondern Nike. Die Hellenen treten entweder komplett in weiß oder komplett in blau an. © Nike
Wie gewohnt in orangem Gesamtoutfit tritt das Team der Elfenbeinküste mit Yaya Touré an. © Puma
Auswärts tragen "die Elefanten" dagegen ein sattes Grün. © Puma
Der ehemalige Dortmunder Shinji Kagawa im blauen Trikot der japanischen Nationalmannschaft. © Adidas
Beim Auswärtstrikot setzen die Japaner auf ein giftiges Grün. © Adidas
Der zweimalige Weltmeister Uruguay trägt himmelblau, kombiniert mit schwarzen Hosen. © Puma
Als Ausweichjersey steht den Urus eine komplett weiße Garnitur zur Verfügung. © Puma
Die "Ticos", wie die Nationalelf von Costa Rica genannt wird, tritt in roten Hemden mit blauem Querstreifen an. Kombiniert wird es mit blauen Hosen und weißen Stutzen. © AFP
England wechselte 2013 nach 59 Jahren den Ausrüster. Statt von Umbro werden die "Three Lions" nun von Nike eingekleidet. Das Heimtrikot erinnert ein wenig an das deutsche Weltmeister-Jersey von 1974. © Nike
Auswärts treten die Engländer wie gewohnt in roten Trikots an. © Nike
Der Vize-Europameister von 2012 präsentiert sich wie immer in Azurblau: Italiens Heimtrikot zieren ein Knopfkragen und weiße Streifen an den Seiten. Das Auswärtstrikot ist mit blauen Nadelstreifen auf weißem Grund versehen. © AFP
Das Team der Schweiz tritt in roten Trikots und weißen Hosen in Brasilien an. Markant: Das schweizer Kreuz ist in etwas hellerem Rot in das Trikot integriert. © Puma
Alternativ treten die Schweizer mit umgekehrter Farbaufteilung an: Weißes Trikot, rote Hosen, weiße Stutzen. © Puma
Das Trikot der Nationalmannschaft lehnt sich an die Farben der Nationalflagge des Landes an: gelb-blau-rot. © AFP
In sehr schlichten Trikots wird die französische Nationalmannschaft in Brasilien auf dem Platz stehen.    © Nike
Sollte die "Équipe Tricolore" nicht in blauen Dressen auflaufen können, so agiert sie in diesen weißen Jersey mit grauen Querstreifen. © NIKE
Ganz in weiß mit einem großen blauen "H" auf der Brust spielt das Team aus Honduras. Erst zu dritten mal (nach 1982 und 2010) sind die "Catrachos" bei einer WM mit dabei. © AFP
Ezequiel Lavezzi und Lionel Messi präsentieren das neue Heimtrikot der argentinischen Nationalmannschaft. Am klassischen hellblau-weiß-gestreiften Design hat sich nicht viel verändert. Lediglich ein leichter Farbverlauf in den blauen Balken ist neu. © Adidas
Das Auswärtstrikot der "Gauchos" ist in verschiedenen dunkelblau Tönen gestaltet. Die Streifen sind hierbei im Gegensatz zum Heimtrikot quer angeordnet. © Adidas
Erstmals präsentiert sich Bosnien und Herzegowina auf der WM-Bühne. Die Drachen, wie das Team genannt wird, spielen in blauen Trikots mit weißen Applikationen an Kragen, Ärmel und Hosen. © AFP
Die iranische Nationalmannschaft läuft in Trikots des Herstellers uhlsport auf. Auffallend ist der Leopardenkopf unterhalb des Wappens. © AFP
Auch auf den roten Auswärtstrikots lässt sich der Leopard erkennen. © AFP
Die Nationalmannschaft Nigerias läuft in grünen Heimtrikots auf. © Adidas
Als Alternative besitzen die "Super Eagles" einen weiß-grünen Trikotsatz. © Adidas
Das Trikot der deutschen Nationalmannschaft überrascht mit einem Brustring in verschiedenen Rottönen. Zudem wurde der schwarze Anteil am Trikotsatz reduziert. © picture alliance / dpa
Das alte grüne Auswärtstrikot weicht für die Weltmeisterschaft dem neuen, rot-schwarz gestreiften. Eine etwas gewöhnungsbedürftige Kombination... © picture alliance / dpa
Modern mutet das neue Trikot an, in dem Weltfußballer Cristiano Ronaldo und seine portugisische Auswahl auflaufen werden. Das Leibchen besticht durch einen raffinierten Rot-Verlauf von den Schultern zum Bauch. © Nike
Die "Black Stars" aus Ghana spielen ganz in weiß. Auffällig ist das Muster in den Nationalfarben auf den Schultern und am Ärmel. © Puma
Als weißes Ballett reisen die USA nach Brasilien. Ohne große Schnörkel oder Akzente präsentieren sich die Amerikaner bei der WM. © NIKE
Auswärts treten die US-Boys dagegen dreifarbig an. Das Trikot ist in einen roten, einen weißen und einen roten Abschnitt aufgeteilt, während Hose und Stutzen komplett in Rot gehalten sind. © Nike
Erstmals seit 2002 nimmt Belgien wieder an einem großen Fußball-Turnier teil. Die "roten Teufel" treten entsprechend ihres Spitznamens komplett in Rot an. © AFP
Ganz in weiß oder in hellgrün spielt das algerische Nationalteam. © PUMA
Im weinroten Dress wird die "Sbornaja", die russische Nationalmannschaft, bei der WM in Brasilien auflaufen. © Adidas
Der Übergang von blau zu weiß beim Auswärtstrikot der Russen erinnert leicht an Gletscher- oder Polareis.   © Adidas
Rotes Trikot gepaart mit einer blauen Hose und roten Stutzen. In diesem Outfit wird die südkoreanische Nationalmannschaft in Brasilien auftreten. © NIKE
Als Ausweichoutfit haben die Südkoreaner diese weiße Kombo im Gepäck. Dabei ist der rechte Ärmel mit einem roten, der linke Ärmel mit einem blauen Ring abgesetzt. © Nike

Ohne den am Knie verletzten Superstar Samuel Eto'o konnten die „Unzähmbaren Löwen“ die kroatische Abwehr nur in der Anfangsphase einige Male in Bedrängnis bringen. Doch der rasante Beginn der Finke-Elf mit dem Schalker Joel Matip in der Abwehrreihe erwies sich als Strohfeuer, denn schon bald übernahmen die Kroaten bei schwülwarmen Temperaturen das Kommando.

Eine Wolfsburger Coproduktion führte zum frühen 1:0 für die Kovac-Elf, in der Mandzukic nach abgelaufener Rot-Sperre aus der Qualifikation sein WM-Debüt gab. Nachdem Kameruns Nicolas Nkoulou im Duell mit Mandzukic nicht klären konnte, legte Ivan Perisic den Ball umsichtig auf seinen Clubkollegen Olic (11.) ab, der aus acht Metern ins Schwarze traf. Für den besten Wolfsburger Schützen der abgelaufenen Saison war es das erste WM-Tor nach exakt 4393 Tagen. Zuletzt hatte Olic am 8. Juni 2002 beim 2:1 gegen Italien getroffen

Auch an der zweiten gefährlichen Torraumaktion der Kroaten war Mandzukic als Vorlagengeber beteiligt. Diesmal konnte Perisic Kameruns Schlussmann Charles Itandje (16.) aber nicht überwinden. Die Kovac-Elf versuchte es immer wieder über die linke Abwehrseite Kameruns, wo Benoit Assou-Ekotto seinen Gegenspieler Darijo Srna kaum in den Griff bekam. Obwohl Eto'o von der Bank aus pausenlos versuchte, seine Teamkollegen aufzurütteln, kam Kameruns Spiel nicht mehr recht auf Touren, weil im Mittelfeld ein Ideengeber fehlte. Und vorne blieb der Mainzer Eric Maxim Choupo-Moting wirkungslos.

Drei Minuten nach dem Seitenwechsel versetzte Perisic den Afrikanern mit dem zweiten Treffer den K.o.-Schlag. Der Wolfsburger nahm an der Mittellinie einen missglückten Abschlag von Itandje auf, sprintete los und vollendete sein Solo mit einem strammen Schuss in die lange Ecke. Dann durfte auch Mandzukic noch seine ersten WM-Tore bejubeln. Beim vierten Treffer leistete Itandje wieder unfreiwillig Schützenhilfe, als er einen Ball nicht festhalten konnte.

dpa

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