Zwei reguläre Tore nicht gegeben

Mexiko gewinnt Abseits-Schlacht gegen Kamerun

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Mexiko bejubelt seinen Torschützen Peralta.

Natal - Mexiko hat sein Auftaktspiel gegen Kamerun gewonnen. Auch dieses Spiel bestach hauptsächlich durch fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen.

Zwei reguläre Treffer aberkannt, trotzdem gewonnen: Mexiko hat Volker Finke die Premiere als WM-Trainer verdorben. Mit Kamerun unterlag der frühere Bundesliga-Coach im Dauerregen von Natal hochverdient mit 0:1 (0:0) - Oribe Peralta erzielte in der 61. Minute den Siegtreffer für El Tri. Schiedsrichter Wilmar Roldan aus Kolumbien hatte es zuvor fertiggebracht, gleich zwei Toren des überragenden Mexikaners Giovani dos Santos die Anerkennung zu verweigern.

Im Eröffnungsspiel zwischen Brasilien und Kroatien (3:1) hatte bereits eine falsche Elfmeterentscheidung zugunsten der Gastgeber weltweit für Kopfschütteln gesorgt. Mexiko sicherte sich vor 39.216 Zuschauern in der nicht voll besetzten Arena das Dunas durch den Erfolg einstweilen den zweiten Platz in der Gruppe A hinter der Selecao.

Ehe Peralta die deutlich überlegenen Mexikaner erlöste, hatten Schiedsrichter Rolden und seine Assistenten gleich zweimal den Durchblick verloren. In der elften Minute wähnten sie dos Santos bei dessen Treffer aus kurzer Distanz zu Unrecht im Abseits. In der 30. Minute erwischte es den Angreifer, der seit knapp zwei Jahren nicht mehr für sein Land getroffen hatte und die „Erlösung“ herbeisehnt, dann erneut. Diesmal traf er per Kopf, aber Roldan pfiff ab.

Die klar überlegenen Mexikaner ließen allerdings trotz der beiden Rückschläge nicht nach. Sie spielten geradliniger und strukturierter und hatten die Mannschaft von Finke mit nur wenigen Ausnahmen im Griff: Für eine davon sorgte Superstar Samuel Eto'o, der nach einer Direktabnahme den Außenpfosten traf (21.). Auf der Gegenseite vergab Mexikos Kapitän Rafael Marquez die Chance auf die korrekte Führung, als er den besser postierten Hector Moreno übersah und den Ball per Kopf nicht im Tor unterbrachte.

Mexikos Trainer Miguel Herrera hatte etwas überraschend ohne seinen Starstürmer Javier Hernandez von Manchester United begonnen. „Chicharito“ (Die kleine Erbse), der eine schwache Saison gespielt hat, saß nur auf der Bank und wurde für Torschütze Peralta in der 73. Minute eingewechselt.

Im Angriff kam bei Mexikos 50. WM-Partie neben dos Santos somit Peralta zum Einsatz - eine glückliche Entscheidung von Herrera, wie sich spätestens beim Siegtreffer herausstellte .

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Bei Kamerun standen neun Spieler aus der Startelf jener Mannschaft auf dem Platz, die am 1. Juni ein achtbares 2:2 gegen die DFB-Elf in Mönchengladbach erreichte, auch am Freitag von Beginn an auf dem Feld. Der Schalker Joel Matip saß allerdings nur auf der Bank. Einzige Bundesligaspieler auf dem Feld waren damit zunächst Eric Maxim Choupo-Moting (FSV Mainz 05) und auf der Gegenseite Andres Guardado (Bayer Leverkusen), die aber beide ihre Klubs verlassen werden.

Ticos, Melli, Black Stars: Spitznamen der WM-Teams

WM 2014 Teilnehmer Mannschaften
Algerien - Les Fennecs (Die Wüstenfüchse) , Les Verts (Die Grünen) © dpa
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Argentinien - La Albiceleste (Die Weiß-Blauen) © AFP
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Australien - Socceroos (Mischung aus Soccer und Kangoroos) © dpa
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Belgien - Rode Duivels, Diables Rouges (Die Roten Teufel) © dpa
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Bosnien-Herzegowina - Zmajevi (Drachen), Slatni Ljiljani (Goldene Lilien) © AFP
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Brasilien - Selecao, Die Kanarienvögel © dpa
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Chile - La Roja (Die Roten) © dpa
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Costa Rica - Los Ticos (So nennen sich die Einwohner) © dpa
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Deutschland - Ohne Spitzname, im Ausland werden die Deutschen aber "Die Mannschaft" genannt © dpa
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Ecuador - El Tri (Die Dreifarbigen) © AFP
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Elfenbeinküste - Les Éléphants (Die Elefanten) © AFP
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England - Three Lions (Drei Löwen ) © AFP
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Frankreich - Les Bleus (Die Blauen) © dpa
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Ghana - Black Stars (schwarze Sterne) © dpa
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Griechenland - To Peiratiko (Das Piratenschiff) © dpa
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Holland - Oranjes © dpa
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Honduras - La Bicolor (Die Zweifarbigen) © AFP
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Iran - Team Melli (Übersetzung für Nationalmannschaft) © dpa
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Italien - Squaddra Azzurri (Die Blauen) © dpa
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Japan - Samurai Blue (Blaue Samurai) © AFP
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Kamerun - Les Lions Indomptables (Die unzähmbaren Löwen) © dpa
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Kolumbien - Los Cafeteros (Die Kaffeebauern) © dpa
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Kroatien - Kockasti (Die Karrierten) © AFP
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Mesiko - El Tri (Die Dreifarbigen) © dpa
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Nigeria - Super Eagles (Superadler) © AFP
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Portugal -  Selecao das Quinas (Die Auswahl der Schilde, angelehnt an Nationalwappen) © AFP
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Russland - Sborjane (Auswahl) © dpa
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Schweiz - Nati © dpa
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Spanien - La Furia Roja (Die Rote Furie) © dpa
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Südkorea - Taeguk Warriors (Taeguk-Krieger) © dpa
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Uruguay - La Celeste (Die Himmelblaue) © AFP
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USA - Stars and Stripes (Sternenbanner) © dpa

Nach der Pause setzte Mexiko die Afrikaner weiter unter Druck - und endlich auch mit dem verdienten Erfolg. Kamerun wirkte statisch, als hätte die verspätete Anreise nach dem Prämienstreit mit dem Verband doch Spuren hinterlassen. Finke stand zumeist wie ein begossener Pudel im Regen an der Seitenlinie und versuchte vergeblich, Einfluss zu nehmen.

sid

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