Ronaldo muss nach Hause fahren

Portugal schlägt Ghana - beide Teams sind raus

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Ronaldo (l.) traf zwar gegen Ghana, doch Portugal ist nach der Gruppenphase ausgeschieden.

Brasília - Für den Weltfußballer ist die WM schon nach drei Spielen beendet: Cristiano Ronaldo muss trotz seines Siegtreffers zum 2:1 (1:0) der portugiesischen Nationalmannschaft gegen Ghana nach Hause fahren.

Aber auch für die von Skandalen und Possen begleiteten Afrikaner ist der Traum vom Achtelfinale beendet - der Bundesligaprofi Kevin Prince Boateng wurde sogar noch vor dem Spiel am Donnerstag in Brasília vom Verband aus dem Kader geschmissen.

Ghanas John Boye erzielte in der 31. Minute zunächst per Eigentor Portugals Führung, Asamoah Gyan (57.) den Ausgleich für die Afrikaner. Ronaldo nutzte (80.) einen Patzer von Ghanas Torwart Fatau Dauda und staubte zum 2:1 ab. Vor 67 540 Zuschauern zeigte Portugal aber bis auf die Schlussphase viel zu wenig für eine ohnehin nur wenig wahrscheinliche Achtelfinal-Teilnahme. Der WM-Vierte von 2006 und Ghana verpassten es, die USA noch auf Platz zwei zu verdrängen.

Bei Portugal lief wieder fast alles über Ronaldo. Der 29-Jährige wurde vom Publikum schon beim Einlaufen geradezu hysterisch gefeiert. Der zum Weltfußballer gekürte Star bewegte sich sehr viel, wechselte häufiger die Positionen und sorgte so für Verwirrung bei den ängstlich wirkenden Verteidigern Ghanas.

Ronaldo trifft in Durchgang eins nur die Latte

Ronaldo sorgte gleich in der sechsten Minute für Aufregung in Ghanas Abwehr, als er den Ball von rechts außen an die Latte knallte. Eine noch größere Chance vergab der Starspieler bei einem ungestörten Kopfball (18.). Das Spiel der Portugiesen war durch die Fixierung auf den Profi von Real Madrid gewohnt einseitig. Andere Spieler kamen kaum zu gefährlichen Aktionen. Der Führungstreffer fiel dann allerdings ohne Beteiligung des Stars: John Boye lenkte eine harmlos wirkende Flanke von Miguel Veloso artistisch-unglücklich ins eigene Tor. Ronaldo schaute nur zu - und riss die Arme hoch.

Die „Black Stars“ kamen nur gelegentlich zu eigenen Offensivaktionen. Zu zögerlich und unkontrolliert war das Aufbauspiel. André Ayew, bisher zweimal als Torschütze erfolgreich, konnte sich im Mittelfeld nur selten durchsetzen. Für die meiste Gefahr bei den Ghanaern sorgte noch Asamoah Gyan. Die Aktionen des neuen Kapitän nach dem Rauswurf von Sulley Muntari waren aber zu ungenau.

Trotz der Führung agierte Portugal nicht überzeugend, leistete sich zu viele Fehler. So ermöglichte Veloso mit seinem passiven Abwehrverhalten Gyan den Ausgleich per Kopf. Danach war Ghana am Drücker, jedoch ohne sich zwingende Torchancen zu erspielen. Ronaldo baute ab. Nur noch gelegentlich setzte er sich durch, seine Vorlagen kamen aber bei den Mitspielern nicht an. Es bedurfte gegnerischer Hilfe: Wieder agierte Boye unglücklich, Dauda klatschte den Ball in die Mitte, dort stand Ronaldo und schoss problemlos ein. Dasa aber reichte nicht für das Achtelfinale, es hätte weitere Tore fallen müssen. Ronaldo vergab gleich dreimal.

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Für hohen Unterhaltungswert hatten die Ghananer zuvor abseits des Spielfeldes gesorgt. Die Fortsetzung der Prämien-Posse sorgte für film-reife Szenen, denn der TV-Sender Globo dokumentierte die Ankunft des Geldes für die Spieler mit einem Charter-Flieger, den Transport mit Polizei-Eskorte und zeigte überdies auch Bilder von der Übergabe. Weniger amüsant endete die WM für Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari, die Ghanas Fußballverband (GFA) am Morgen vor dem Spiel suspendierte. „Indiskutables Verhalten“, lautete der Vorwurf. Dem Schalker warf die GFA „vulgäre verbale Beleidigungen“ gegen den Trainer vor. Boateng wies dies zurück.

dpa

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