Nationalmannschaft

Xavi über Löw: «Er war ein Luxus-Trainer»

Xavi Hernandez
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Xavi würde Joachim Löw gerne als Trainer beim FC Barcelona sehen.

München (dpa) - Der frühere spanische Weltklasse-Fußballer Xavi Hernandez hat das 0:6 der deutschen Nationalmannschaft gegen Spanien als Zeichen für einen Trainerwechsel in der DFB-Auswahl nach 15 Jahren unter Joachim Löw interpretiert.

15 Jahre seien eine wirklich lange Zeit, die sich Löw durch Resultate verdient habe, sagte der 41-Jährige im Interview der «Süddeutschen Zeitung». «Aber bei so einem Zeitraum kommt es zwangsläufig zu Abnutzungserscheinungen», sagte der Weltmeister von 2010.

Gruppen bräuchten Wechsel, ob in Clubs oder Nationalmannschaften. Irgendwann ginge die Flamme halt aus. «Es war möglicherweise jetzt auch der Fall, nach einem Zyklus, der gemessen an der Spielkultur und nach Resultaten gigantisch war», sagte Xavi, der mit dem FC Barcelona vier Mal die Champions League gewonnen hat und seit 2019 Trainer des Al-Sadd Sport Clubs in Katar ist.

Der zweimalige Europameister hält Löw für einen der besten Trainer und würde ihn auch als Coach beim FC Barcelona sehen. «Er war ein Luxus-Trainer. Er wollte Spektakel, Angriffsfußball, und dann wurde er damit auch noch Weltmeister», urteilte er. Nach Ansicht von Xavi hat der 61-Jährige den deutschen Fußball umgekrempelt, indem er den spanischen Spielstil übernommen hat. «Löw hat dazu beigetragen, dass Deutschland ein anderes Verständnis von Fußball entwickelt hat, das mich sehr an das erinnert, was ich aus Spanien und Barcelona kenne», sagte der Spanier. Löw würde zu Barça passen. «Wegen seiner Art, das Spiel zu verstehen. Und wegen seiner Person.»

Löw hatte unlängst angekündigt, nach der EM in diesem Sommer sein Amt als Bundestrainer aufzugeben. Nach dem 3:0 gegen Island zum Start in die WM-Qualifikation für 2022 muss das DFB-Team an diesem Sonntag in der nächsten Partie in Rumänien antreten.

© dpa-infocom, dpa:210326-99-989308/3

Interview in "Süddeutsche Zeitung" (Bezahlschranke)

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