Zehn Hamburger gewinnen Nordderby

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Bremens Torwart Tim Wiese ist bedient. Die Spieler des HSV bejubeln den Treffer zum 1:0.

Hamburg - Mit einem Derbysieg gegen den Nord-Rivalen Werder Bremen hat sich der Hamburger SV zum ersten Verfolger des Bundesliga-Spitzentrios aufgeschwungen.

Obwohl nach der Roten Karte für Jerome Boateng eine Stunde lang in Unterzahl siegten die Hamburger am Sonntagabend mit 2:1 (2:0) und revanchierten sich für die Pleiten der vorigen Saison, als ihnen die Bremer binnen 19 Tagen die Chancen in Pokal, Europa League und Meisterschaft verdorben haben. Joris Mathijsen (9. Minute) mit seinem ersten Saisontor und der starke Marcell Jansen (36.) sorgten für die Tore zum 29. Sieg im 91. Nordderby, mit dem die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia hinter "Herbstmeister" Bayer Leverkusen, Schalke 04 und Bayern München Platz vier der Fußball-Bundesliga festigte.

Der 17. Bundesliga-Spieltag in Bildern

FC Schalke 04 - 1. FSV Mainz 05 (1:0): Im Freitagsspiel hatte Schalke-Trainer Felix Magath allen Grund zu grinsen: Sein Team eroberte die Tabellenführung - auch wenn die nur eine Nacht hielt. © Getty
Das Tor des Tages erzielte Jefferson Farfán. © Getty
Nachdem die Schalker Chancen in den ersten zehn Minuten durch Marcelo Bordon, Benedikt Höwedes und Ivan Rakitic noch nicht zur Muss-Kategorie zählten, vollendete Farfán die schönste Kombination der ersten Hälfte mit einem kunstvollen Schlenzer. Nach direktem Zuspiel von Lewis Holtby überwand der Peruaner Keeper Heinz Müller. © Getty
Die Schalker bedanken sich bei den Fans. © Getty
Ausgelassener Jubel bei den Königsblauen. Eine derart erfolgreiche Hinrunde hätten dem jungen Team wohl nur wenige zugetraut. © Getty
Bayern München - Hertha BSC (5:2): Schöne Geste vor Anpfiff. Der neue Präsident Uli Hoeneß grillte für die Fans leckere Würstchen. Sein Vorgänger Franz Beckenbauer (jetzt Ehrenpräsident) wurde mit einer Urkunde geehrt und mit Blumen beschenkt. © Getty
Für das 1:0 sorgte mal wieder "Offensivverteidiger" Daniel van Buyten: Nach einer Badstuber-Ecke stand der Belgier goldrichtig am kurzen Pfosten. © Getty
Autsch! Florian Kringe hilft Hamit Altintop auf die Sprünge. © Getty
Für den Tabellenletzten Hertha BSC kam's ganz dicke! Dieses Foto zeigt das 4:0, das Spiel endete 5:2. © Getty
Die Bayern denken sich wohl: Schade, dass jetzt Winterpause ist. © Getty
Borussia Dortmund - SC Freiburg (1:0): Dieser Fan hatte seine Kleidung nicht gerade den Witterungsverhältnissen angepasst. © AP
Dieser schon eher. © AP
Auch so kann man sich warm halten. © AP 
Auf dem Feld fiel nur ein Treffer: Lucas Barrios (r.) erzielte für den BVB das Tor des Tages. © Getty
Danach stieg eine große Party: Mit einer rauschenden Show hat Borussia Dortmund seinen 100. Geburtstag gefeiert. Unter dem Motto “Danke für 100 Jahre echte Liebe“ bot der Fußball-Bundesligist seinen Fans ein rund 30-minütiges Spektakel. Auf der Hülle eines Riesenballs wurde mit einer Laserprojektion die an Höhepunkten reiche Erfolgsgeschichte des Traditionsclubs projiziert. © Getty
Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg (2:2): In Frankfurt herrschten noch vergleichsweise "milde" Temperaturen. Aus anderen Regionen der Republik wurden zweistellige Minusgrade gemeldet. © Getty
Nachdem es lange Zeit gut aussah für die Wolfsburger, glich Alexander Maier zehn Minuten vor Schluss für die Eintracht aus. © Getty
Frustbewältigung nach Wolfsburger Art: Diego Benaglio. © Getty
Und Edin Dzeko. © Getty
Für Wolfsburg-Coach Armin Veh könnte es eine frostige Winterpause werden: Weil der VfL wieder nicht gewonnen hat, steht er weiter unter großem Druck. Um seinen Job muss er aber zunächst nicht fürchten. Wolfsburgs mächtiger Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz: “Der Trainer steht nicht zur Disposition. Wir werden mit Armin Veh weiterarbeiten.“ © Getty
Hannover 96 - VfL Bochum (2:3): Hannover-Keeper Florian Fromlowitz trägt den Schal zum Gedenken an Robert Enke. © dpa
Nur auf die Bochumer nicht: Die erzielten ein Tor mehr als die Niedersachsen. © Getty
Erst sahen die Hannoveraner so aus. Durch einen Doppelpack von Jan Schlaudraff (6./33. Minute) gingen sie mit einer 2:0-Führung in die Pause. © Getty
Betretene Mienen bei den Hannoveranern eine Halbzeit später: Paul Freier (52.), Joel Epalle (54.) und Christian Fuchs (86.) drehten das Spiel. © Getty
H96-Coach Andreas Bergmann fasst sich an den Kopf: Sein Team hat seine Negativ-Serie fortgesetzt und im sechsten Spiel hintereinander einen Sieg verpasst. © Getty
Bayer Leverkusen - Bor. Mönchengladbach (3:2): Auch am Rhein war es nicht gerade tropisch warm. Trotzdem war die BayArena ausverkauft. Die Fans kamen, um die Herbstmeisterschaft zu feiern. Und sie konnten sie feiern! © dpa
Es war ein packendes Spiel mit viel Betrieb auf beiden Seiten. © Getty
Matchwinner war Toni Kroos (l.): Der Leverkusener erzielte einen Doppelpack. © Getty
Leverkusen ist Herbstmeister! Keeper René Adler musste nach Abpfiff viele Hände schütteln. © Getty
Frohe Weihnachten wünscht die Werkself. Danke, ebenfalls! © Getty
VfB Stuttgart - 1899 Hoffenheim (3:1): Das baden-württembergische Derby am Samstagabend gewannen die Schwaben gegen die Kraichgauer. Das 1:0 für den VfB erzielte Ciprian Marica per Elfmeter. "Sünder" Andreas Ibertsberger (l.) schaut zu - er hatte den Strafstoß mit einem Handspiel verursacht. © Getty
Dem Ausgleich erzielte Maicosuel mit einem Zauber-Freistoß. Er profitierte aber auch davon, dass Aliaksandr Hleb in der Mauer nicht mit hochsprang. © dpa
Sieht nicht aus wie ein Torjubel, ist aber einer! © Getty
Der Rasen sieht nicht nur rutschig aus, er ist es auch! Stuttgarts Celozzi bekommt es zu spüren. © dpa
Die gelb-rote Karte für Hoffenheims Luiz Gustavo war wohl mitentscheidend für die Partie: Danach drehte Stuttgart auf und kam durch Cacau (Foto) und Khedira zum 3:1-Sieg. © Getty
 
Hamburger SV - Werder Bremen (2:1): Früh gingen die Gastgeber durch Joris Mathijsen in Führung. Tim Wiese konnte den Ball nicht abwehren. © dpa
 
Nach einem Foul von Jerome Boateng an Bremens Marko Marin, der alleine auf dem Weg zum Tor war, gab es nicht nur Freistoß für Werder... © dpa
 
... sondern auch die Rote karte für den Hamburger Boateng. Die Entscheidung von Schiedsrichter Florian Meyer war für viele insgesamt zu hart. © dpa
 
Doch der HSV zeigte sich nicht geschockt, sondern nutzte einen Fehler des Bremer Torwarts Wise zum 2:0. Marcell Jansen war der Torschütze. © dpa
 
Bremen kam in der Nachspielzeit noch zum Anschlusstreffer, doch es reichte nicht mehr zum Ausghleich. Hamburg schlägt Bremen im Nordderby mit 2:1. © dpa
 
1. FC Köln - 1. FC Nürnberg (3:0): Zwei Krisen-Vereine trafen sich zum Abschluss der Hinrunde in Köln. Beide Vereine sind in den letzten Wochen aus dem Schwung gekommen. © dpa
 
Im rheinischen Schneetreiben kamen die Gastgeber mit den schwierigen Platzverhältnissen besser zurecht. © dpa
 
Nach einem Eckball von Chihi (37.) köpfte Geromel das erste Kölner Heimtor seit dem 17. Oktober, als Novakovic zum 1:0-Siegtreffer gegen den FSV Mainz 05 getroffen hatte. Damit vermied der Club auch einen unfreiwilligen Eintrag in die Bundesliga-Geschichtsbücher. © dpa
 
Milivoje Novakovic sorgte mit einem Doppelpack für den höchsten Saisonsieg der Kölner (70./77.). Nürnbergs Juri Judt sah wegen wiederholten Foulspiels noch die Gelb-Rote Karte (84.). © Getty
 
Die FC-Fans unter den 44 500 Zuschauern feierten den höchsten Saisonsieg ihrer Mannschaft mit "Oh, wie ist das schön"-Sprechchören. Nürnberg bleibt auf Abstiegsrang 17, die Kölner überwintern auf Rang 12. © dpa

Für Werder Bremen, das trotz des späten Anschlusstreffers von Naldo (90.+2) nach 23 ungeschlagenen Spielen in der Schlussphase der ersten Halbserie die zweite Niederlage nacheinander kassierte, rutschte mit sieben Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter ab auf Platz sechs. Vor 57 000 Zuschauern in der ausverkauften Hamburger Arena fand Werder nie zu seinem gefürchteten Kombinationsspiel und konnte die zahlenmäßige Überlegenheit nie nutzen. Eine enttäuschende Vorstellung bot dabei Mezut Özil, der in der 65. Minute ausgewechselt wurde. In der nickligen Partie sah Boateng in der 32. Minute wegen einer zweifelhaften Notbremse die Rote Karte.

Bei leichtem Schneefall und desolaten Platzverhältnissen fand der HSV besser ins Spiel. Kombinationssicherer und zweikampfstärker bestimmten die Gastgeber das Geschehen. Angetrieben vom überragenden Eljero Elia und Jansen, der sich wieder in Nationalmannschaftsform präsentierte, wurden die Bremer unter Druck gesetzt. Doch zunächst schnappte die Abseitsfalle der enorm hoch stehenden Werder-Abwehr, in der Sebastian Prödl und Petri Pasanen die verletzten Clemens Fritz und Sebastian Boenisch ersetzten, ein ums andere Mal zu.

Beim Eckball von Dennis Aogo in der 9. Minute aber schlief die Defensive der Gäste kollektiv. Jansen verlängerte und Mathijsen konnte per Kopf vollenden. Erste nach 27 Minuten war es Naldo, der in dieser Saison schon neun Pflichtspieltore erzielt hatte, der per Rückzieher an die Latte für die erste Bremer Chance sorgte.

Direkt im Gegenzug hätte Elia schon die Vorentscheidung in dem munteren Spiel der beiden Nord-Rivalen besorgen können. Stattdessen kassierte Boateng die Rote Karte: Der Nationalspieler war letzter Mann und brachte Marko Marin zu Fall, was Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf) als Notbremse wertete. Die wütenden Pfiffe der Fans verstummten allerdings schon vier Minuten später, als Elia die wieder weit aufgerückte Bremer Abwehr düpierte, Jansen mit glänzendem Blick freispielte und so das 2:0 vorbreitete.

Torhüter Wiese war weit aus seinem Tor geeilt und wurde von Jansens Lupfer kalt erwischt. Seinen Fehler wieder gut machte Wiese, als er einen Mathijsen-Kopfball mit einem Reflex von der Linie kratzte. Die linke Bremer Seite blieb der Schwachpunkt der immerhin mit einem Spieler mehr agierenden Gäste. Nach 57 Minuten hatte Trainer Thomas Schaaf genug und wechselte Stürmer Markus Rosenberg für Prödl ein. Gegen die einzige HSV-Spitze Petric, der in einer starken Viertelstunde nach der Pause zweimal (52./57.) am starken Wiese scheiterte, verteidigte Werder mit einer Dreierkette. In der umkämpften Partie vergaben Hunt (64./84.) und Marin (79./85.) den Anschlusstreffer, während Jansen (69.) das 3:0 verpasste.

Von Benjamin Haller, dpa

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