Mit allmächtigem Veh und neuen VW-Millionen zur Titelverteidigung

Armin Veh übernimmt von Felix Magathalle Posten beim neuen Deutschen Meister VfL Wolfsburg.
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Armin Veh übernimmt von Felix Magath alle Posten beim neuen Deutschen Meister VfL Wolfsburg.

Wolfsburg - Armin Veh erhält für den Sturm auf Europa und die Titelverteidigung die gleiche Machtfülle wie sein Vorgänger Felix Magath.

Der 48-Jährige wird als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer des VfL Wolfsburg arbeiten. "Wir wollen die Position so stark und stabil halten, wie es ratsam ist", sagte am Montag VW-Aufsichtsrat. Vehs Ziel ist die erneute Meisterschaft: "Auch wenn es nicht einfach wird, so etwas will man natürlich wiederholen", sagte der Coach am Montag bei seiner Vorstellung. Dafür erhält er auch die passende finanzielle Ausstattung. Der Volkswagen-Konzern will weitere Millionen in seine Tochtergesellschaft investieren, um so die Top-Stürmer Grafite und Edin Dzeko langfristig halten und neue Spieler in die Autostadt locken zu können.

Deutscher Meister 2009: VfL Wolfsburg

Die Wolfsburger Fans waren schon während des Spiels guter Dinge. Klar, die Ausgangslage war bereits vor der Partie bestens - und nach 15 Minuten gegen Bremen stand es ja auch schon 2:0. © dpa
Stürmer Grafite hatte mit seinen 28 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Gewinn der Wolfsburger Meisterschaft. © dpa
Sommermärchen, Teil 2. So kann man es aus Wolfsburger Perspektive durchaus sehen. © dpa
Die Fans huldigten Felix Magath... © dpa
... und der ganzen Mannschaft. © dpa
Der Big Boss mit dem noch größeren Boss: Meistermacher Felix Magath (l.) mit dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn. © dpa
Im Blitzlichtgewitter: Felix Magath. © dpa
Grün-Weiße Euphorie. © dpa
Der Parade-Wolf: Grafite. © dpa
Der spielte ja auch mit: Diego bestritt für Werder Bremen sein letztes Bundesliga-Spiel. Immerhin gelang dem Brasilianer (wechselt wohl zu Juventus Turin) noch ein Treffer. © dpa
Die Wolfsburger machten aber fünf. © dpa
Auch in den Straßen der VW-Stadt ging es hoch her. © dpa
Grafite war bei den Fans einer der gefragtesten Spieler. © dpa
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Ordner versuchten zwar, die euphorisierte Masse zurückzuhalten... © dpa
... doch die VfL-Fans bahnten sich ihren Weg. © dpa
Dieses Tor hat wohl keine Zukunft mehr in der Volkswagen-Arena... © dpa
Ein Tänzchen für die Mitspieler von Grafite. Rechts der schweizer Keeper Diego Benaglio mit Landesfahne. © dpa
Ein Moment vollendeten Glückes: Kapitän Josué präsentiert die Meisterschale. © dpa
Konfettiregen für den Deutschen Meister. © dpa
Jeder will sie berühren, die Meisterschale. © dpa
Christian Gentner (l.) und Sascha Riether. © dpa
Grafite verpasst Felix Magath die obligatorische Bierdusche. © dpa
Da macht selber trinken doch mehr Spaß. © dpa
Ein „Busserli“ für die Schale von Diego Benaglio. © dpa
„Da ist das Ding“. Felix Magath mit der Schale. © dpa
Meistermacher Felix Magath bejubelt seine dritte Deutsche Meisterschaft. © dpa
„Wo isch mei Kanon“, sagte einst VfB-Goalgetter Fritz Walter. Was Torschützenkönig Grafite sagte, ist nicht überliefert. © dpa
Wolfsburger Jubeltraube. © dpa
Edin Dzeko ganz genießerisch mit Zigarre. © dpa
Felix Magath (l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff beim Synchrontrinken. © dpa
Gratulation an Felix Magath und den VfL Wolfsburg! © AP

"Das ist hier eine spannende und schwere Aufgabe", kommentierte Veh zwei Tage nach dem Titelgewinn und dem Ende der Ära Magath. Zu dem in der Bundesliga einzigartigen Wolfsburger Modell der Dreifach-Funktion sagte er: "Ich habe das auch in der 2. Liga schon gemacht. Ich kenne mich da aus. Von daher ist das für mich nichts Neues." Veh lobte Magaths Arbeit in Wolfsburg und erklärte: "Die Mannschaft hat tollen und attraktiven Fußball gezeigt. Wir wollen versuchen, das wieder hinzukriegen." Für ihn hat das Engagement in Wolfsburg eine pikante Note, denn beim VfB Stuttgart war er ausgerechnet nach einer Niederlage gegen den VfL am 23. November 2008 entlassen worden.

Veh, der wie beim VfB von seinem langjährigen Assistenten Alfons Higl unterstützt wird, will den Kader weiter aufrüsten. "Wir werden uns, weil wir oben weiter mitmischen wollen und auch Champions League spielen, sicher verstärken", sagte der neue VfL-Allmächtige, der offiziell erst am 1. Juli anfangen darf. "Eine Mannschaft braucht das auch, dass du neue Impulse setzt", sagte Veh und sieht vor allem im Angriff Bedarf: "Wir brauchen noch einen Stürmer, der absolute Klasse hat."

Sparsam haushalten muss Veh in Wolfsburg nicht. "Ich verspreche, dass es auch in der nächsten Saison voll weitergeht", lautete die Aussage von VW-Chef Martin Winterkorn zur wirtschaftlichen Zukunft: "Es wird nicht weniger investiert." Magath hat in zwei Jahren rund 55 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. "Wir wollen nachhaltig im europäischen Fußball spielen", erklärte Winterkorn: "Man kann sich relativ gesichert vornehmen, unter den ersten Fünf zu spielen."

Alle Leistungsträger sollen gehalten werden, auch der umworbene Torjäger Dzeko. "Er hat alles andere als den Eindruck gemacht, als dass er gehen will", berichtete Geschäftsführer Jürgen Marbach über Gespräche mit dem 26-maligen Saisontorschützen Angreifer und dessen Berater: "Ich glaube nicht, dass er weg möchte." Interesse hat der VfL am dänischen Mittelfeldmann Thomas Kahlenberg (26/AJ Auxerre).

Trotz der großen Namen, die zu Beginn der Nachfolger-Suche gehandelt worden waren, scheint Veh der VfL-Wunschkandidat gewesen zu sein. "Sein großer Vorteil ist, dass er den Titel schon einmal errungen hat", sagte Marbach. "Er weiß also, wie man das macht. Und er weiß, wie es ist, wenn man als Meistertrainer in eine neue Saison geht." Die Champions League, die für den Club absolutes Neuland ist, kennt Veh ebenfalls aus seiner Stuttgarter Zeit.

Von Michael Rossmann, dpa

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