Felix Magath : Abschied mit Wehmut

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Der Meistermacher: Felix Magath .

Wolfsburg - Die Meister steigen auf, ausgerechnet ihr Macher steigt aber ab. Felix Magath wird sich nach dem Gewinn des deutschen Meistertitels mit dem VfL Wolfsburg wieder nach unten orientieren - auf eigenen Wunsch wohlgemerkt.

 “Im Leben muss man Entscheidungen treffen. Ich habe das getan. Insofern kann ich damit leben, dass ich in der kommenden Saison nicht mit dem VfL in der Champions League, sondern mit Schalke im DFB -Pokal spielen werde“, sagte der 55 Jahre alte Fußball-Lehrer zu seinem Abschied in Wolfsburg und zum Wechsel auf Schalke, wo man derzeit mehr von Tradition als von sportlicher Klasse lebt.

„Der VfL verkörpert auch ein Stück von mir“

Magath hat in den zwei Jahren Wolfsburg das geschafft, was andere Vereine in Jahrzehnten versuchen: Aus einem Abstiegskandidaten einen Champion zu machen. “Ich hatte hier die Möglichkeiten, meine Vorstellungen vom Fußball weitestgehend umzusetzen. Insofern steckt in dem, was der VfL jetzt verkörpert, auch ein Stück von mir“, sagte der scheidende Meister-Trainer, der seinen sechsten nationalen Titel als Spieler und Trainer mit an seinen neuen Arbeitsplatz nimmt.

Deutscher Meister 2009: VfL Wolfsburg

Die Wolfsburger Fans waren schon während des Spiels guter Dinge. Klar, die Ausgangslage war bereits vor der Partie bestens - und nach 15 Minuten gegen Bremen stand es ja auch schon 2:0. © dpa
Stürmer Grafite hatte mit seinen 28 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Gewinn der Wolfsburger Meisterschaft. © dpa
Sommermärchen, Teil 2. So kann man es aus Wolfsburger Perspektive durchaus sehen. © dpa
Die Fans huldigten Felix Magath... © dpa
... und der ganzen Mannschaft. © dpa
Der Big Boss mit dem noch größeren Boss: Meistermacher Felix Magath (l.) mit dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn. © dpa
Im Blitzlichtgewitter: Felix Magath. © dpa
Grün-Weiße Euphorie. © dpa
Der Parade-Wolf: Grafite. © dpa
Der spielte ja auch mit: Diego bestritt für Werder Bremen sein letztes Bundesliga-Spiel. Immerhin gelang dem Brasilianer (wechselt wohl zu Juventus Turin) noch ein Treffer. © dpa
Die Wolfsburger machten aber fünf. © dpa
Auch in den Straßen der VW-Stadt ging es hoch her. © dpa
Grafite war bei den Fans einer der gefragtesten Spieler. © dpa
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Ordner versuchten zwar, die euphorisierte Masse zurückzuhalten... © dpa
... doch die VfL-Fans bahnten sich ihren Weg. © dpa
Dieses Tor hat wohl keine Zukunft mehr in der Volkswagen-Arena... © dpa
Ein Tänzchen für die Mitspieler von Grafite. Rechts der schweizer Keeper Diego Benaglio mit Landesfahne. © dpa
Ein Moment vollendeten Glückes: Kapitän Josué präsentiert die Meisterschale. © dpa
Konfettiregen für den Deutschen Meister. © dpa
Jeder will sie berühren, die Meisterschale. © dpa
Christian Gentner (l.) und Sascha Riether. © dpa
Grafite verpasst Felix Magath die obligatorische Bierdusche. © dpa
Da macht selber trinken doch mehr Spaß. © dpa
Ein „Busserli“ für die Schale von Diego Benaglio. © dpa
„Da ist das Ding“. Felix Magath mit der Schale. © dpa
Meistermacher Felix Magath bejubelt seine dritte Deutsche Meisterschaft. © dpa
„Wo isch mei Kanon“, sagte einst VfB-Goalgetter Fritz Walter. Was Torschützenkönig Grafite sagte, ist nicht überliefert. © dpa
Wolfsburger Jubeltraube. © dpa
Edin Dzeko ganz genießerisch mit Zigarre. © dpa
Felix Magath (l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff beim Synchrontrinken. © dpa
Gratulation an Felix Magath und den VfL Wolfsburg! © AP

Zurückgelassen hat der passionierte Schachspieler, der ein äußerst gewiefter und hartnäckiger Stratege auf und neben dem Rasen ist, ein gut bestelltes Stück Fußball-Erde in der niedersächsischen Provinz. Mit vielen Ideen, klaren Konzepten, mit Durchsetzungsvermögen und natürlich auch mit 55 Millionen Euro vom Volkswagen-Konzern im Rücken stellte Magath eine Mannschaft auf die Beine, die schon jetzt internationales Niveau verkörpert und die auch Perspektive hat.

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“Um die Zukunft für den VfL ist mir nicht bange. Viele Spieler sind noch lange nicht an in ihrem Limit. Der Verein wird auch künftig um Titel spielen“, meinte der 43-malige deutsche Ex-Nationalspieler. Zu Recht, auch wenn sein Abschied mit einiger Unruhe verbunden sein dürfte. Und daran ist auch wieder Magath “schuld“. Schließlich war er es, der die Profis für sein Konzept ausgesucht hat. Und die haben ihren Marktwert um ein Vielfaches gesteigert und damit die Begehrlichkeiten zum Teil europäischer Top-Clubs geweckt.

Dzeko ist hin- und hergerissen

Wie im Fall Edin Dzeko, der hin- und hergerissen ist von seinem märchenhaften Aufstieg in Wolfsburg . Am liebsten würde er wohl ein “Knappe“ unter Magath werden (“Magath ist der beste Trainer, den ich bisher hatte“). Aber die Bundesliga ist kein Wunschkonzert, und Schalke hat nicht die Millionen, um seinen neuen “Reviervorsteher“ mit dem Begrüßungs-Geschenk zu überraschen.

dpa

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