Gomez legt Strategie für Wechselpoker fest

Mario Gomez (23) ist bei einem Wechsel 30 bis 35 Millionen teuer.
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Mario Gomez (23) ist bei einem Wechsel 30 bis 35 Millionen teuer.

München/Stuttgart - Der FC Bayern will im Wechsel-Poker um Mario Gomez hohe Beträge auf den Tisch legen. Der 23-jährige Stürmer hat jetzt seine Strategie für die Millionen-Verhandlungen ausgearbeitet.

Unmittelbar vor der Abreise mit der Fußball-Nationalmannschaft zu den Freundschaftsspielen in Shanghai und Dubai steckte Mario Gomez (23) - Wunschstürmer der Münchner - mit seinem Berater Uli Ferber die gemeinsame Linie für die Millionen-Verhandlungen um sein Gehalt und eine 30 bis 35 Millionen hohe Ablöse für den VfB Stuttgart ab. “Alles ist möglich“, betonte Ferber. “Unterschrieben ist noch nichts. Wir haben noch gar nicht über Zahlen gesprochen. Neben Bayern gibt es Interesse aus Italien und England. Es geht jetzt darum, was das Beste für Mario ist“, sagte der Gomez-Berater der “Bild“-Zeitung. Die Entscheidung solle noch vor der Abreise nach Asien am Dienstag fallen.

Die Interessenten, von denen die Bayern am offensivsten vorgehen, stehen Schlange. Dazu sollen auch der AC Mailand, Manchester City und Real Madrid gehören. “Bei Mario könnte ich mir auch vorstellen, dass er in jungen Jahren ins Ausland geht“, sagte Bundestrainer Joachim Löw zu den Wechsel-Gedanken seines Angreifers. “Mal bei einem Kaffee“ wolle er sich mit Gomez zusammensetzen und im Rahmen des DFB-Trips informieren.

Bayern-Trauma: Das Finale der Champions League 1999

Das Finale der Champions League 1999
Das Nou Camp in Barcelona sollte die Bühne der Krönung einer überragenden Saison des FC Bayern werden. Vor 98 000 Zuschauern sollte gegen Manchester United nach 1976 endlich wieder dir Krone des europäischen Klub-Fußballs nach München geholt werden. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Es begann vielversprechend. Mario Basler legte sich in der 6. Minute den Ball zum Freistoß zurecht. ManU-Keeper Peter Schmeichel rechnete mit einem heber über die mauer, doch Basler zielte auf das Torwart-Eck, das Schmeichel verließ... © dpa
Das Finale der Champions League 1999
... und traf zur frühen Bayern-Führung. Stefan Effenberg undSammy Kuffour feiern mit dem Torschützen, der eine Klasse-Leistung ablieferte. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Gary Neville im Kopfballduell mit Alexander Zickler. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Lothar Matthäus dirigert sein Team, das mehrere Großchancen ungenutzt ließ. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Wieder ist Zickler schneller am Ball - diesmal gegen Ronny Johnson. Der Sekt konnte kaltgestellt werden, die 90. Minute lief. Doch dann kam die erste Minute der Nachspielzeit... © ap
Das Finale der Champions League 1999
Die Bayern bekommen nach einer Ecke den Ball nicht weg, der eingewechselte Teddy Sheringham trifft zum Ausgleich. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Die Ecke kam von David Beckham , der wenig später (90.+3) erneut an die linke Eckfahne trabte. Eigentlich hatten sich alle anwesenden schon auf eine Verlängerung eingestellt. Doch dieser Eckstoß sollte zum Todesstoß führen. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Beckham bringt die Ecke hoch herein, Sheringham verlängert und Ole Gunnar Solskjaer bugsiert mit einem Reflex mit dem rechten Fuß den Ball unter die Latte. Der Jubel kannte keine Grenzen mehr bei den Inselkickern. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Michael Tarnat, Oliver Kahn und Mehmet Scholl sind am Boden . Trotz der dreifachen Absicherung bei der Ecke fiel noch das 1:2. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Einfach unglaublich. Hier feiern Stürmerstar Dwight Yorke undder damals 24-jährige David Beckham nach dem Abpfiff. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Mehmet Scholl muss tatenlos zusehen, wie die Spieler vonManU ausgelassen feiern. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Carsten Janckerund Stefan Effenberg können es nicht fassen. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Stefan Effenberg schwor sich noch in der Nacht, den Pott ein anderes Mal zu holen - zwei Jahre später sollte er als Kapitän den Cup holen. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Der verletzte Bixente Lizarazu versucht Carsten Janckerzu trösten - vergeblich. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Trainer Ottmar Hitzfeld läuft in Gedanken versunken an Markus Babbel vorbei. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Dem Pokal so nah und doch so fern. Bei der Siegerehrung müssen die Bayern-Spieler an der Trophäe, die sie fast schon sicher hatten, vorbei. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
Und dann hatte Manchester den Pokal... © ap
Das Finale der Champions League 1999
... und feierte ausgelassen den nicht für möglich gehaltenen Triumph. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Für ManU war es der zweite CL-Sieg nach 1968. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Er brachte das Team auf die Siegerstraße: Teddy Sheringham mit dem Cup mit den großen Ohren vor der ManU-Fankurve. © dpa
Das Finale der Champions League 1999
International: Zwei Norweger in englischen Trikots in einem spanischen Stadion mit dem europäischen Pokal. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Der Vater des Erfolgs ist der langjährige Trainer Alex Ferguson. Am 20. Juli 1999 schlug ihn Queen Elisabeth II . zum Ritter. © ap
Das Finale der Champions League 1999
Während die deutschen Zeitungen den Last-Minute-K.O. des FC Bayern betrauerten... © ap
Das Finale der Champions League 1999
... kannten die englichen Gazzetten kein Halten mehr und feierten den Sieg ManUs als historischen Triumph. © ap

Bis 2012 ist Gomez vertraglich an den VfB gebunden, aber dass er bei den Schwaben bleibt, erwartet keiner. “Ich würde Mario Gomez auf alle Fälle kaufen. So ein Mann würde uns gut zu Gesicht stehen“, sagte Bayern-Aufsichtsratsvorsitzender Franz Beckenbauer und ließ als Chef des Kontrollgremiums damit durchblicken, dass es “Grünes Licht“ für den Rekord-Transfer geben würde. Auch die Bayern-Profis würden den Torjäger willkommen heißen. “Mario ist ein Weltklasse-Spieler. Es gibt wenige Spieler mit solchen Fähigkeiten. Wenn er kommen würde, würde es uns freuen“, sagte Bastian Schweinsteiger über den Tor- Garanten des VfB, der im Nationaltrikot allerdings schon 733 Spiel- Minuten auf einen Treffer wartet.

Beim VfB bleibt auch mit Blick auf die zu erzielende Ablöse - eine Ausstiegsklausel für einen ausländischen Club besitzt Gomez, im Falle eines Mega-Deals mit den Bayern müsste frei verhandelt werden - cool. “Wir werden wieder versuchen, ihn zu halten“, sagte Sportdirektor Horst Heldt, der nach der Offerte aus München weitere Angebote erwartet. Im Stuttgarter Team wäre zumindest Führungsspieler Jens Lehmann dem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen im Falle eines Weggangs nicht böse. “Man könnte es Mario nicht verdenken, wenn er mal etwas anderes sehen wollte“, sagte der Torhüter. Falls der Deal aber schnell über die Bühne gehen soll, kann der Käufer eigentlich nur FC Bayern heißen - die Interessenten aus dem Ausland haben sich noch lange nicht so klar wie der deutsche Branchenprimus formiert.

Sollten die Bayern ihren seit Jahren beobachteten Wunschkandidaten tatsächlich verpflichten, dürfte im Angriff des Rekordmeisters auch die Wahrscheinlichkeit eines Abgangs steigen. Denn mit Gomez, Luca Toni, Miroslav Klose, Neuzugang Ivica Olic und Talent Thomas Müller hätte der FC Bayern sonst ein Überangebot. Am wahrscheinlichsten wäre wohl die Trennung vom körperlich ähnlichen, aber technisch schwächeren Toni. Der Italiener wird an diesem Dienstag 32 Jahre alt und dürfte die Blütezeit seiner Karriere hinter sich haben.

Eigentlich aber sind die Spekulation um Toni verfrüht, denn die Gomez-Seite legt sich - zumindest öffentlich - noch nicht fest. “Wir haben nie gesagt, dass Mario den VfB verlässt. Wenn eben nicht alles passt, dann bleibt er beim VfB“, erklärte Ferber. Nach dem dritten Rang der Schwaben und dem möglichen Start in der Königsklasse hat der VfB für Gomez wieder einen neuen Reiz. “Das Erreichen der Champions- League-Qualifikation ist sicherlich ein Vorteil für den VfB. Mario fühlt sich wohl beim VfB. Ich weiß, dass der VfB alles daran setzt, ihn zu halten“, verriet Löw.

dpa

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