Löw: „Spieler nehmen Asienreise wichtig“

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Reist trotz einer Risswunde am Kopf mit nach Asien: Robert Enke.

München - Vor dem Start nach China hat Joachim Löw die Asienreise der Fußball-Nationalmannschaft noch einmal als sinnvolle Mission verteidigt und Bastian Schweinsteiger als Vorbild gelobt.

Trotz einer bevorstehenden Knie-Operation sagte der Mittelfeldspieler des FC Bayern wie schon zuvor der am Kopf verletzte Torhüter Robert Enke den anstrengenden Fernost-Trip nicht ab; beide Akteure werden am Dienstag nach Frankfurt reisen und dort den Flieger nach Shanghai besteigen.

“Bastian wollte unbedingt dabei sein“, sagte Löw am Montag und wertete das als deutliches Signal dafür, dass sein 17-Mann-Notaufgebot den Neun-Tage-Trip nicht als lästige Strapaze angeht. “Ich spüre, dass die Spieler die Asienreise wichtig nehmen“, erklärte Löw: “Sie wollen jedes Länderspiel machen.“

Schweinsteiger wird sich nach der Rückkehr am 4. Juni einem “kleinen Eingriff“ am Meniskus unterziehen, sagte Löw und betonte: “Es besteht aber kein Risiko.“ Bei der Operation in Augsburg werde der Meniskus geglättet, berichtete der 65-malige Nationalspieler Schweinsteiger der “Bild“-Zeitung. Dies sei aber “keine große Geschichte“.

Auch der Hannoveraner Enke will trotz einer Risswunde auf dem Kopf im Kampf um die Nummer 1 in Abwesenheit der DFB- Pokalfinalisten René Adler (Bayer Leverkusen) und Tim Wiese (Werder Bremen) kein Länderspiel herschenken. “Es bietet sich die Chance, Pluspunkte zu sammeln“, sagte der 31-Jährige.

Besonders im Fokus stehen wird während und neben den Spielen am Freitag (14.00 MESZ/ARD) in Shanghai gegen China und vier Tage später im drückend heißen Dubai gegen die Vereinigten Arabischen Emirate Mario Gomez. Dass die laufenden Gespräche über einen möglichen Wechsel des Angreifers vom VfB Stuttgart zum FC Bayern ein Problem sein könnten, glaubt Löw nicht: “Das wird ihn nicht belasten.“ Der Bundestrainer hofft vielmehr, dass der drittbeste Bundesliga-Schütze (24 Saisontreffer) nach 733 Länderspiel-Minuten endlich auch wieder im Deutschland-Trikot trifft. “Mario kämpft um ein Tor. Es würde ihm gut tun. Unser Glaube an seine Stärke ist ungebrochen“, sagte Löw.

Ohne Stützen wie Kapitän Michael Ballack, Abwehrchef Per Mertesacker und WM-Torschützenkönig Miroslav Klose ist es sportlich trotzdem die wohl heikelste Mission in Löws Amtszeit, auch wenn der Bundestrainer ein mulmiges Gefühl zurückweist. “Nein, ich freue mich, dass wir ein paar Tage unterwegs sein können und viele junge Spieler dabei sind.“

Er erhofft sich allen Unkenrufen zum Trotz “viele wichtige Erkenntnisse für die nächsten Schritte zur WM 2010“. Auch nach der Absage des erkrankten Hamburgers Marcell Jansen hatte Löw auf eine Nachnominierung verzichtet. Er will mit dem Mini-Kader über die Runden kommen. “Einfliegen werden wir keinen“, kündigte er sogar für den Fall möglicher weiterer Ausfälle vor Ort an. “Wir wollten den Kader bewusst klein halten. Wir wollen allen Spielern garantieren, dass sie zum Einsatz kommen“, erläuterte Löw.

Das Länderspieldebüt-Versprechen an Torhüter Manuel Neuer (Schalke) sowie die Feldspieler Christian Gentner (Wolfsburg), Tobias Weis (Hoffenheim), Cacau und Christian Träsch (beide Stuttgart) soll den fünf Neulingen eine reelle Chance signalisieren, sich in den 30-köpfigen WM-Perspektiv-Kader spielen zu können, den Löw im Sommer zusammenstellen will. “Wir nehmen nur Spieler mit, die auch eine WM- Perspektive haben“, versicherte der Bundestrainer abermals. Nicht nur bei den Spielen und zwei öffentlichen Trainingseinheiten sollen Schweinsteiger & Co. in Shanghai und Dubai als Botschafter des deutschen Fußballs auftreten.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) richten am Vorabend der Partien jeweils einen Gala-Abend aus. “Wir sind wichtige Repräsentanten des deutschen Fußballs. Wir wollen uns gut präsentieren“, betonte Löw.

dpa

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