Magath warnt vor „unzufriedener“ Werder-Truppe

VfL-Coach Felix Magath: „Mir wäre es lieber gewesen, die Bremer als UEFA-Cup-Sieger zu begrüßen.“
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VfL-Coach Felix Magath: „Mir wäre es lieber gewesen, die Bremer als UEFA-Cup-Sieger zu begrüßen.“

München - Vermasselt der gescheiterte Europapokal-Finalist Werder Bremen dem VfL Wolfsburg noch den größten Coup der Vereinsgeschichte? „Unzufriedene Spieler sind gefährlich“, warnt VfL-Coach Magath seine Akteure. In Lauerposition warten Stuttgart und der FC Bayern.

“Mir wäre es lieber gewesen, die Bremer als UEFA-Cup-Sieger zu begrüßen. Zufriedene Spieler sind manchmal nicht so leistungsbereit. Unzufriedene sind gefährlicher“, sagte VfL- Trainer Felix Magath am Donnerstag. Trotz aller Warnungen des 55- Jährigen zweifelt aber eigentlich niemand mehr am ersten Meistertitel der Niedersachsen, dagegen ist der Dreikampf um die Champions-League- Millionen zwischen dem FC Bayern München, dem VfB Stuttgart und Hertha BSC umso spannender. Gibt es einen Sieger im Süd-Schlager oder ist am Ende der Club aus der Hauptstadt der lachende Dritte? “Das ist schon ein Endspiel. Das sind Spiele, in denen man was gewinnen, aber sehr viel verlieren kann“, betonte Münchens Kapitän Mark van Bommel.

“Ich habe mit den Vorbereitungen nichts zu tun. Ich kann nicht sagen, ob Bier oder Wasser ausgeschüttet wird.“

VfL Wolfsburgs Trainer Felix Magath zu den Vorbereitungen auf die eventuelle Meisterfeier in der Stadt Wolfsburg

Für Bayern geht es gegen den VfB ums Ganze, Hertha muss beim Karlsruher SC siegen. Auch wenn es öffentlich kein Thema ist, insgeheim hoffen die zwei Südclubs noch auf den Wolfsburger Wackler - ebenso wie Münchens Ex-Coach Jürgen Klinsmann. “Trotz allem werde ich die Daumen drücken, dass vielleicht noch ein Wunder passiert und der FC Bayern deutscher Meister wird. Auch wenn der Titel für Wolfsburg viel wahrscheinlicher ist“, meldete sich der 44-Jährige im Liga- Endspurt erstmals seit seiner Entlassung wieder zu Wort.

Klinsmann erwartet die Wolfsburger vorne und auch die Prominenz abseits der Bundesliga - von Hellmuth Karasek über Peter Struck bis zu Nicolas Kiefer - sieht den VfL als neuen Meister. Zum Abschied von Trainer Felix Magath geht dessen Team mit breiter Brust in das Liga- Finale. “Die Mannschaft hat sich in den vergangenen Wochen großes Selbstvertrauen erarbeitet und mit dem Einzug in die Champions League schon viel erreicht. Aber sie will noch mehr“, erklärte der zum FC Schalke wechselnde Coach.

Auch Jupp Heynckes verabschiedet sich vom FC Bayern nach seinem Kurzengagement als Klinsmann-Nachfolger. Der Bald-Kölner Lukas Podolski will seinem Förderer und sich selbst nach einer insgesamt wenig erbaulichen Saison zumindest ein Happy End bescheren. “Es war eine schöne Zeit für mich und es soll mit einem Sieg ein schöner Abschied werden“, sagte der 23-Jährige.

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Als eine weitere “Herkulesaufgabe“ bezeichnete Teamchef Markus Babbel das Spiel seines VfB. “Wir haben die Chance, etwas Außergewöhnliches zu erreichen. Ich spreche nicht vom Titel, sondern von Platz zwei.“ Um sich als Zweiter der Bundesliga direkt für die Champions League zu qualifizieren, muss der Tabellendritte beim punktgleichen deutschen Rekordmeister allerdings unbedingt gewinnen. Dennoch meinte Manager Horst Heldt: “Wir können entspannt nach München fahren. Wir haben nichts zu verlieren.“

Ganz so entspannt können die Stuttgarter allerdings nicht sein, wenn sie die Riesenchance auf Platz zwei - oder im Idealfall bei einer Wolfsburger Niederlage sogar auf den Titel - nutzen wollen. Schließlich sitzt ihnen Hertha BSC im Nacken. Dort ist die Stimmung angespannt und Coach Lucien Favre bleibt vor dem Endspiel eisern. Auch für das letzte Saison-Spiel der Berliner will Favre Nationalspieler Arne Friedrich keine Einsatz-Garantie geben.

“Ich mache mein Bestes, wie immer“, sagte der Schweizer Chefcoach nur kurz auf die Frage, ob Friedrich am Samstag gegen den Tabellen-Letzten Karlsruher SC wieder in der Anfangself stehe. Nach überstandener Knieverletzung hatte der Kapitän in den jüngsten Spielen der Berliner auf der Bank gesessen, war nur einmal kurz eingewechselt worden.

dpa

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