VfL Wolfsburg überragender deutscher Meister

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Jubel in Wolfsburg! Der VfL ist zum ersten Mal Deutscher Meister!

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg ist zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte deutscher Fußball-Meister. Das Team von Trainer Felix Magath sicherte sich am letzten Spieltag der 46. Bundesliga-Saison durch ein 5:1 gegen Werder Bremen den Titel.

Neben den “Wölfen“ spielt in der kommenden Saison Rekordchampion Bayern München in der Champions League, der am Samstag das “Endspiel um Rang zwei“ gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 gewann. Die Schwaben wurden dadurch Dritte und können noch die “Königsklasse“ über die Qualifikation erreichen, da Hertha BSC mit 0:4 beim Absteiger Karlsruher SC verlor.

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Grafite holt Torjägerkanone

Neben dem KSC muss Arminia Bielefeld den bitteren Gang ins Unterhaus antreten, für Energie Cottbus stehen gegen den Dritten der 2. Liga Relegations-Partien an. Für den UEFA-Cup-Nachfolger Europa League hat sich neben dem Vierten aus Berlin der Hamburger SV in letzter Minute durch das 3:2 bei Eintracht Frankfurt qualifiziert. Borussia Dortmund blieb nach dem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach nur der sechste Platz.

Die Volkswagen-Arena ein Tollhaus

Wer im Titel-Fernduell nervöse Wolfsburger erwartete, wurde früh eines Besseren belehrt. Beim Abschied von Meistermacher Magath verwandelten Zvjezdan Misimovic (6.) und Torschützenkönig Grafite (15.) schon in der Anfangsviertelstunde die Volkswagen-Arena in ein Tollhaus. Die Meisterparty konnte beginnen, erst recht als Bremens Prödl (26.) per Eigentor auf 3:0 erhöhte. Das Gegentor durch Diego (31.) störte im VfL-Lager da niemanden. Grafite mit seinem 28. Saisontor und Angriffspartner Dzeko (74.) machten den Festtag perfekt.

Deutscher Meister 2009: VfL Wolfsburg

Die Wolfsburger Fans waren schon während des Spiels guter Dinge. Klar, die Ausgangslage war bereits vor der Partie bestens - und nach 15 Minuten gegen Bremen stand es ja auch schon 2:0. © dpa
Stürmer Grafite hatte mit seinen 28 Saisontoren maßgeblichen Anteil am Gewinn der Wolfsburger Meisterschaft. © dpa
Sommermärchen, Teil 2. So kann man es aus Wolfsburger Perspektive durchaus sehen. © dpa
Die Fans huldigten Felix Magath... © dpa
... und der ganzen Mannschaft. © dpa
Der Big Boss mit dem noch größeren Boss: Meistermacher Felix Magath (l.) mit dem VW-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn. © dpa
Im Blitzlichtgewitter: Felix Magath. © dpa
Grün-Weiße Euphorie. © dpa
Der Parade-Wolf: Grafite. © dpa
Der spielte ja auch mit: Diego bestritt für Werder Bremen sein letztes Bundesliga-Spiel. Immerhin gelang dem Brasilianer (wechselt wohl zu Juventus Turin) noch ein Treffer. © dpa
Die Wolfsburger machten aber fünf. © dpa
Auch in den Straßen der VW-Stadt ging es hoch her. © dpa
Grafite war bei den Fans einer der gefragtesten Spieler. © dpa
Nach dem Schlusspfiff kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Die Ordner versuchten zwar, die euphorisierte Masse zurückzuhalten... © dpa
... doch die VfL-Fans bahnten sich ihren Weg. © dpa
Dieses Tor hat wohl keine Zukunft mehr in der Volkswagen-Arena... © dpa
Ein Tänzchen für die Mitspieler von Grafite. Rechts der schweizer Keeper Diego Benaglio mit Landesfahne. © dpa
Ein Moment vollendeten Glückes: Kapitän Josué präsentiert die Meisterschale. © dpa
Konfettiregen für den Deutschen Meister. © dpa
Jeder will sie berühren, die Meisterschale. © dpa
Christian Gentner (l.) und Sascha Riether. © dpa
Grafite verpasst Felix Magath die obligatorische Bierdusche. © dpa
Da macht selber trinken doch mehr Spaß. © dpa
Ein „Busserli“ für die Schale von Diego Benaglio. © dpa
„Da ist das Ding“. Felix Magath mit der Schale. © dpa
Meistermacher Felix Magath bejubelt seine dritte Deutsche Meisterschaft. © dpa
„Wo isch mei Kanon“, sagte einst VfB-Goalgetter Fritz Walter. Was Torschützenkönig Grafite sagte, ist nicht überliefert. © dpa
Wolfsburger Jubeltraube. © dpa
Edin Dzeko ganz genießerisch mit Zigarre. © dpa
Felix Magath (l.) und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff beim Synchrontrinken. © dpa
Gratulation an Felix Magath und den VfL Wolfsburg! © AP

Im 600 Kilometer entfernten München wurden die Wolfsburger Tore weniger erfreut aufgenommen. Dafür jubelte im Millionen-Spiel gegen den VfB der Münchner Anhang, nachdem Stuttgarts Verteidiger Khalid Boulahrouz (16.) seinen Keeper Jens Lehmann überwand. Mark van Bommel (60.) sicherte dem Rekordmeister dann endgültig die Champions-League- Teilnahme. Mario Gomez' Tor (63.) war für den VfB zu wenig.

Zahlreiche Videos von den Wolfsburger Meisterfeierlichkeiten finden Sie hier

Trauer bei der Hertha

Während an der Isar die Bayern und die Stuttgarter zufrieden sein konnten, gab es in Karlsruhe trotz des 4:0-Siegs der Hausherren bei beiden Clubs nur lange Gesichter. Denn die Tore von Sebastian Freis (33.), Maik Franz (40.) und Joshua Kennedy (62./71.) reichten dem KSC nicht für die Rettung in letzter Minute. Und bei der Hertha herrschte ebenfalls Trauer, nachdem die Chance auf die Königsklassen- Qualifikation auf der Zielgeraden vergeben wurde.

Auch in Bielefeld wurde gelitten. Dabei schien es nach der Führung durch ein Eigentor von Hannovers Mario Eggimann (2.) zunächst so, als ob “Feuerwehrmann“ Jörg Berger die Arminia würde retten können. Doch Jiri Stajner (57.) und Sergio Pinto (84.) schockten die Gastgeber mit ihren Treffern - und leisteten den Cottbusern Schützenhilfe. Artur Wichniareks Treffer zum 2:2-Endstand nutzte den Bielefelder nichts mehr.

BVB verpasst Platz 5

Die Hannoveraner Schützenhilfre wurde in der Lausitz dankend angenommen. Und die Elf von Bojan Prasnikar tat ihrerseits alles, um die beiden Relegationsspiele gegen Nürnberg oder Mainz zu erreichen und eventuell doch noch die Rettung zu schaffen. Emil Jula (50./69.) und Stiven Rivic (64.) schossen gegen den Pokalfinalisten Bayer Leverkusen das 3:0 heraus.

Sicher gerettet sind indes die Mönchengladbacher. Im Duell der Borussen kam die Elf von Trainer Hans Meyer zu einem 1:1 gegen Dortmund. Dante (57.) brachte die Hausherren in Führung, Jakub Blaszczykowski glich für den BVB aus. Damit verpassten die Dortmunder den Sprung ins internationale Geschäft.

Trochowskis Schuss ins Glück

Den sicherte sich der HSV dank eines Last-Minute-Treffers von Piotr Trochowski, der eine Berg-und-Talfahrt der Hanseaten zu einem versöhnlichen Abschluss führte. Im Fernduell mit dem BVB tat der HSV anfangs das in seiner Macht Stehende, um Rang fünf zu erklimmen. Kapitän David Jarolim (22.) und Ivica Olic (58.) trafen zum scheinbar beruhigenden 2:0, doch die Eintracht-Profis wollten ihrem scheidenden Trainer Friedhelm Funkel einen schönen Abschied bereiten. Alexander Meier (61.) und Caio (64.) trafen für die Frankfurter. Dies war zu wenig für die Hessen, da Trochowski den HSV doch noch jubeln ließ.

In den einzigen beiden Partien, in denen es um nicht mehr viel ging, verlor der FC Schalke 04 mit 2:3 gegen Herbstmeister 1899 Hoffenheim und der 1. FC Köln und der VfL Bochum trennten sich 1:1.

Alle Endergebnisse des 34. Spieltags:

VfL Wolfsburg - Werder Bremen 5:1

FC Bayern München - VfB Stuttgart 2:1

Karlsruher SC - Hertha BSC 4:0

Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund 1:1

Energie Cottbus - Bayer Leverkusen 3:0

Arminia Bielefeld - Hannover 96 2:2

Eintracht Frankfurt - Hamburger SV 2:3

1. FC Köln - VfL Bochum 1:1

FC Schalke 04 - 1899 Hoffenheim 2:3

Die Abschlusstabelle:

1 VfL Wolfsburg 34 21 6 7 80:41 39 69
2 Bayern München (M, P) 34 20 7 7 71:42 29 67
3 VfB Stuttgart 34 19 7 8 63:43 20 64
4 Hertha BSC 34 19 6 9 48:41 7 63
5 Hamburger SV 34 19 4 11 49:47 2 61
6 Borussia Dortmund 34 15 14 5 60:37 23 59
7 1899 Hoffenheim (N) 34 15 10 9 63:49 14 55
8 FC Schalke 04 34 14 8 12 47:35 12 50
9 Bayer Leverkusen 34 14 7 13 59:46 13 49
10 Werder Bremen 34 12 9 13 64:50 14 45
11 Hannover 96 34 10 10 14 49:69 -20 40
12 1. FC Köln (N) 34 11 6 17 35:50 -15 39
13 Eintracht Frankfurt 34 8 9 17 39:60 -21 33
14 VfL Bochum 34 7 11 16 39:55 -16 32
15 Borussia M'gladbach (N) 34 8 7 19 39:62 -23 31
16 Energie Cottbus 34 8 6 20 30:57 -27 30
17 Karlsruher SC 34 8 5 21 30:54 -24 29
18 Arminia Bielefeld 34 4 16 14 29:56 -27 28

dpa

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