Zwölf Nationalspieler spurlos verschwunden

Nairobi - Zwölf Spieler der Fußball-Nationalmannschaft von Eritrea sind nach einem regionalen Turnier in Kenia spurlos verschwunden - vermutlich, um vor der politischen Unterdrückung in ihrer Heimat zu flüchten.

Medienberichten zufolge kehrte das Team am Dienstag nicht nach Asmara zurück, sondern verschwand ohne weitere Informationen aus dem Mannschaftshotel. “Vielleicht spielten wirtschaftliche Gründe eine Rolle“, sagte Informationsminister Ali Abdu dem kenianischen Fernsehsender KTN. Es könne sich aber auch um einen Fall von Menschenhandel handeln.

Allerdings deuten die Erfahrungen der Vergangenheit darauf hin, dass die Sportler freiwillig in Kenia geblieben sind. Es wäre bereits das dritte Mal innerhalb von zehn Jahren, dass ein eritreisches Fußballteam sein Glück im Ausland sucht - so wie hunderte von Eritreern, die jedes Jahr ihrer von wirtschaftlichen Problemen und politischer Unterdrückung geprägten Heimat den Rücken kehren und in Nachbarländer fliehen.

Die abtrünnigen Kicker ließen sich nicht einmal durch die hohe Geldsumme von mehreren tausend Dollar, die sie vor ihrer Ausreise hinterlegen mussten, von der Entscheidung für ein neues Leben außerhalb Eritreas abhalten. Die Sicherheitsgebühr war nach der ersten Flucht eines Fußballteams eingeführt worden. Minister Ali Abdu wollte die Hoffnung auf eine Rückkehr der Fußballer dennoch nicht schon aufgeben. Er sagte dem britischen Rundfunksender BBC, die Sportler hätten zwar ihr Land betrogen, seien im Fall einer Rückkehr aber “willkommen zu Hause“.

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