Zum Tod von Kobe Bryant

Der Michael Jordan unserer Generation

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Kobe Bryant ist tot.

Los Angeles - Die Sportwelt ist erschüttert. Mit dem Tod von Kobe Bryant verliert der Basketball einen der größten Sportler aller Zeiten. Ein Nachruf.

Am Anfang steht die Nachricht: Kobe Bryant (41) ist mit seiner Tochter Gianna (13) bei einem Hubschrauber-Absturz im kalifornischen Calabasas zusammen mit sieben weiteren Personen ums Leben gekommen. Sie waren auf dem Weg zu einem Basketballspiel. Dies bestätigte die Los Angeles Times am gestrigen Sonntag (26. Januar). 


Die Nachricht stürzt die Sportwelt in eine Schockstarre. Viele Sportler auf der ganzen Welt trauern um einen Mann, der sich wie Wenige seiner Leidenschaft voll und ganz verschrieb.


Über das Phänomen Kobe Bryant gibt es hunderte Geschichten zu erzählen, die sich um sein Talent und seinen Ehrgeiz drehen, der ihn Zeit seiner Karriere auszeichnete. 

Da ist zum Beispiel die Anekdote, wie er einmal trotz einer Verletzung an seinem Wurfarm einfach weiterspielte - und stattdessen eben mit seiner schwächeren Hand Körbe am Fließband warf. 

Oder als er am 22. Januar 2006 die sagenhafte Punktzahl von 81 Punkten warf, in der Geschichte der NBA nur übertroffen vom großen Wilt Chamberlain (100 Punkte).

Es gibt so viele Anekdoten über Bryant, wenn man alle aufzählen würde, hätte man wahrscheinlich ein prall gefülltes Buch.

Kobe Bryant ist tot: Der Junge und der Ball

Bryant war der Basketball quasi in die Wiege gelegt worden. Der Sohn des ehemaligen Basketballspielers Joe Bryant war in Philadelphia zu Welt gekommen, aber aufgrund der Karriere seines Vaters in Italien aufgewachsen.Der bekennende Fan des AC Mailand entschied sich jedoch früh für den Basketball. 

Mit 17 wurde er von den Los Angeles Lakers unter Vertrag genommen, einem der großen Glamour Franchises der nordamerikanischen Basketballiga NBA. Er war einer der Ersten, die direkt von der Highschool in die Profiliga vorrückten, ohne den "normalen" Weg über den College-Basketball zu gehen.

Dem Verein sollte er seine ganze Karriere lang die Treue halten. Als er 2016 sein letztes Spiel machte, war er 37 Jahre alt. Er warf 60 Punkte.

Seine sportlichen Errungenschaften in diesen 20 Jahren sind kaum in Worte zu fassen:

Fünf Meisterschaften, zwei olympische Goldmedaillen, 18 malige Berufung ins NBA All-Star-Team, zwei mal bester Spieler in den Finals, 100 Spiele mit mehr als 40 Punkten in der regulären Saison, um nur einen kleinen Auszug seiner Erfolge zu nennen.

Kobe Bryant ist tot: Vom Ehrgeiz getrieben

Doch so außergewöhnlich und geradezu unmenschlich seine Leistungen auf dem Spielfeld waren hatte Bryant eine Persönlichkeit, die polarisierte. Sein Zwist mit dem zweiten Superstar der Los Angeles Lakers in den 2000er Jahren, Shaquille O`Neil, führte zu dessen Abgang im Jahr 2004 und damit auch zur Schwächung des Teams.

Bryant duldete niemanden neben sich, sein Ehrgeiz trieb ihn an, war aber auch gleichzeitig seine größte Schwäche.

Kobe Bryant ist tot: Die Schattenseite der Karriere

Der Vergewaltigungsvorwurf einer damals 19-jährigen Frau führte 2003 zu seiner Verhaftung. Vor Gericht wurde die Anklage aber fallengelassen, da die junge Frau die Aussage verweigerte. Bryant einigte sich mit ihr zwar außergerichtlich, der Schatten auf seiner Vita blieb jedoch bestehen.

Seiner Popularität gab dies keinen Abbruch. Bryant lebte in den Augen vieler den "American Dream", die Gewissheit, dass man mit harter Arbeit alles erreichen kann. 

Sein Tod lässt die gespaltene Gesellschaft der USA für einen kurzen Moment zusammenrücken. Aus allen Richtungen von Politik, Kultur und Sport kommen Beileidsbekundungen. 

Auch Dirk Nowitzki meldete sich via Twitter zu Wort: 

Kobe Bryant wird als Vorbild vieler in die Geschichte eingehen, als Paradebeispiel dafür, was erreicht werden kann, wenn man sich voll und ganz einer Sache verschreibt.

Seiner Tochter Gianna hatte er seine Leidenschaft für den Basketballsport vererbt. Ein Video, dass die zwei am Spielfeld zeigt, ging viral. 

Als der Hubschrauber abstürzte, waren die beiden auf dem Weg zu einem Basketballspiel von Gianna. Sie wollte auch Basketballspieler werden, so wie ihr Vater.

fgr

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