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Männer holen regulär Bronze

Bahnrad-Frauen vom Gold-Glück geküsst

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Miriam Welte (r.) and Kristina Vogel dachten erst, sie hätten Silber gewonnen

London - Kristina Vogel und Miriam Welte holen sich im Bahnrad-Teamsprint wegen zweier Disqualifikationen Gold. Wenig später ziehen ihre männlichen Kollegen mit Edelmetall nach.

Kristina Vogel und Miriam Welte schlugen die Hände vor den Mund und konnten ihr Glück kaum fassen. Gold? Ja, Gold! Die beiden deutschen Teamsprinterinnen hatten sich längst auf Silber eingestellt, sie waren eine Ehrenrunde gefahren, sie hatten mit ihren Familien gejubelt - doch dann beugte sich eine Reporterin der BBC über die Absperrung und sagte: Die Chinesinnen werden zurückgestuft - Wechselfehler.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Kristina Vogel und Miriam Welte waren sprachlos, bei der Siegerehrung schienen sie immer noch nicht zu verstehen, dass sie Olympiasiegerinnen waren. Und beflügelt vom Gold der Frauen retteten anschließend Rene Enders, Robert Förstemann und Maximilian Levy beim britischen Triumph mit Weltrekord zumindest Bronze gegen Australien. Nach dem Ausfall von Stefan Nimke war es ein versöhnliches Ende eines dramatischen Tages.

Kristina Vogel und Miriam Welte hatten gleich zweimal Glück. Schon in der ersten Runde waren die deutschen Weltmeisterinnen nur weitergekommen, weil Großbritannien ebenfalls zurückgesetzt wurde. Im Endlauf waren Welte und Vogel 0,179 Sekunden langsamer gewesen als die Chinesinnen, doch wegen Verlassens der Bahn wurden Gong Jinjie und Guo Shuang auf Rang zwei zurückgesetzt.

Auch die deutschen Männer hatten goldene Träume - und waren nach der Verletzung von Nimke zum Auftakt der Bahnradrennen durch ein Wechselbad der Gefühle gegangen. Nach einer Serie von Niederschlägen durften sie nach einem Sieg gegen Australien doch noch jubeln. Die Gastgeber mit Chris Hoy fuhren indes im Endlauf gegen Frankreich mit Weltrekord zu Gold.

Vogel und Welte wussten da noch immer nicht, wie ihnen gerade geschah. Ungläubig schüttelten die Erfurterin und die Kaiserslautererin immer wieder den Kopf. Hand in Hand stand das deutsche Duo dann auf dem Podium, sang mit glänzenden Augen die Hymne mit und herzte sich.

Für die deutschen Männer hätte der Wettkampf schon nicht schlechter beginnen können. Routinier und Leitfigur Nimke musste wenige Minuten vor der Qualifikation die Segel streichen. Der 34-Jährige aus Schwerin, die bei seinen letzten Olympischen Spielen wie in Athen 2004 Gold holen wollte, war wegen einer Muskelzerrung im Rücken nicht in der Lage zu starten.

Bis zuletzt war der viermalige Weltmeister und beste deutsche Bahnradfahrer der jüngeren Vergangenheit behandelt worden. Doch Nimke konnte vor Schmerzen kaum gehen und musste der bitteren Wahrheit ins Auge sehen. Für das Spiel mit den Hundertstel- und Tausendstelsekunden waren dies denkbar schlechte Voraussetzungen. Im Ringen um Details litt darunter zwangsläufig die Harmonie.

Das BDR-Trio wurde unter den Augen von Prinz William und seiner Gattin Kate Opfer der Umstände und verpasste das fest anvisierte Gold, das auch Bundestrainer Detlef Uibel als die wichtigste aller Medaillen auf der Bahn als klares Ziel ausgegeben hatte. Mit einer Energieleistung schafften sie zumindest noch den Sprung aufs Podium.

Vogel und Welte vertrauten hingegen wieder ihrem erfolgreich erprobten Ritual. Mit schwarz-rot-gold lackierten Fingernägeln waren beide an den Start gegangen, im Training hatten sie zudem Bestzeiten erzielt. Die Chinesinnen hatte das thüringisch-pfälzerische Duo aber wohl nicht so stark erwartet.

sid

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