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Enttäuschung über 100 m Freistil

Steffen: "Vielleicht ist meine Zeit vorbei"

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Britta Steffen kann's kaum fasst

London - Auch Britta Steffen konnte das deutsche Debakel im olympischen Pool nicht verhindern. Die letzte Medaillenhoffnung im Schwimmen ist dahin. Steffen gibt auf, freut sich aber auf Donnerstag.

Die 28-Jährige, vor vier Jahren in Peking noch Doppel-Olympiasiegerin, schied über 100 m Freistil schon im Halbfinale aus und raubte dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) die wohl letzte Medaillenhoffnung in London. „Vielleicht ist meine Zeit auf den 100 m Freistil einfach vorbei, aber die 50 m habe ich ja noch“, sagte Steffen.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

370 Tage nach ihrem WM-Fiasko in Shanghai fehlten der Dreifach-Europameisterin aus Berlin als Zwölfte 32 Hunderstel zum Endlauf am Donnerstag. In 54,18 Sekunden war die 28-Jährige zwar sieben Zehntel schneller als vor einem Jahr, als sie nach dem Vorlauf vorzeitig in die Heimat abgereist war. Doch an ihre Leistungen der DM und der EM im Mai, als sie so schnell geschwommen war wie seit ihren Weltrekorden 2009 nicht mehr, kam sie im Aquatics Centre bei weitem nicht heran.

Und dabei hatte sie nach ihrem Vorlauf am Mittwochmorgen noch alles versucht, um die bestmögliche Leistung abzurufen. „Ich hae auch noch mental gearbeitet und mein Rennen wissenschaftlich analysiert“, sagte sie: „Dabei haben wir festgestellt, dass die Wende nicht gut war.“ Am Ende blieb es trotz aller Analysen und Erkenntnisse beim Aus im Halbfinale.

Über 50 m hat die Doppel-Weltmeisterin von 2009 am Freitagmorgen zwar noch einen weiteren Start, die Chancen auf eine vordere Platzierung stehen aber eher schlecht. Damit ist die historische Pleite wohl unvermeidlich: Erstmals seit 1932 drohen die deutschen Schwimmer bei Olympischen Spielen ohne eine einzige Medaille zu bleiben. Schon Steffens Freund Paul Biedermann, als Weltrekordler und dreifacher WM-Dritter die zweite große Olympia-Hoffnung, war leer ausgegangen.

„Wenn ich sehe, was die anderen schwimmen, dann bin ich schon deutlich ins Hintertreffen geraten“, sagte Steffen, die im Vorlauf in 54,42 als 14. nur mit viel Mühe weitergekommen war: „Es fällt mir ein bisschen schwer, anerkennen zu müssen, dass ich vielleicht nicht mehr zur Weltspitze gehöre. Aber die Jugend kommt nach, und das kann man nicht aufhalten.“

Im Londoner Olympia-Becken ist ihr die junge Generation davongeschwommen. Von der 21 Jahre alten Staffel-Weltmeisterin Ranomi Kromowidjojo aus den Niederlanden als Schnellster (53,05), US-Jungstar Missy Franklin (17) und der chinesischen Jugend-Olympiasiegerin Tang Yi (19) sah sie nur die Füße. Nach den ersten 50 Metern lag die Berlinerin am Ende ihres Vorlaufs, dann arbeitete sie sich noch zwei Plätze vor.

Auch die EM-Dritte Daniela Schreiber scheiterte als 15. in 54, 39. Die 23-Jährige aus Halle/Saale war schon am Morgen mit der 4x200-m-Freistilstaffel im Vorlauf ausgeschiedne. Das Quartett mit Silke Lippok (Pforzheim), Theresa Michalak (Halle/Saale) und Annika Bruhn (Waiblingen) war in 7:58,93 Minuten nur auf Rang 13 gekommen.

Vor Olympia hatte sich Steffen noch unter den Besten der Welt gesehen. Als Nummer vier der Jahresweltbestenliste hatte sie von einer Medaille geträumt. Doch schon der Auftakt in London ging schief. Auf Anweisung ihres Trainers Norbert Warnatzsch schwamm sie als Startschwimmerin der 4x100-m-Freistilstaffel nur „90 bis 95 Prozent“, das Quartett mit Medaillenambitionen ging schon im Vorlauf baden.

Vor vier Jahren in Peking hatte Steffen den DSV noch vor einem Fiasko bewahrt. Mit ihren beiden Goldmedaillen übertünchte sie die ansonsten schwarze Bilanz mit nur zwei weiteren Finalteilnahmen. Diesmal ging der DSV vollends baden: Die Zielvereinbarung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sah zweimal Gold, zweimal Silber und zweimal Bronze vor. Selbst die Ausbeute der WM in Shanghai, mit drei Bronzemedaillen die schlechteste der Geschichte, war unerreichbar.

sid

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