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Gold-Serie gerissen

Dressur-Silber für den toten Trainer

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London - Die goldene Serie ist gerissen, doch die deutschen Dressurreiterinnen feiern ihre Silbermedaille wie einen Olympiasieg. Die Gedanken sind bei ihrem toten Trainer.

Mit der Medaille um den Hals einte Deutschlands silberne Dressurreiterinnen der Gedanke an ihren toten Trainer Horst Schmezer und das sichere Gefühl, dass er irgendwie dabei war. „Er kriegt das bestimmt mit. Er ist zwar nicht hier, aber wir vergessen ihn nicht. Er schaut von oben zu“, sagte Helen Langehanenberg, die mit einem soliden Ritt zum Abschluss Platz zwei in der Mannschaftswertung hinter Olympia-Gastgeber Großbritannien gesichert hatte. Bundestrainer Schmezer war am 19. April in einem Hotelzimmer in 's-Hertogenbosch einem Herzinfarkt erlegen.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Und so war die Silbermedaille, die Gold wert war, für Langehanenberg, Youngster Kristina Sprehe und Dorothee Schneider ein stiller Triumph. Einer im Gedenken an einen Freund und Berater, der ihnen mit seiner ruhigen Art die Erfolgsspur gezeigt hatte, auf der sie sein Nachfolger Jonny Hilberath im Greenwich Park nun ans silberne Ziel geführt hatte.

Hilberath, für den die vergangenen Tage „sehr emotional“ waren, platzte nach dem Erfolg fast vor Stolz: „Es war kaum zu erwarten, was die Mädels hier abgeliefert haben. Mehr war nicht drin“, sagte er.

Vor 23.000 begeisterten Zuschauern im Greenwich Park ritten die deutsche Meisterin Langehanenberg (Havixbeck), Kristina Sprehe (Dinklage) und Dorothee Schneider (Framersheim) im Grand Prix Special wie entfesselt. „Wir haben natürlich ein bisschen von Gold geträumt“, gab Hilberath ehrlich zu. An der bärenstarken britischen Equipe führte trotz hervorragender Leistungen aber kein Weg vorbei.

„Deshalb haben wir Silber gewonnen und nicht Gold verloren“, stellte der Dressurausschuss-Vorsitzende Klaus Roeser umgehend fest. Immerhin ließ das Trio unter anderem die Niederländer hinter sich, die mit der dreimaligen Olympia-Siegerin Anky van Grunsven und Weltrekordler Edward Gal durchaus gut besetzt sind.

Vor ihrem finalen Ritt wirkte Langehanenberg noch angespannt, auch die Prüfung ließ den Glanz und die Lockerheit vergangener Auftritte vermissen. Am Ende hatten die kleinen Schwächen bei den Piaffen aber keine Auswirkung mehr auf den Ausgang, die 78,937 Punkte reichten am Ende zur Silbermedaille.

An zweiter Stelle hatte im Nieselregen von London zuvor auch Sprehe mit Desperados gepatzt. Das Duo, seit Wochen in bestechender Form, leistete sich in seiner Prüfung einige Wackler - den auffälligsten, als der Hengst während der Passage einen großen Satz nach vorn machte. Entsprechend geknickt kommentierte die 25-Jährige den mit 76,254 Punkten bewerteten Auftritt. „Über den Fehler habe ich mich sehr geärgert. Desperados war heute etwas nervöser“, meinte Sprehe.

Schon beim Einreiten ins Stadion hatte zuvor Schneider gestrahlt, und nach einem ausbalancierten und erneut überzeugenden Ritt war der Bundestrainer zu Scherzen aufgelegt gewesen. „Felsmassiv, plumps“, beschrieb Jonny Hilberath die von ihm gefallene Last, „auch ich hätte das nicht besser machen können.“

Mit sehr sanften Befehlen aus dem Handgelenk dirigierte die 43-Jährige ihre Stute zielsicher durch das Viereck, auch die Piaffen gelangen noch einen Tick besser als im Grand Prix, in dem das Pferd nicht immer auf der Stelle trabte. „Ich bin super zufrieden, Diva war heute konzentrierter“, sagte Schneider danach. Allerdings habe sie sich etwas mehr als die 77,571 Punkte erhofft.

Dass die deutsche Mannschaft mit ihrem Wunderhengst Totilas die Goldmedaille quasi sicher gehabt hätte, hielt Roeser für reine Spekulation. „Auch er müsste hier erstmal reiten. Klar könnten wir jedes Paar, das über 80 Prozent reitet, gut gebrauchen. Aber das ist alles hypothetisch“, erklärte Roeser.

sid

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