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Hannawald: Ohne Stress in die erste Rennsaison

Sven Hannawald hat seine Karriere als Skispringer 2005 beendet
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Sven Hannawald hat seine Karriere als Skispringer 2005 beendet

Stuttgart - Vorfreude und Ehrgeiz, aber kein übermäßiger Druck: Vierschanzentournee-Legende Sven Hannawald will nach überstandenem Burn-out seine neue Laufbahn mit der richtigen Mischung angehen.

“Ich war früher schon professionell und kann Sachen nicht halb machen“, sagte der 35 Jahre alte Münchner am Mittwoch in Stuttgart. Mit einer Corvette des Teams Callaway startet der ehemalige Skisprung-Star am Wochenende in Oschersleben im ADAC GT Masters in seine erste komplette Motorsport-Saison. “Aber ich habe da keinen Stress, ich bin ja nicht in der Favoritenrolle“, sagte Hannawald. “Wenn ich wieder mit dem Springen anfangen würde, dann hätte ich richtig Druck. Aber das ist einfach etwas Neues und Spannendes.“

Seit dem Ende seiner Skisprung-Karriere 2005 hatte Hannawald bei verschiedenen Gaststarts “ein bisschen Rennluft geschnuppert, weil einfach jeder Junge gerne schnelle Autos fährt“. Im vergangenen Jahr habe er aber gemerkt, dass ihm die sporadischen Starts nicht mehr reichen. “Da fährt man sowieso nur hinterher - und das nimmt mir als früherem Profi-Sportler relativ schnell den Spaß“, sagte der zweimalige Skisprung-Weltmeister.

Als bisher einziger Skispringer hatte Hannawald in der Saison 2001/02 alle vier Wettbewerbe der Vierschanzentournee gewonnen und damit Sport-Geschichte geschrieben. Doch der Mannschafts- Olympiasieger litt an Depressionen und begab sich gut zwei Jahre später wegen eines Burn-out-Syndroms in stationäre Behandlung.

“Jetzt habe ich eine neue Herausforderung gefunden“, betonte Hannawald. Die 14 Läufe betrachtet er als Lehrjahr. Die gut 500 PS starke Corvette teilt sich der Neueinsteiger mit Thomas Jäger, der unter anderem von 2000 bis 2003 für Mercedes im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) fuhr. Bei den jeweils zwei Rennen pro Wettkampf- Wochenende wechseln sich die beiden Teamgefährten immer beim Boxenstopp ab. “Es ist gut, dass ein Profi mit mir im Auto sitzt“, erklärte Hannawald. “Anhand der Daten kann ich genau sehen, wo er wie schnell fährt, wo er bremst und mich eins zu eins damit vergleichen. So kann ich in kurzer Zeit viel lernen.“

Und Lernbedarf sieht der frühere Ausnahme-Skispringer reichlich. “Ich muss mich immer noch überwinden, wenn ich mit meinem natürlichen Instinkt eine Gerade entlang pfeffere und auf den Bremspunkt zufahre. Ich muss da reinwachsen, und das braucht Zeit“, gestand Hannawald. Die will er sich nehmen: “Das Engagement mit dem Team ist erstmal für ein Jahr. Aber ich denke, dass ich Motorsport auf jeden Fall langfristig machen will.“

dpa

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