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Nach Rassismus-Eklat in Tokio

„Hol dir die Kameltreiber“: DOSB schickt Skandal-Funktionär von Olympia nach Hause

Patrick Moster sorgt bei Olympia für Skandal
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Patrick Moster sorgt bei Olympia für Skandal

Tokio - Der Sportdirektor des Bundes Deutscher Radfahrer, Patrick Moster, hat bei den Olympischen Spielen in Tokio für einen Rassismus-Skandal gesorgt. Jetzt greift der zuständige Verband durch und schickt den Funktionär nach Hause.

Update, 29. Juli, 8.20 Uhr - DOSB schickt Trainer nach Hause

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) greift durch: Rad-Sportdirektor Patrick Moster muss nach seiner rassistischen Entgleisung („Hol‘ dir die Kameltreiber!“) während des Zeitfahrens der Männer bei den Olympischen Spielen in Tokio vorzeitig die Heimreise antreten. Das berichtet die Deutsche Presseagentur (dpa). Moster hatte sich am Mittwoch nach dem Vorfall mehrfach öffentlich entschuldigt.

Update, 15.38 Uhr - Moster gibt Statement im ZDF

In einem ZDF-Interview zu dem Thema ist Moster mit den rassistischen Entgleisungen konfrontiert worden. Er entschuldigte sich mehrfach. „Es tut mir aufrichtig von Herzen leid, das darf nicht passieren.“ sagte der Leistungssportdirektor des Bundes deutscher Radfahrer. „Ich bin jemand der für die Werte des Sportes steht und sie auch aktiv lebe“, fügte er daraufhin noch an. Zudem rechnet er damit seine Funktion auch weiterhin bei den olympischen Wettbewerben und darüber hinaus auszuüben.

Wenige Momente später äußerte sich auch der Präsident des Deutschen olympischen Sportbunds (DOSB) Alfons Hörmann zu dem Vorfall. Er verurteilte die rassistischen Entgleisungen zutiefst, sofortige Konsequenzen in der Personalie Moster wollte er aber nicht ziehen, da er nach einem Kritikgespräch mit Moster nicht davon ausgeht, dass sich ein solcher Vorfall wiederholen wird.

Vorbericht - Deutscher Raddirektor sorgt für Rassismus-Skandal

Tokio - Skandal um Patrick Moster, den Leistungssportdirektor beim Bund deutscher Radfahrer während des Einzelzeitfahrens bei den Olympischen Sommerspielen in Tokio.

Als der deutsche Radprofi Nikias Arndt auf dem rund 22 Kilometer langen Rundkurs an ihm vorbeifährt, will Moster ihn anfeuern und vergreift sich dabei komplett in seiner Wortwahl: „Hol die Kameltreiber! Hol die Kameltreiber!“ ruft der Radsportdirektor ihm hinterher. Vor Arndt fuhren zu diesem Zeitpunkt der Algerier Azzedine Lagab und Amanuel Ghebreigzabhier aus Eritrea.

ZDF-Kommentator Florian Naß reagiert blitzschnell: „Patrick Moster war derjenige, der da eben gerufen hat“ kommentiert Naß die Szene. „Und ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn ich das so richtig verstanden habe, was er da gerufen hat, dann war das total daneben, aber mal sowas von daneben. Da fehlen mir die Worte.“ schiebt der Kommentator dann noch nach.

„Sowas hat im Sport überhaupt nichts verloren“, stellt Naß dann weiter klar. „Das ist absolut unterirdisch. Pardon, da fällt mir nichts ein. Und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einem internationalen Rennen teilnimmt, bei dem Kameras und Mikrofone aufgestellt sind. Das ist unwürdig.“

Auch der angefeuerte Nikias Arndt selbst zeigt sich auf Twitter schockiert: „Ich bin entsetzt über die Vorfälle beim heutigen olympischen Zeitfahren und möchte mich hiermit deutlich von den Aussagen des sportlichen Direktors distanzieren! Solche Worte sind nicht akzeptabel“

Moster entschuldigte sich für seine Entgleisung nach dem Rennen: „Ich stand in der Verpflegung und habe Nikias Arndt angefeuert. Im Eifer des Gefechts und mit der Gesamtbelastung, die wir momentan hier haben, habe ich mich in der Wortwahl vergriffen. Es tut mir unendlich leid, ich kann nur aufrichtig um Entschuldigung bitten. Ich wollte niemanden diskreditieren“, sagte Moster am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Der Deutsche Olympische Sportbund kündigte bereits eine Reaktion an. „Das Team D steht für die Einhaltung der olympischen Werte Respekt, Fairplay und Toleranz und lebt diese in all ihren sportlichen Wettbewerben“, sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Es ist wichtig, dass sich Patrick Moster unmittelbar nach dem Wettkampf entschuldigt hat. Wir werden noch heute das persönliche Gespräch mit ihm suchen und die Situation aufarbeiten.“

nt/dpa

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