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"Ich habe ihn zerstört": Van Gerwen greift bei Darts-WM nach dem Titel

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Van Gerwen will den Titel.

Michael van Gerwen marschiert bei der Darts-WM in London schier unaufhaltsam von Sieg zu Sieg. Der dritte Weltmeistertitel scheint für "Mighty Mike" am Neujahrstag nur noch Formsache.

London/Köln - Michael van Gerwen ballte beide Hände zur Faust, gab einen mächtigen Jubelschrei von sich und klopfte Gary Anderson nach seiner Machtdemonstration respektvoll auf die Schulter. Das erhoffte Spektakel im Traum-Halbfinale der Darts-WM war zwar ausgeblieben, der Weltranglistenerste aus den Niederlanden lieferte beim 6:1 gegen seinen schottischen Dauer-Rivalen aber eine umso beeindruckendere Solo-Show ab.

Van Gerwen vor dem dritten WM-Titel

Im Finale am Neujahrstag (21.00 Uhr/Sport1 und DAZN) greift van Gerwen nach seinem dritten WM-Titel, alles andere als ein Sieg gegen den englischen Außenseiter Michael Smith wäre eine Überraschung. Keine Stunde benötigte der übermächtige "Mighty Mike" am Sonntagabend, um die Titelträume des Weltmeisters von 2015 und 2016 zu begraben. "Ich habe ihn am Anfang wirklich zerstört", sagte van Gerwen nach dem Spiel gegen Anderson bei Sport1: "Er hatte keine Chance."

Was überheblich klingen mag, entspricht allerdings auch der Realität. Van Gerwen überzeugte gegen den "Flying Scotsman" von Beginn an, spielte fast fehlerfrei und gewann zwischenzeitlich sogar acht Legs in Folge. "Was willst du mehr? Ich habe ihm keine Zeit zum Atmen gegeben und durch meine guten Finishes viel Druck ausgeübt", sagte der 29-Jährige.

Anderson entschuldigte sich nach der Blamage bei seinen Fans: "Sorry, MvG hat mir gerade den Arsch aufgerissen", schrieb der 48-Jährige auf Twitter. Und damit war der Weltranglistenvierte bislang nicht der Einzige.

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Van Gerwen unschlagbar

Denn im Londoner "Ally Pally" scheint van Gerwen in diesem Jahr unschlagbar zu sein, kein Gegner brachte "The Green Machine" bisher auch nur annähernd ins Schwitzen. Neben Anderson hatten auch Ryan Joyce (5:1), der zweimalige Weltmeister Adrian Lewis (4:1) und Alan Tabern (3:1) sowie Deutschlands Hoffnungsträger Max Hopp (4:1) keine Chance. "Ich arbeite Woche für Woche hart, um hier so eine Leistung abzuliefern", sagte van Gerwen.

Nun steht der Weltmeister von 2014 und 2017 zum vierten Mal im WM-Finale - und hat damit einen weiteren Faktor auf seiner Seite: Erfahrung. Die Rollen im Endspiel gegen Smith sind klar verteilt, der Weltranglistenzehnte kämpft erstmals um die Sid-Waddell-Trophäe und das Sieger-Preisgeld von 500.000 Pfund (etwa 555.000 Euro).

Großer Showdown um den Titel

"Es wird ein phänomenales Finale werden. Das bedeutet die Welt für mich", sagte van Gerwen. Gegen Smith könnte der Darts-Dominator aber tatsächlich ins Schwanken geraten, der 29-Jährige galt schon vor dem Turnier als Geheimfavorit und bestätigte seine Ambitionen mit beeindruckenden Leistungen.

Im Halbfinale gegen den WM-Debütanten Nathan Aspinall stellte der "Bully Boy" mit 17 perfekten Aufnahmen einen Rekord auf - mehr 180er waren noch keinem Spieler in der Vorschlussrunde gelungen.

Im großen Showdown um den Titel benötigt Smith wohl dennoch eine unmenschliche Leistung, um van Gerwen aufzuhalten. Doch im Darts ist alles möglich - das bewies im vergangenen Jahr etwa Weltmeister Rob Cross, der Darts-Legende Phil Taylor mit einer Niederlage im WM-Finale in den Ruhestand geschickt hatte.

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SID

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