Mehrere Deutsche scheiden aus

Kerber bei US Open in Runde drei

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Angelique Kerber ist bei den US Open nach einem Dreisatz-Krimi gegen Venus Williams in die dritte Runde eingezogen.

New York - Die deutschen Tennisspieler scheiden bei den US-Open reihenweise aus. Nicht so Angelique Kerber. Sie besiegte Konkurrentin Venus Williams in einem Dreisatz-Krimi.

Angelique Kerber ist bei den US Open nach einem Dreisatz-Krimi gegen Venus Williams in die dritte Runde eingezogen. Deutschlands beste Tennisspielerin setzte sich am Donnerstag (Ortszeit) gegen die zweimalige US-Open-Siegerin nach einer packenden und am Ende hochklassigen Partie mit 6:2, 5:7, 7:5 durch.

Nach 2:45 Stunden verwandelte die 24 Jahre alte Vorjahres-Halbfinalistin ihren ersten Matchball und feierte im vierten Duell den dritten Sieg gegen die 32 Jahre alte Amerikanerin. Die Weltranglisten-Sechste Kerber trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in New York nun auf Olga Goworzowa aus Weißrussland.

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So stöhn ist das Damentennis!
Seien Sie froh, dass diese Fotostrecke keinen Ton hat - aber dafür ganz viel Foto: So stöhn ist das Damentennis! © Getty
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Hier sehen Sie die Queen des lauten Schreis: Maria Scharapowa. © Getty
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Die schöne Russin bringt es auf unfassbare 101 Dezibel. Das entspricht einer lauten Motorsäge und liegt knapp unter der Schmerzgrenze - für manche ihrer Gegnerinnen auch deutlich darüber. © Getty
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Bei so viel Geschrei geraten die spielerischen Fähigkeiten Scharapowas fast in den Hintergrund. © Getty
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Doch sie ist bei weitem nicht die einzige Spielerin, die grunzt, schreit oder stöhnt. © Getty
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Dinara Safina, die Schwester von Marat Safin, unterstrich ihre Schläge oft mit einem Ä-Ton. © Getty
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Ääääääääh! © Getty
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Auch Elena Dementieva gab gern Laute von sich, die vor allem männliche Fans grübeln ließen © Getty
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Obacht, gleich kommt's! © Getty
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Die Sache mit dem Stöhnen hat übrigens nicht zwangsläufig etwas mit Extrakraft zu tun. © Getty
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Denn auch bei wahren Kraftpaketen wie den Williams-Schwestern, hier Venus, geht es lautstark zur Sache © Getty
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Serena steht ihrer Schwester auch da in nichts nach. © Getty
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Duelle unter den Schwestern sind ein wahrer Ohrenschmaus. © Getty
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Andrea Petkovic (l.) kann nicht nur gut tanzen, nein, ...  © Getty
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... vor ihren Siegen gibt sie lautstark alles! © Getty
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Auch Victoria Azarenka konnte glatt als Sirene durchgehen. © Getty
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Das hier war allerdings ein Jubelschrei. © Getty
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Michelle Larcher de Brito schlug sie alle! Zwar nicht im Tennis, sondern im Schreien. © Getty
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Mit 109 Dezibel war sie die lauteste Spielerin von allen. © Getty
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Und wer hat's erfunden? Hier sehen Sie die Mutter des Stöhnens, Monica Seles. © Getty
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Schon in ihren Duellen mit Steffi Graf ging sie deutschen Zuschauern damals gehörig auf den Zeiger. © Getty
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Kommen wir zu den tieferen Tonlagen. © Getty
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Francesca Schiavones Urschreie waren deutlich tiefer als die der Konkurrenz. © Getty
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Und jetzt kommen wir zu den ganz tiefen Tönen. Denn wer denkt, dass nur Frauen stöhnen, liegt falsch. © Getty
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Die weltbesten Männer tun's auch, zum Beispiel Novak Djokovic. © Getty
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Oder Rafael Nadal, der seine Schläge ebenfalls akustisch untermalt © Getty
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Genau so! Roger Federer ist übrigens mucksmäuschenstill. © Getty
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Auch bei den Männern gibt es zwei Ur-Stöhner. © Getty
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Jimmy Connors ... © Getty
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... und Andre Agassi.  © Getty
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Bei ihm beschwerten sich die Gegner Ende der 80er-Jahre als Erstes, aber noch immer gibt es keine Lautstärkeregeln. Und so bleibt das Gestöhne ein Teil des Tennis! Nur auf den Tribünen gilt weiterhin: Quiet, please! © Getty

„Es ist unglaublich. Ich bin so glücklich, hier in der dritten Runde zu stehen. Es war ein hartes Stück Arbeit. Alle waren gegen mich, aber es ist immer ein wunderbares Gefühl, hier in der night session zu spielen“, sagte Kerber unmittelbar nach dem Match.

Für die große deutsche Hoffnungsträgerin war es im vierten Duell mit der siebenfachen Grand-Slam-Siegerin aus den USA der dritte Sieg. Die 24 Jahre alte Kielerin hatte die ältere der beiden Williams-Schwestern in diesem Jahr schon auf Sand in Madrid und auf dem Rasen von Wimbledon bei den Olympischen Spielen besiegt.

Auch in dem bis zum letzten Punkt umkämpften Zweitrunden-Match im größten Tennisstadion der Welt gelang Kerber am Ende ein weiterer Coup. Im zweiten Satz war sie beim Stand von 5:4 schon zweimal nur zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt. Doch Kerber ließ sich auch vom Gejohle und von den Zwischenrufen der Zuschauer verunsichern. Zwei Satzbälle wehrte sie noch ab, beim dritten landete ihr Ball im Netz.

Die mittlerweile nur noch auf Platz 46 der Weltrangliste geführte Venus Williams fand im nicht ganz vollen Arthur Ashe Stadium nach ihrem völlig missratenen ersten Satz nun plötzlich zu alter Stärke zurück. Kerber dagegen wirkte nicht mehr ganz so souverän wie im ersten Durchgang, als sie auf fast jeden Schlag ihrer 32 Jahre alten Gegnerin eine Antwort wusste. Im dritten Satz lag sie bereits 2:4 zurück, beim Stand von 4:5 wiederum trennten sie nur zwei Punkte ihrer Gegnerin von einer Niederlage - doch am Ende streckte die Kielerin mit einem Siegerlächeln kurz den Zeigefinger in die Luft.

Keine Chance gegen Federer: Phau bei US Open raus

Björn Phau war hingegen weniger erfolgreich: Er ist bei den US Open als achter deutscher Tennisspieler ausgeschieden. Der 32-Jährige aus Weilerswist verlor am Donnerstag (Ortszeit) erwartungsgemäß gegen den Weltranglisten-Ersten Roger Federer mit 2:6, 3:6, 2:6. Der Schweizer trifft bei dem Grand-Slam-Turnier in New York nun auf den Spanier Fernando Verdasco. Von den anfangs zehn deutschen Tennis-Herren haben an diesem Freitag noch Philipp Kohlschreiber und Cedrik-Marcel Stebe die Chance auf den Einzug in die dritte Runde.

Ebenfalls nach Hause geschickt wurde Qualifikantin Tatjana Malek. Sie ist als zwölfter deutscher Tennisprofi bei den US Open in New York ausgeschieden. Die 25-Jährige aus Bad Saulgau musste sich in ihrem Zweitrundenmatch der favorisierten Lokalmatadorin Sloane Stephens (USA) nach 2:30 Stunden mit 7:5, 4:6, 2:6 geschlagen geben. Trotzdem wertete die Weltranglisten-141. Malek ihren Auftritt in Flushing Meadows als Erfolg. Die einstige Fed-Cup-Spielerin hatte zuletzt in Wimbledon 2010 im Hauptfeld eines Grand-Slam-Tournaments gestanden. Über die zweite Runde war Malek, die 2008 in Indian Wells eine Lungenembolie erlitten hatte und monatelang pausieren musste, bei einem Major-Turnier bis dato noch nie hinausgekommen.

Tennis: Roddick tritt nach US Open zurück

Und auch für Philipp Petzschner ist New York kein gutes Pflaster. Der 28-jährige Petzschner konnte sein Zweitrunden-Trauma bei den US Open auch im fünften Anlauf nicht überwinden. Trotz einer 2:1-Satzführung und einer starken Leistung unterlag der Bayreuther dem an Position elf gesetzten Nicolas Almagro (Spanien) in 3:19 Stunden mit 3:6, 7:5, 7:5, 4:6, 4:6. „Das war eines meiner besten Spiele auf Grand-Slam-Ebene. Ich habe die Taktik ein paar Mal umgestellt und kann mir nichts vorwerfen. Am Ende war ich sehr, sehr müde“, sagte Petzschner. Damit verpasste der Davis-Cup-Spieler als erster Deutscher den Sprung in die dritte Runde von Flushing Meadows.

Keine Niederlage, aber trotzdem eine schlechte Nachricht für die Tenniswelt: Die frühere Nummer eins Andy Roddick wird seine Karriere nach den derzeit in New York stattfindenden US Open beenden. An seinem 30. Geburtstag am Donnerstag teilte der Amerikaner seine Entscheidung bei einer Pressekonferenz in Flushing Meadows mit. „Das wird mein letztes Turnier sein. Ich spüre, dass es die richtige Zeit ist“, sagte der US-Open-Sieger von 2003: „Ich will nicht nur auf der Tour existieren. Da sind andere Dinge außerhalb des Courts, die mich interessieren.“

dpa/sid

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