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Unfall zwischen Neubeuern und Nußdorf

Motorrad gegen Auto auf der St2359: Zwei Personen schwer verletzt

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Leichtathletik-Skandal

Drei Weltmeister von 2005 waren gedopt!

Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk
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Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk

Frankfurt/Main - Der Leichtathletik-Weltverband hat am Freitag den größten Dopingskandal seit Jahren in seiner Sportart öffentlich gemacht. Drei WM-Sieger von 2005 waren gedopt.

Die Leichtathletik ist von einem der größten Dopingskandale ihrer Geschichte eingeholt worden. Der Weltverband IAAF gab am Freitag bekannt, dass drei Weltmeister, zwei Silbermedaillen-Gewinner und ein Ex-Weltmeister bei der WM 2005 in Helsinki gedopt waren. Neben den bereits bekannten Fällen von Hammerwurf-Siegerin Olga Kusenkowa und der Weitsprung-Zweiten Tatjana Kotowa (beide Russland) veröffentlichte die IAAF nun auch die Namen der Hammerwerfer Iwan Tichon (Gold) und Wadim Dewjatowski (Silber) sowie der Kugelstoßer Nadeschda Ostaptschuk (Gold) und Andrej Miknewitsch (WM-Gold 2003). Alle vier kommen aus Weißrussland und wurden teilweise schon mehrfach des Dopings überführt.

In einem nächsten Schritt wird der Weltverband nun die Leistungen der Athleten in Helsinki annullieren und damit in fünf von sechs Fällen auch die gewonnenen Medaillen wieder aberkennen. Für den deutschen Hammerwerfer Markus Esser würde das bedeuten, dass er acht Jahre nach seinem vierten Platz bei dieser WM Silber zugesprochen bekäme. Es wäre die erste internationale Medaille seiner Karriere.

IAAF-Council-Mitglied Helmut Digel nennt den gesamten Fall einen „Meilenstein im Anti-Doping-Kampf. Das ist ein Riesen-Fortschritt, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, auch langfristig Betrüger zu überführen und zu sanktionieren“, sagte der langjährige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes der Nachrichtenagentur dpa.

Alle sechs Athleten wurden bei den nachträglichen Untersuchungen ihrer Dopingproben positiv getestet. Die Proben wurden 2005 in Helsinki entnommen, anschließend eingefroren und im vergangenen Herbst nach mehr als sieben Jahren von einem Labor der Welt-Anti- Doping-Agentur WADA in Lausanne noch einmal nach den neuesten Verfahren untersucht. „Das hat abschreckende Wirkung“, glaubt Digel. Und auch IAAF-Präsident Lamine Diack meinte: „Unsere Botschaft an die Betrüger ist unmissverständlich klar: Es gibt keinen Platz mehr, sich zu verstecken. Die Nach-Tests sind der letzte Beweis für die Entschlossenheit der IAAF, Betrüger in unserem Sport zu überführen.“

Die Leichtathleten sehen sich selbst als führend im Anti-Doping-Kampf. So mussten sich bei der WM 2011 in Daegu erstmals alle Athleten zusätzlichen Bluttests unterziehen. Aber auch die prominenten Fälle von Helsinki zeigen, dass dieser Kampf mit der Überführung der Athleten noch nicht abgeschlossen ist. Die Aberkennung der WM-Medaillen liegt noch uneingeschränkt in der Hand der IAAF. Alles andere „wird nicht einfach sein“, erklärte Digel. „Wir werden versuchen, auch die Preisgelder zurückzubekommen, die der Verband damals für die Medaillen ausgezahlt hat“, sagte er. „Darum wird sich unsere Rechtsabteilung bemühen.“

Die überführten Athleten zu sperren, ist allerdings zunächst die Sache der nationalen Anti-Doping-Agenturen. Bis auf Ostaptschuk und Miknewitsch haben alle Helsinki-Sünder ihre Karrieren ohnehin schon beendet, und gerade Ostaptschuk ist ein gutes Beispiel dafür, wie die vermeintliche Doping-Bekämpfung in Weißrussland verläuft.

Eine Woche nach den Olympischen Spielen 2012 wurde sie positiv auf das anabole Steroid Metenolon getestet und musste ihre Goldmedaille wieder abgeben. Die Anti-Doping-Agentur Weißrusslands erklärte jedoch, ihr Trainer habe ihr das Mittel heimlich ins Essen gemischt und sperrte Ostaptschuk lediglich für ein Jahr. Gegen solche Urteile kann die IAAF nur noch einen Einspruch einlegen. Die Entscheidung liegt beim Internationalen Sportgerichtshof CAS.

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Doping: Die merkwürdigsten Ausreden

Alberto Contador erklärte seine positive Doping-Probe mit verunreinigtem Essen. Er wurde daraufhin freigesprochen. Es ist nicht die erste merkwürdige Erklärung in der Geschichte des Dopings. © AP
Doping - die dümmsten Ausreden
Ex-Sprinter Dennis Mitchell nutzte seinen positiven Dopingbefund, um sich als Sexprotz zu outen. Das viele Testosteron komme von einer wilden Partynacht, in der er seine Frau verwöhnt habe. „Fünf Flaschen Bier und mindestens vier Mal Sex mit seiner Frau. Es war ihr Geburtstag. Die Lady hatte es verdient“, so lautete sein Statement. © Getty
Der Klassiker: Wer hat die Dopingmittel in Dieter Baumanns Zahnpastatube deponiert? © ots/dpa/Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Adrian Mutu: Der rumänische Fußballspieler sagte 2004 nach einer positiven Dopingprobe, er habe lediglich ein Mittel zur “Steigerung der sexuellen Leistungsfähigkeit“ genommen. Zuvor hatte er zugegeben, Kokain genommen zu haben, dieses Geständnis wenige Tage später jedoch widerrufen. © Getty
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Die Lebensmittelvergiftung der anderen Art: Ex-Sprinter Linford Christie beteuert: „Ich habe nicht gedopt, ich habe nur Avocados gegessen!“ © Getty
Doping - die dümmsten Ausreden
Die wohl abgefahrenste Ausrede für Blutdoping hatte Radsportler Tyler Hamilton: “Ich bin ein Mischwesen. Die fremden Zellen in meinem Körper werden von den Stammzellen meines vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert." © Getty
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Gefährliche Mitbringsel: Die aus Südamerika importierten Bonbons sollen mit Koks verseucht gewesen sein, meint Straßenrad-Star Gilberto Simoni. © Getty
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Johann Mühlegg soll eine Spezial-Diät gemacht haben, wegen der in seinem Kreislauf eine EPO-ähnliche Substanz nachgewiesen wurde... © Getty
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Auf den Hund gekommen: Frank Vandenbroucke behauptete, als bei ihm Anabolika und EPO sichergestellt wurden, die Mittel seien für seinen asthmakranken Hund bestimmt gewesen. © Getty
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Justin Gatlin gab einem Masseur die Schuld. Der soll ihn nämlich mit einer testosteronhaltigen Salbe bearbeitet haben. Es soll sich sogar um eine fiese Retourkutsche des Profikneters gehandelt haben, meint Gatlin. © Getty
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Christian Henn, ehemals Radprofi, wollte eigentlich nur der eigenen Libido auf die Sprünge helfen. Ein Spezialtee wurde ihm zum Verhängnis. © Getty
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Ex-T-Mobile-Fahrer Matthias Kessler nahm angeblich Präparate zu sich, auf denen chinesische Schriftzeichen standen. Nur doof, dass er kein Chinesisch kann. © Getty
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Zu tief ins Glas geschaut und damit den Testosteronspiegel erhöht. Floyd Landis schiebt‘s auf den Whiskey © Getty
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Keiner war über einen positiven Dopingtest so verwundert wie Patrik Sinkewitz: "Ich? Das kann nicht sein", wunderte er sich. Und das ist noch nicht mal eine Ausrede... © Getty
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Martina Hingis, die Schweizer Version von Zahnpasta-Dieter Baumann: Jemand soll ihr Koks in den Fruchtsaft gemischt haben. Sieht ja auch aus wie Süßstoff... © Getty
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Erik Zabel sagte, er habe nur einmal EPO probiert. Die Substanz habe aber nicht mit seinem Körper und Geist harmoniert. © Getty
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Jan Ullrich ließ sich in einer Disco Ecstacy andrehen. „Ulle“ schluckte die Tabletten, ohne sich dabei etwas gedacht haben zu wollen. “Ich war den Abend ziemlich mies drauf. Das waren zwei Tabletten, wo mir bestätigt wurde, (...) und dass das eigentlich harmloses Zeug ist.“ Wer ihm die Tabletten gab, sagte er nicht. “Zu den Tabletten kann ich gar nichts sagen, ich kenn' kein Ecstasy. Ich weiß nicht wie das aussieht. Ich bin um die Ecken gezogen und war in verschiedenen Läden. Ich möchte keinen Unschuldigen da mit reinziehen.“ © Getty
400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt wurde nach positiven Dopingproben gesperrt. Die positiven Tests ließen sich mit der Einnahme eines frei erhältlichen Produkts zur Vergrößerung des männlichen Geschlechtsteils erklären, sagte sein Berater. © dpa
Claudia Pechstein: “Ich weiß nun, dass ich eine Blutmacke habe, aber nicht krank bin“, sagte die Eisschnellläuferin. Die Sportlerin war 2009 wegen auffälliger Blutwerte gesperrt worden. Später erklärten Ärzte, ein von ihrem Vater vererbter Gen-Defekt sei für die hohen Retikulozyten-Werte verantwortlich. © dpa
Ivonne Kraft: Den positiven Test auf das Asthma-Mittel Fenoterol erklärte die Mountainbikerin 2007 mit einer explodierten Sprühflasche. Ihre Mutter habe Asthma-Spray benutzen wollen, dann sei die Flasche explodiert und sie habe die Substanz offenbar eingeatmet. © Getty

dpa

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