"Gott sei Dank kann ich's noch"

Höfl-Riesch unterstreicht Medaillen-Ambition

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Maria Höfl-Riesch zeigt sich kurz vor Olympia in exzellenter Verfassung.

Cortina d'Ampezzo - Maria Höfl-Riesch fährt zum Auftakt der vier Weltcup-Rennen in Cortina d'Ampezzo auf Rang zwei - und freut sich wie lange nicht. Viktoria Rebensburg feiert ihr Comeback.

Maria Höfl-Riesch war mit sich und der Welt zufrieden. Sie winkte den Schulkindern auf der sehr spärlich besetzten Tribüne zu, umarmte ihren Servicemann und lachte in einem fort. Den Sieg beim Super-G zum Auftakt der vier Weltcup-Rennen in Cortina d'Ampezzo musste sie um 0,04 Sekunden der Österreicherin Elisabeth Görgl überlassen - dennoch wirkte sie nach ihrem zweiten Platz außerordentlich gelöst. „Ich kann Gott sei Dank noch Super-G fahren“, sagte sie mit einer Miene, die ihre große Erleichterung verriet.

Im Super-G, der ein wenig langsamer ist als die Abfahrt, war es in dieser olympischen Saison bislang nicht sonderlich gut gelaufen für Höfl-Riesch mit den Rängen acht, 19 und acht. Rang zwei beseitigte ihre Zweifel. „Sicher ist Gewinnen schöner“, sagte die Doppel-Olympiasiegerin von 2010, „aber in Anbetracht der bisherigen Ergebnisse ist das wie ein Sieg.“ Die mittlerweile siebte Podestplatzierung in diesem Winter kommt zur rechten Zeit: In dieser Verfassung ist Höfl-Riesch in gut zwei Wochen in Sotschi auch im Super-G eine Anwärterin auf eine olympische Medaille.

Während Riesenslalom-Olympiasiegerin Viktoria Rebensburg nach langer Krankheit und entsprechendem Trainingsrückstand auf Rang 14 ein nach ihrer Einschätzung „solides“ Comeback gelang, baute Höfl-Riesch mit ihrem ersten Super-G-Podest seit vergangenem März ihren Vorsprung im Gesamtweltcup aus. 107 Punkte liegt sie vor den zwei Abfahrten am Freitag und am Samstag sowie einem weiteren Super-G am Sonntag vor Anna Fenninger aus Österreich. „Jetzt kann ich die nächsten Rennen etwas lockerer angehen“, betonte Höfl-Riesch am Fuße der Olympia-Strecke von 1956.

Fenninger belegte im ersten der vier Rennen in Cortina d'Ampezzo hinter der drittplatzierten Nicole Hosp aus Österreich und Tina Weirather aus Liechtenstein Rang fünf - und sie sah nicht glücklich aus. Denn trotz Olympia: „Jeder schaut auf die Punkte“, verriet Höfl-Riesch, „ich auch.“ Sie wittert die günstige Gelegenheit, ihre möglicherweise letzte Saison mit Olympia-Medaillen und, als Sahnehäubchen, auch mit dem Gesamtweltcup zu krönen: „Die Chance ist da“, weiß sie. Und Rennen wie am Donnerstag vergrößern diese Chance.

Rennen wie am Donnerstag vergrößern auch das Selbstvertrauen für Olympia (7. bis 23. Februar), wo sich Höfl-Riesch nun in einer vierten Disziplin nach der Super-Kombination, der Abfahrt und dem Slalom eine Medaille ausrechnen darf: Viktoria Rebensburg etwa gelang zumindest ein erster Schritt nach der sehr langen Krankheitsgeschichte (Lungenentzündung). „Es ist klar, dass es nicht von null auf hundert geht“, sagte sie, „aber das war ein super gutes Aufbautraining.“ Schritt für Schritt wolle sie nun „Sicherheit und Selbstvertrauen aufbauen“.

SID

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