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Schock-Unfall im Gewichtheben

Hier krachen Steiner 196 kg in den Nacken

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Matthias Steiner hat sich bei diesem Unfall am Rücken verletzt

London - Nach einem Unfall beim Gewichtheben ist Matthias Steiners Traum von der zweiten Goldmedaille geplatzt. Seine Frau Inge reagiert "geschockt", aber auch schnell erleichtert.

Matthias Steiner krümmte sich vor Schmerzen und schnappte entsetzt nach Luft, als die Hantelstange mit voller Wucht in seinen Nacken krachte. Unter der Last von 196 Kilogramm platzte der Traum des Gewichtheber-Stars von einem weiteren magischen Moment bei den Olympischen Spielen auf bittere Weise.

Statt aufs Siegertreppchen führte sein Weg ins Krankenhaus. „Er ist unterwegs in die Uniklinik. Er hat Schmerzen im Rücken. Er wird nun untersucht, um Verletzungen der Wirbelsäule auszuschließen“, sagte Bernd Wolfarth, leitender Arzt der deutschen Mannschaft in London.

196 kg in den Nacken: Steiners Unfall in Bildern

196 kg in den Nacken: Steiners Unfall in Bildern

London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa
London - Schock am Dienstagabend beim Gewichtheben: Matthias Steiner stemmt die 196 kg schwere Hantel und verliert das Gleichgewicht. Das Gewicht kracht ihm in den Nacken und reisst ihn zu Boden. © dpa

Steiners Frau Inge war „geschockt“, aber auch erleichtert, dass nichts Schlimmeres passiert war. „Ich habe mit ihm sprechen können. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut. Es geht mir natürlich sehr nah, wenn mein Mann 196 Kilo in den Nacken bekommt“, sagte die TV-Moderatorin dem SID: „Da ist der Sport zweitrangig, die Gesundheit geht vor.“

Teamkollege Almir Velagic berichtete über einen niedergeschlagenen, aber gefassten Steiner: „Er hat zu mir gesagt: 'Halt Du die Fahne hoch, ich kann nicht mehr.' Er war in der Verfassung von Peking“, sagte der 30-Jährige aus Steyer: „Wir haben zuerst gedacht, es sei viel mehr passiert. Dann habe ich Matthias gefragt: 'Ist alles noch dran?' Er hat glücklicherweise ja gesagt. Es sieht oft schlimmer aus, als es ist. Als erfahrener Gewichtheber kriegt man das hin.“

Als die Entscheidung fiel, war Steiner längst auf dem Weg in die Klinik. Gold holte der iranische Weltmeister Behdad Salimikordasiabi vor seinem Landsmann Sajjad Hamlabad. Bronze ging an den Russen Ruslan Albegow. Velagic wurde mit persönlicher Bestleistung (426 kg) Achter.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Im Finale der Königsklasse war 150-kg-Koloss Steiner beim zweiten Versuch im Reißen eingeknickt. Es war die dramatische Fortsetzung von Steiners Leidensweg, der in London eigentlich sein Ende finden sollte. Monatelang hatte sich der gebürtige Österreicher Steiner nach seinem Einriss der Quadrizeps-Sehne im vergangenen September zurückgekämpft und sich gegen das drohende Karriere-Aus gestemmt. Wochenlang ging er an Krücken, hatte Schmerzen, Stunde um Stunde verbrachte er in der Reha. Alles für diesen einen Moment, in dem das Schicksal erneut zuschlug.

Der Superschwergewichtler riss in seinem zweiten Versuch das Gewicht nach oben und begann, die Beine zu strecken. Doch die Last war zu groß. Er geriet aus dem Gleichgewicht, die Hantelstange krachte ihm in den Nacken. Er zog blitzartig den Kopf unter der Stange weg, die ihm dann auf den Oberschenkel fiel und das rechte Bein hinunterrollte. Er blieb am Boden liegen, stand nach kurzer Behandlungszeit jedoch wieder auf, bevor Helfer vor ihm einen Sichtschutz gegen neugierige Blicke postieren konnten.

Doch alle Versuche hinter der Bühne, die Muskulatur mit Massagen zu lockern, schlugen fehl. Steiner ließ seinen dritten Versuch im Reißen und damit jegliche Medaillenchance verstreichen. Aus Sorge um die Gesundheit trat Steiner zum Stoßen nicht mehr an.

Dabei hatte der Wettkampf am Dienstag optimal begonnen. Im Reißen, seiner schwächeren Disziplin, korrigierte Steiner noch vor dem ersten Versuch um zwei Kilo nach oben und packte die erste Hürde problemlos. Zahlreiche deutsche Fans in der prallgefüllten Arena 3 des Londoner ExCel-Komplexes bejubelten den geglückten Start des Sympathieträgers. Mit lauten Tritten brachten sie die auf Metallstreben gestützten Tribünen zum Scheppern und übertönten gar die lauten Schreie, die Steiner beim Heben ausstieß.

Um seine Form hatten Steiner und sein Trainerteam seit Wochen ein großes Geheimnis gemacht. Bei 424 kg lag seine bisherige Jahresbestleistung, aufgestellt bei der EM in Antalya. Zurückgezogen hatte sich Steiner in zwei Trainingslagern vorbereitet und sich dabei nach und nach an seine Bestform herangearbeitet. In London wollte er seine wahre Stärke demontrieren. Es folgte einer der schmerzhaftesten Momente seiner Karriere.

sid

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