Saison für die Geschichtsbücher

55 Jahre nach "Big O": Westbrook bricht Triple-Double-Rekord

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Russell Westbrook hat im Spiel gegen die Denver Nuggets einen neuen Triple-Double-Rekord aufgestellt.

Denver - Russell Westbrook hat NBA-Geschichte geschrieben: Der All-Star knackte den 55 Jahre alten Triple-Double-Rekord von Basketball-Legende Oscar Robertson und greift nach einer Saison der Superlative nach der MVP-Krone.

Standing Ovations auf den Rängen, freudige Schulterklopfer seiner Kollegen - das alles interessiert Basketball-Superstar Russell Westbrook nur am Rande, als wenige Minuten vor Spielende bei den Denver Nuggets feststeht, dass er den 55 Jahre alten Triple-Double-Rekord der NBA-Legende Oscar Robertson gebrochen hat. Kaum eine Regung zeigt der Spielmacher der Oklahoma City Thunder am Ziel einer langen Jagd.

NBA-Legende Oscar Robertson.

Weitaus begeisterter war da schon der abgelöste Robertson. "Es freut mich, ihm zum Rekord gratulieren zu dürfen. Seine Leistung in dieser Saison ist beeindruckend", schrieb der 78-Jährige in seiner Kolumne auf einem Online-Portal. "Er wäre in jeder Ära ein Großer gewesen."

50 Punkte, 16 Rebounds und 10 Assists standen beim 106:105 am Ende für Westbrook auf dem Scoreboard. Zum 42. Mal in dieser Saison hatte der 28-jährige Amerikaner doppelt in drei Kategorien gepunktet. Vor 55 Jahren, in der Saison 1961/62, war dies "Big O" Robertson 41-mal in der nordamerikanischen Profiliga gelungen.

@russwest44's hist0ric triple-double season, put into perspective statistically!

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Euphorie kam bei Westbrook allerdings erst nach dem Spiel auf. "Das ist etwas, was du definitiv nie mehr vergessen wirst", sagte er und dankte auf Twitter "dem Mann da oben". LeBron James von Meister Cleveland Cavaliers gratulierte über das Soziale Netzwerk ebenso wie dessen Teamkollege Kevin Love, der jubelte: "Geschichte geschrieben! Unglaubliche Saison bislang, mein Bruder." Blake Griffin (Los Angeles Clippers) blickte sogar schon weiter: "Gebt diesem Mann den MVP-Award."

MVP-Kandidat James Harden: „Ich dachte, dass es ums Gewinnen geht“

Westbrooks unglaubliche Rekordjagd wirft eine alte Frage auf: Sollte die Auszeichnung für den wertvollsten Spieler der Saison (MVP) nach individuellen Leistungen vergeben werden oder nach dem Erfolg des Teams? Für Westbrooks größten Konkurrenten um die Krone, James Harden, ist der Fall klar. "Ich dachte, dass es ums Gewinnen geht", sagte der Spielmacher der Houston Rockets: "Wenn du dein Team in die Position bringst, eine Chance auf den Titel zu haben - das ist für mich das Wichtigste."

Houston steht mit 54 Siegen deutlich vor Oklahoma (46 Siege) und gilt als Kandidat auf die Meisterschaft. Bis 2012 bildeten Harden und Westbrook bei den Thunder zusammen mit Kevin Durant ein magisches Dreieck. Harden wechselte nach Houston, Durant im vergangenen Sommer zu den Golden State Warriors - zurück blieb Westbrook mit einer nur noch verschwindend geringen Chance auf den NBA-Titel.

Westbrook spielt Saison für die Geschichtsbücher

Dabei lieferte er diese Saison genug Gründe für eine Auszeichnung. Neben den magischen 42 Triple-Doubles ist Westbrook der erste Spieler nach Robertson, dem es über eine gesamte Saison gelang, im Schnitt in drei Kategorien eine zweistellige Ausbeute aufzulegen (34,8 Punkte, 10,7 Rebounds und 10,4 Assists pro Spiel). Im Spiel gegen Orlando Magic erzielte er zudem das Triple-Double mit der höchsten Punktzahl in einem Spiel (57), gegen die Philadelphia 76ers gelang ihm als erstem Spieler der NBA-Geschichte ein Triple-Double mit perfekter Wurfquote (6/6).

"Am Anfang der Saison sagten viele Leute, er kann das nicht über 82 Spiele schaffen. Aber er hat es getan", sagte Denver-Coach Michael Malone: "Was er erreicht hat, sieht man wirklich nur einmal in seinem Leben. Deshalb würde meine Stimme an Westbrook geben."

SID

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