Misstöne bei Gold-Party

Geisenberger schmollt eine Stunde lang auf dem Klo

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Natalie Geisenberger (r.) wurde alles etwas zu viel.

Krasnaya Polyana - Sektdusche - und dann runter mit dem edlen Trank. Die Rodel-Helden feierten ihr Staffel-Gold im Deutschen Haus. Doch es gab auch Misstöne.

"Henkel Trocken" war die bevorzugte Wahl unserer Gold-Rodler Felix Loch, Tobias Wendl, Tobias Arlt und Natalie Geisenberger. Im Sekt-Spritzen und Trinken taten sich dann vor allem die Herren hervor. Sie haben es sich aber auch absolut verdient!

Doch es gab auch Misstöne: Geisenberger fühlte sich überfordert und sperrte sich für rund eine Stunde in der Toilette ein. "Felix spritzt gerne mit Sekt, es ist alles ein bisschen viel für mich", erklärte sie dem ARD-Hörfunk, bevor sie verschwand. Loch erklärte: "Es war ihr in dem Moment ein bisschen unangenehm. Ich verstehe es, sie ist eine Frau. Uns Männern ist so etwas scheißegal."

Nach ihrem Klo-Intermezzo kehrte Geisenberger zurück, erläuterte: "Es waren so viele Eindrücke, es war so emotional, ich komme noch nicht so richtig klar, Doppel-Olympiasiegerin, das ist brutal." Es hatten sich dann wieder alle lieb. Loch: "Ich bin ihr nicht böse, sie ist mir nicht böse, den Abend genießen wir."

Zuvor an der Bahn kannte hatte der Jubel bei den deutschen Kufencracks ohnehin keine Grenzen mehr gekannt. Die vier Freunde aus Bayern sangen lautstark „So sehen Sieger aus“, ehe sie Hand in Hand mit einem mächtigen Satz auf das Siegerpodest sprangen. Beim anschließenden Interview-Marathon stieg passenderweise ein krachendes Feuerwerk in den Himmel.

Geisenberger, Loch und Wendl/Arlt krönten sich durch ihr jeweils zweites Gold vor den Augen von IOC-Präsident Thomas Bach endgültig zu den Königen der Eisbahn im Sanki Sliding Center.

Das sicher gemeinsam mit dem dreimaligen Olympiasieger Georg Hackl, der der „Bayern-Connection“ wahre Wunderschlitten gebaut hatte. „Es ist unglaublich, was das Team geleistet hat. Ich hätte nicht gedacht, dass sie so perfekt fahren“, sagte Hackl.

Auch in der Teamstaffel zauberte das deutsche Quartett in 2:45, 649 Minuten einen Bahnrekord auf das Eis, Silbermedaillengewinner Russland wurde um 1,030 Sekunden deklassiert. „Langeweile muss man sich hart erarbeiten“, sagte der deutsche Sportdirektor Thomas Schwab lapidar.

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dpa/sid/lin

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