Fürchterliche Szenen bei Polen-Rundfahrt

Video zeigt Horror-Sturz mit 80 km/h: Radprofi (23) in Lebensgefahr

Sturz von Radprofi Fabio Jakobsen auf Zielgerade von Kattowitz bei Polen-Rundfahrt
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Radprofi Fabio Jakobsen (links) stürzte in dieser Szene fürchterlich und schwebt nun in Lebensgefahr.

Kattowitz - Ein (weiterer) schrecklicher Unfall erschüttert den Profi-Radsport. Der Niederländer Fabio Jakobsen schwebt nach einem fürchterlichen Sturz bei der ersten Etappe der Polen-Rundfahrt in Lebensgefahr.

Schon die Bilder vom Sturz ließen Schlimmstes befürchten. Jakobsen krachte am Mittwoch, 5. August, bei der Polen-Rundfahrt im Zielsprint bei hoher Geschwindigkeit direkt in die Absperrgitter und blieb reglos liegen. Nach Medienberichten soll er zu diesem Zeitpunkt mit 80 km/h unterwegs gewesen sein. Der 23-Jährige, der von seinem Landsmann Dylan Groenewegen abgedrängt worden war, befindet sich nach ersten Informationen am Mittwochabend in akuter Lebensgefahr.

Jakobsen soll schwere Kopfverletzungen erlitten haben. Zudem war von einem Bruch des Gaumens und sehr hohem Blutverlust die Rede. Der junge Sportler wurde in ein künstliches Koma versetzt. „Der Zustand ist sehr ernst. Er ist in Lebensgefahr. Er hat viel Blut verloren, aber er wurde erfolgreich intubiert, seine Atemwege waren frei. Wir gaben ihm Sauerstoff. Das Herz funktionierte gut“, erklärte Rennärztin Barbara Jerschina im polnischen Fernsehen Polsat. „Unsere Gedanken und unsere Gebete sind bei Fabio Jakobsen“, teilte sein Team Deceuninck-Quick Step mit.

Video vom Horror-Sturz von Fabio Jakobsen:

Die UCI ermittelt nun übrigens gegen Sieger Groenewegen, der nachträglich disqualifiziert und von der Jury aus dem Rennen genommen wurde. Der Radsport-Weltverband stufte das Verhalten Groenewegens als „unakzeptabel“ ein und schaltete die Disziplinarkommission ein. Unmittelbar nach dem Überfahren der Ziellinie waren nach Jakobsens Sturz, der erst wenige Meter vor dem Ziel passierte, weitere Fahrer teils spektakulär zu Fall gekommen. Jakobsens Teamchef Patrick Lefevere nannte das Verhalten Groenewegens „kriminell“.

Erst im vergangenen Jahr war die Polen-Rundfahrt von einem Horror-Crash überschattet worden. Damals starb der Belgier Bjorg Lambrecht auf der Etappe nach Zabrze, als der 22-Jährige gegen eine Betonkonstruktion geprallt war. Zunächst wurde er vor Ort reanimiert, erlag aber während einer Operation im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Am vergangenen Wochenende starb außerdem der junge Radsportler Jan Riedmann vom Team Auto Eder aus Kolbermoor. Er war während einer Trainingsfahrt in Mittelfranken mit einem Auto kollidiert und dabei tödlich verunglückt.

mw

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