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Schwimm-Cheftrainer gesucht: Einer wie Hoeneß

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Olympia-Legende Roland Matthes hätte gerne einen wie Uli Hoeneß (links), doch der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) sucht seinen neuen Cheftrainer nach ganz anderen Kriterien.

London - Olympia-Legende Roland Matthes hätte gerne einen wie Uli Hoeneß, doch der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) sucht seinen neuen Cheftrainer nach ganz anderen Kriterien.

„Solides Fachwissen“ sollte der Bewerber ebenso mitbringen wie Erfolgsorientierung, EDV-Kenntnisse und die „Beherrschung moderner Kommunikationstechniken“, heißt es in der Stellenanzeige. Leistungssportdirektor Lutz Buschkow hofft „auf ein paar aktive Bewerbungen in der entsprechenden Qualität“.

Es sieht nicht so aus, als wisse der DSV, wie es nach dem Olympia-Debakel weitergehen soll. Seit der Trennung von Dirk Lange ist der Posten des Bundestrainers Schwimmen nicht besetzt. Ob der Neue nur Bundes- oder doch Cheftrainer werden soll, ist ebenfalls noch offen. Man kann sich für beide Funktionen bewerben. Arbeitsbereich? Kompetenzen? Keine Angaben.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Ob sich schon geeignete Bewerber gemeldet haben, sagte Buschkow nicht. Zu Wort meldeten sich aber schon die Kritiker, die das Anforderungsprofil ein wenig schärften. Es müsse jemand kommen, der „auf den Schlamm haut und den Weg vorgibt“, forderte der viermalige Olympiasieger Matthes im Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt: „Das muss wie in einer großen Firma sein. Wie bei VW oder Bayern München. Dem Schwimmsport fehlt ein Uli Hoeneß.“

Nach den Spielen von Peking war Lange mit einigen neuen Ideen angetreten. Doch der Hamburger, der unter anderem Freistilsprinterin Sandra Völker 1996 zu drei Medaillen geführt hatte, scheiterte am Kompetenzgerangel mit Buschkow und den Trainern der Olympia-Stützpunkte. Die Beförderung zum Cheftrainer blieb aus, Ende November trennte man sich nach monatelangem Streit. Ob Buschkow nach Olympia weitermacht, ist offen.

Nach dem Gold-Triumph seines südafrikanischen Schützlings Cameron van der Burgh in London forderte Lange personelle Konsequenzen beim DSV. „Ich erwarte, dass Rücktritte angeboten werden. Wenn man die Verantwortung übernimmt, muss man auch die Konsequenzen tragen“, sagte der Ex-Bundestrainer dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD: „Wir haben eine sehr gute Basis, mit sehr guten Sportlern. In meinen Augen gehören Britta Steffen und Paul Biedermann zu den besten Schwimmern der Welt. Sie müssen nur in die entsprechende Verfassung gebracht werden.“

Olympia skurril: Die ungewöhnlichsten Fotos aus London

Olympia skurril: Die ungewöhnlichsten Fotos aus London

Olympia ist doch immer wieder für skurrile Anblicke gut - wir zeigen eine Auswahl © AP
Jong Sim Rim aus Nordkorea hat die Haare schön © dpa
Unsere Mode-Redaktion fällt ein vernichtendes Urteil über die Pullover von Ilya Zakharov und Evgeny Kuznetsov © dpa
Man beachte den Gesichtsausdruck der beiden © dpa
Sehr aerodynamisch © dapd
Einen Mann hochzuheben ist für einen Gewichtheber ein Leichtes © AP
Was sucht die denn dort? Keine Sorge, nur eine optische Täuschung © dpa
Fieses Foto © AP
Högschde Konzentration © dpa
Für musikalische Untermalung ist gesorgt © AP
Handlich verpackt: Danell Leyva aus den USA © dpa
Hier sehen Sie weitere ungewöhnliche Anblicke, die keinen weiteren Kommentar brauchen © dpa
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Nicht nur einen starken Bundestrainer, sondern auch strukturelle Veränderungen fordern ehemalige Schwimmer. „Es geht nicht nur um eine Personalie. Es ist ein Problem, das wir schon ganz lange haben. Unsere Schwimmer sind nicht mehr in der Lage, zweimal am Tag Vollgas zu schwimmen“, sagte Ex-Weltmeisterin Franziska van Almsick dem SID: „Es wäre schön, wenn jetzt ein Neuanfang gemacht würde. Es müssen Veränderungen kommen, es muss wirklich richtungsweisend gearbeitet werden in den nächsten vier Jahren.“ In der Vergangenheit habe „der eine oder andere Erfolg das eigentliche Problem verdeckt“.

Laut Matthes liegt der Fehler im System. „Es ist traurig, aber wahr: Wir sind zu einem Schwimmentwicklungsland mutiert“, sagte der 60-Jährige, der 1968 in Mexiko-Stadt und 1972 in München jeweils Gold über 100 und 200 m Rücken gewonnen hatte: „Das ganze System, die Strukturen müssen radikal geändert werden.“ Es gebe „nicht genügend Athleten, die sich zerreißen würden, und auch nicht ausreichend Trainer, die aus den Sportlern Weltspitzenleistungen herausholen können“.

Matthes regte eine stärkere Konzentration auf die Spitzenathleten und vor allem eine Abkehr vom stark föderalistisch geprägten System der Olympiastützpunkte an. „Es muss auch eine Konzentration der Kräfte geben. Die Besten müssen zusammen trainieren. Nur tägliche, harte Konkurrenz bringt dich voran“, sagte er.

Besonders auffällig im Vergleich zur internationalen Konkurrenz: Als Junioren räumen deutsche Schwimmer bei Welt- und Europameisterschaften Medaillen ab, doch den Sprung zu den „Großen“ schaffen sie nicht. Im DSV-Team von London stehen allein vier Welt- oder Europameister der vergangenen Jahre im Juniorenbereich: Dimitri Colupaev, Alexandra Wenk, Silke Lippok und Christian vom Lehn. Die Talente anderer Länder sind in vielen Fällen aber schon davongeschwommen.

Von Thomas Lipinski und Tobias Küpper

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