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Brink/Reckermann triumphieren

Sensation im Sand: Beach-Boys holen Gold

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Die Deutschen entscheiden ein packendes Finale für sich.

London - Das gab's noch nie: Julius Brink und Jonas Reckermann gewinnen Gold im Beach-Volleyball - als erstes europäisches Team der Geschichte! Selbst von ihren Angstgegnern ließen sie sich nicht aufhalten.

Die Beach-Boys Julius Brink und Jonas Reckermann haben ihre außergewöhnliche Karriere gekrönt und als erstes europäisches Duo Gold bei Olympischen Spielen gewonnen. Das deutsche Top-Duo ließ sich am Donnerstagabend vor 15 000 Zuschauern am Olympia-Strand von London auch von ihren brasilianischen Angstgegnern Alison Cerutti und Emanuel Rego nicht aufhalten und feierten mit dem 2:1 (23:21, 16:21,16:14) in einem überaus packenden Spiel den größten Erfolg ihrer Karriere.

Damit konnten Brink/Reckermann im vierten Jahr ihrer gemeinsamen Karriere nach dem WM-Titel 2009 und den beiden EM-Siegen 2011 und 2012 auch die wichtigste Krone im Beach-Sport erobern. An der Horse Guards Parade hatten bei der fünften Olympia-Auflage ihres Sports zuvor Martins Plavins und Janis Smedins (Lettland) gegen Reinder Nummerdor/Richard Schuil (Niederlande) Bronze gewonnen.

Auf dem Exerzierplatz der königlichen Reitstaffel war der Sieg gegen die Weltmeister für die beiden Rheinländer der Höhepunkt ihrer Laufbahn. „Ich weiß nicht, was ich zu Hause zerstört hätte, wenn ich auf dem Heimweg nur meine Olympia-Akkreditierung um den Hals gehabt hätte“, hatte der 30 Jahre alte Brink schon nach dem Halbfinale gesagt. Unterstützung erhielt das Duo unter anderem von seinen Hallen-Kollegen, die nach ihrem Viertelfinal-Aus beim imposanten Flutlicht-Finale vor Ort die Daumen drückten.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

Erst 2009 hatten sich Blockspezialist Reckermann und Abwehrexperte Brink zusammen getan, um sich doch noch den Traum von einer Olympia-Medaille zu verwirklichen. 2008 war Brink in Peking mit seinem damaligen Partner Christoph Dieckmann völlig enttäuschend in der Gruppenphase gescheitert. Für Reckermann war mit Dieckmanns Zwillingsbruder Markus 2004 in Athen im Achtelfinale Schluss.

Das Projekt Brink/Reckermann stand von Beginn an unter einem guten Stern. Gleich im ersten Jahr ihrer Partnerschaft holten sie den WM-Titel - als erstes europäisches Duo überhaupt. In einem Sport, in dem die großen Titel eigentlich für Teams von jenseits des Atlantiks reserviert schienen. Nach den EM-Siegen 2011 und 2012, zuletzt beim Comeback nach Reckermanns Schulterproblemen, schaffte das Top-Duo das Kunststück, sich als erste Europäer Olympia-Gold zu sichern.

Ganz cool hatten die Beach-Boys ihr britisches Abenteuer in Angriff genommen. „Das ist ein Turnier wie jedes andere. Es geht auch hier in London letztlich nur darum, den Ball auf den Boden zu bekommen“, hatte der 33 Jahre alte Reckermann tief gestapelt. Doch auf dem Platz unterstrich das Duo von Beginn an hoch konzentriert wie immer seine Medaillenambitionen.

Souverän marschierte das Team durch die Vorrunde, und konnte sich danach mit jeder Aufgabe steigern. Selbst die unberechenbaren Niederländer Nummerdor/Schuil waren im Halbfinale kein ernsthafter Stolperstein. Silber war sicher - doch die Perfektionisten holten am Donnerstag sogar die „Kronjuwelen“ (Brink). Nach sieben Partien war in Sichtweite von Big Ben der größte Erfolg der Karriere perfekt. Gold! Und das in einem atemberaubenden Dreisatz-Spiel.

Im Sand von London unterstrichen Brink/Reckermann damit einmal mehr auch ihre nationale Ausnahmestellung. Jonathan Erdmann und Kay Matysik mussten sich bei ihrer Premiere im Zeichen der Ringe wie Katrin Holtwick und Ilka Semmler mit Rang neun begnügen. Für Sara Goller/Laura Ludwig, durchaus mit Medaillenchancen angetreten, war im Viertelfinale Schluss gegen die brasilianischen Weltmeisterinnen und späteren Bronze-Frauen Juliana Silva/Larissa Franca.

dpa

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