NBA-Legende erzählt Anekdoten

Shaq foppt Nowitzki: "Bin der beste Deutsche!"

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NBA-Legende Shaquille O'Neal

Doha - NBA-Legende Shaquille O'Neal sieht Dirk Nowitzki auf dem direkten Weg in die Hall of Fame - und überrascht im SID-Interview in Doha mit amüsanten Anekdoten über seine Jahre in Deutschland.

Dirk Nowitzki? Der beste deutsche Basketballer jemals? Shaquille O'Neal hat gerade seine 2,16m und 150 kg auf ein weißes Sofa geworfen, in einen Stuhl hätte er nicht gepasst, und er freut sich diebisch. Na klar, „Dirk gehört definitiv in die Hall of Fame“, Seite an Seite mit ihm, selbstverständlich. Aber: „Er ist nur der zweitbeste Deutsche! Ich bin der beste“, sagt er grinsend.

Dann erzählt „Shaq“ davon, wie er einst in Hessen zur Schule ging. „In Fulda, in der Nähe von Würzburg, wo Dirk herkommt. Das waren vielleicht die vier besten Jahre meines Lebens.“ Den deutschen Pass besitzt er nicht, er ist in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren, doch sein Stiefvater war damals auf einer Army Base der USA stationiert. „Ich habe in Deutschland sehr viel gelernt: Bratwurst, Currywurst, Pommes Frites, Mayonnaise, “Brauchen Sie Hilfe, bitte?', 'Ich liebe Dich'„, berichtet O“Neal im exklusiven SID-Interview in Doha/Katar.

Wahrscheinlich ist er auch deshalb so angetan vom deutschen Superstar Nowitzki, der in der Nacht zu Dienstag mit seinen Dallas Mavericks 97:94 gegen die Philadelphia 76ers gewann. „Shaq“ sieht Nowitzki auf direktem Wege in die Ruhmeshalle seines Sports. „Dörk“ sei einfach ein großartiger Spieler, „einer der besten Werfer aller Zeiten“.

Ein Platz in der Hall of Fame gebühre ihm, „weil er diese eine Meisterschaft geholt hat“, sagt O'Neal. „Sehr viele große Spieler haben ja keinen Titel geholt - auf diese Liste kann man ihn nicht setzen. Nein, er wird bei Larry Bird und Magic Johnson stehen, den großartigen Shootern, die auch etwas gewonnen haben.“

Shaquille O'Neal, TV-Analyst, Schauspieler, Rapper, hat selbstverständlich noch etwas mehr gewonnen, zum Beispiel vier NBA-Titel, er war wertvollster Spieler der Saison und der Finals, das sogar dreimal, er ist 15-maliger Allstar. Nowitzki, Nummer 16 der „ewigen“ Scorerliste, werde ihn, die Nummer 6, schon irgendwann überholen, sagt der 41-Jährige, aber: „So groß wie ich wird er schon nicht werden.“ Wieder das kehlige Lachen.

„Shaq“ glaubt auch, dass Nowitzki, inzwischen 35, seine besten Tage hinter sich hat. Ein Problem sieht er darin nicht. „Jeder wird älter. Aber das Gute, wenn du ein Shooter bist, ist: Du kannst immer werfen. Du kannst einen Block nehmen, dann vom Verteidiger weggehen - und werfen. Das ist schon okay“, sagt er.

Seit Dienstag hat er noch exakt 3333 Punkte Vorsprung auf Nowitzki, das ist doch relativ beruhigend. Als Mitbesitzer der Sacramento Kings würde er den Deutschen sogar gerne verpflichten - nicht, um ihn auszubremsen: „Wir würden es lieben, einen Typen wie ihn zu bekommen. Aber Mark Cuban (Mavs-Besitzer, d. Red.) würde das gar nicht gerne sehen.“ „Shaq“ lacht, er hofft, er trifft „Dörk“ in der Hall of Fame: „Sie sagen, dass ich da reindarf.“

Das darf er, allerdings muss er sich noch gedulden - sein Karriereende ist noch nicht lange genug her. Doch die Karriere, lange 19 Jahre, sie ist ihm anzusehen. Shaquille O'Neal ist immer noch ein Gigant von einem Mann, sein Kreuz passt mit Mühe durch den Türrahmen, er hat Hände wie Boxtrainer Pratzen. Aber er bewegt sich schwerfällig. Seine Knochen hatten viel zu tragen, die Gelenke viel auszuhalten. Nur sein Mundwerk, das ist schnell. Wie eh und je.

Wenn er Nowitzki nicht bekomme, werde er eben die anderen Superstars jagen. „Wir werden ein paar Trades machen dieses Jahr, dann werden wir auf die Free Agents warten“, sagt er. Und jetzt, auf Deutsch: „Tschüss!“

sid

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