Rennen auf Jamaika

Sieg, Kuss und Ehrenrunde: 30.000 Fans verabschieden Usain Bolt

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Am Samstag trat Supersprinter Usain Bolt zum letzten Mal vor seinen Fans in Jamaika an. Endgültig Schluss ist erst im August bei der WM in London.

Mit einem bewegenden Volksfest im Nationalstadion von Kingston ist Jamaikas Leichtathletik-Legende Usain Bolt von seinen Fans verabschiedet worden.

Kingston - Das Feuerwerk erleuchtete den Nachthimmel. Die Fans kreischten noch etwas lauter, schwenkten ihre Jamaika-Flaggen noch etwas stolzer und bliesen noch stärker in ihre Vuvuzelas. Andere zückten tanzend ihre Smartphones, sie mussten diesen Moment einfach festhalten - Usain Bolts letztes Rennen auf jamaikanischem Boden. Große Party, große Emotionen. Eben der Abschied eines Nationalhelden.

"Mir fehlen die Worte", sagte Bolt, nachdem er unter dem Jubel von 30.000 Anhängern im vollgepackten Nationalstadion von Kingston noch einmal 100 m gerannt war: "Diese Atmosphäre, diese Leute - es war wirklich nervenaufreibend." Natürlich gewann der Superstar sein letztes Rennen vor seinen Landsleuten. Die Zeit: Mäßige 10,03 Sekunden. Aber das war an diesem spektakulären Abend Nebensache. "Ich wollte eine gute Show liefern", sagte er.

Es ist Bolts letzter Sommer als Sprinter, im August fällt der Vorhang. Endgültig. Unter dem Motto "Salute to a Legend" begann nun die große Abschiedstournee des 30-Jährigen, und Jamaika verbeugte sich noch einmal vor dem neben Bob Marley wohl berühmtesten Sohn der Insel. Selbst Jamaikas Premierminister Andrew Holness machte dem achtmaligen Olympiasieger die Aufwartung, auch IAAF-Präsident Sebastian Coe wollte Bolt die Hand schütteln. Perfekt inszeniert.

Und der letzte Pop-Star der Leichtathletik genoss das Bad in der vergnügten Menge. Natürlich zeigte Bolt seine berühmte Blitz-Geste, er tanzte zur Reggae-Musik, er küsste die Ziellinie und feierte auf der Tribüne mit Freunden und Familie, umarmte seine Mutter Jennifer und Papa Wellesley. "Ohne sie hätte ich es nie geschafft", sagte Bolt an dem Ort, wo für ihn vor 15 Jahren alles begonnen hatte. Im Jahr 2002 wurde der Schlaks als 15-Jähriger in Kingston Juniorenweltmeister über 200 m, es war die Geburtsstädte seines Mythos.

Und was Bolt seitdem geschafft hat, wurde jetzt in Kingston noch einmal deutlich. Bolt läuft ja nicht einfach nur geradeaus, Bolt liefert Spektakel, seine Rennen sind Ereignisse. Er ist der aufregendste Leichtathlet der Gegenwart, einer der Größten der Geschichte. "Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals diese Höhen in der Leichtathletik erreichen würde", sagte Bolt, elfmaliger Weltmeister, Weltrekordhalter über 100 und 200 m sowie mit der Sprint-Staffel: "Jetzt eine Legende zu sein, ist etwas Großartiges." Keine Frage - Bolt wird der Leichtathletik fehlen.

Und nun? Bolt läuft jetzt noch in Ostrau (28. Juni), in Monaco (21. Juli), und natürlich will er bei der WM in London (4. bis 13. August) seine drei Titel erfolgreich verteidigen. Aber auf diesem Weg liegt noch viel Arbeit vor ihm. "Es war mein erstes Rennen des Jahres und ich habe nichts Spektakuläres erwartet", sagte Bolt, der mit seinen 10,03 Sekunden derzeit nur die Nummer 15 in der Welt ist. Aber Bolt ist und bleibt eben Bolt. Und wenn es um Medaillen ging, war der Jamaikaner bisher immer in Top-Form.

sid

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