Kohlschreiber souverän weiter

"Das nervt": Schnelles Aus für Haas am Hamburger Rothenbaum

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Tommy Haas schied bei seinem letzten Start in Hamburg in Runde eins aus. Foto: Daniel Bockwoldt

Tommy Haas hatte sich für seinen Abschied aus Hamburg so viel vorgenommen, sogar die Familie war aus den USA angereist. Im tiefen Sand am Rothenbaum verlor der 39-Jährige aber schnell sein Erstrundenmatch. Überzeugen konnte Kohlschreiber.

Hamburg (dpa) - Tschüss Hamburg! Der tiefe Sand und das regnerische Wetter spielten dem 39-jährigen Tommy Haas beim letzten Tennis-Auftritt als Einzelspieler in seiner Geburtsstadt nicht in die Karten.

20 Jahre nach dem Debüt bei der German Open am Rothenbaum verlor der Wahl-Amerikaner in der ersten Runde mit 5:7, 2:6 gegen den Argentinier Nicolas Kicker. "Natürlich sind das besondere Momente", sagte der ehemalige Weltranglisten-Zweite, der eigens seine Verlobte und die beiden Töchter aus Kalifornien hatte einfliegen lassen. "Ich bin nicht zufrieden heut, das nervt grad."

Haas konnte die Wildcard nicht nutzen - und das gebeutelte Traditionsturnier verliert sein Zugpferd. Philipp Kohlschreiber komplettierte immerhin das deutsche Quartett im Achtelfinale. Der Augsburger schlug den 19-jährigen Russen Andrej Rublew mit 6:3, 6:1 und trifft nun auf den an Nummer vier gesetzten Franzosen Gilles Simon. "Ich wollte den Spaß nach vielen Verletzungen wieder spüren", sagte Kohlschreiber.

Turnierdirektor Michael Stich kam extra von der Tribüne und herzte den enttäuschten Haas noch einmal. "Es gehen sehr viele Gedanken durch den Kopf", gab Haas zu. Der langsame Untergrund und das geschlossene Dach seien schwierig gewesen, als Ausrede wollte er es aber nicht gelten lassen: "Ich finde im Moment nicht zu meinem Spiel, da hadert man mit seinem Selbstvertrauen."

Angefeuert vor 4000 Zuschauern begann er auf dem überdachten Centre Court konzentriert und machte mit seinen Aufschlägen sogar Druck auf den Sandplatzspezialisten. Der jahrelang von Schulterproblemen geplagte Oldie serviert immer noch mit mehr als 190 km/h. Ein frühes Break konnte er im 905. Match auf der ATP-Tour ausgleichen, am Ende fehlte aber die Präzision. Wenn er ans Netz kam, passierte ihn der 24-Jährige aus Buenos Aires viel zu oft. Ein Netzroller beendete Satz Nummer eins.

Im zweiten Durchgang lief der Lokalmatador einem frühen Rückstand hinterher und hatte nichts mehr zuzusetzen. "Die großen Emotionen blocken vielleicht ein bisschen", meinte er. Mit etwas Abstand sei er sicher einfach stolz, nach der schwierigen Fußoperation noch einmal wiedergekommen zu sein.

Nun geht es für Haas am Mittwoch noch mit dem 18-jährigen Daniel Altmaier (Kempten) in die Doppelkonkurrenz. Dann hat er für Kitzbühel in der kommenden Woche zugesagt und hofft auf eine Wildcard für die US Open. Dort debütierte der Hanseat 1996 bei einem Grand Slam und verlor als 18-Jähriger ausgerechnet gegen Stich.

Bei der 111. Auflage des Traditionsturniers schied auch der 16 Jahre alte Qualifikant Rudolf Molleker aus. Das Talent aus Oranienburg verlor gegen den an Position drei gesetzten Russen Karen Chatschanow mit 4:6, 3:6. Molleker verletzte sich leicht bei einem Sturz im ersten Satz an der Hand. "Zum Glück ist es nichts Schlimmes", sagte der Youngster, der trotz der Niederlage zufrieden vom Platz ging. "Ich hatte einen sehr würdigen Gegner, da hat es einfach nicht gereicht." Der Teenie begeisterte mit seinen frechen Schlägen die Tennis-Anhänger.

Ausgeschieden ist überraschend der an Nummer zwei gesetzte Pablo Cuevas aus Uruguay. Er verlor gegen den Russen Andrej Kusnezow mit 6:3, 5:7, 4:6, der nun auf Florian Mayer (Bayreuth) trifft.

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