Favoritin setzt sich durch

Worley holt Gold im Riesenslalom - Rebensburg raus

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Kleine ganz groß: Tessa Worley rast zum WM-Titel im Riesenslalom.

St. Moritz - Tessa Worley heißt die neue Weltmeisterin im Riesenslalom. Die Französin holt den Titel zum zweiten Mal. Viktoria Rebensburg erlebt dagegen eine Enttäuschung.

Die Französin Tessa Worley hat zum zweiten Mal nach 2013 WM-Gold im Riesenslalom gewonnen. Die 27-Jährige, die mit Frankreich bereits im Team Event den Titel gewonnen hatte, setzte sich in St. Moritz vor Mikaela Shiffrin aus den USA (0,34 Sekunden zurück) und Sofia Goggia aus Italien (0,74) durch.

Die deutsche Medaillenkandidatin Viktoria Rebensburg (Kreuth) erlebte bei ihrem letzten Einsatz ein Debakel und schied bereits im ersten Lauf nach nicht einmal 30 Fahrsekunden aus. Lena Dürr (Germering) kam als beste Deutsche auf Rang 26.

Letzte Chance vertan: Viktoria Rebensburg verpasst die erhoffte Medaille im Riesenslalom deutlich.

Worley holt vierte WM-Goldmedaille

Worley, wegen ihrer Größe von nur 1,57 m in ihrer Heimat Pisten-"Floh" (puce) genannt, ist es die insgesamt vierte WM-Goldmedaille. Auch 2011 gehörte sie dem siegreichen französischen Team an. "Das ist unglaublich, ich weiß, dass es alle von mir erwartet haben, ich selbst auch, aber ich musste mein bestes Skifahren zeigen", sagte Worley und ergänzte: "Es war kein einfacher Tag, aber er ist in einer superschönen Art und Weise zu Ende gegangen."

Ende 2013 hatte sich Worley einen Kreuzbandriss und einen Meniskusschaden im rechten Knie zugezogen. Erst in diesem Winter wurde sie wieder zur Siegfahrerin, gewann drei der sieben Riesentorläufe und belegte drei Mal Rang zwei.

Stolze Siegerin: Tessa Worley präsentiert stolz die französische Flagge.

Rebensburg verliert bei Rechtsschwung die Kontrolle

Rebensburg haderte mit ihrem Aus, zumal es ein "perfekter Tag für ein WM-Rennen" gewesen sei. Bei einem Rechtsschwung verlor sie die Kontrolle über einen Ski, dann kam ihr eine leichte Welle dazwischen, der Ski griff wieder, "es hat mich ausgehoben, verdreht, bis ich dann wieder Druck auf dem Außenski hatte, war das nächste Tor schon auf meiner Höhe". Sie brach ihre Fahrt ab, "ich bin froh, dass nicht mehr passiert ist", berichtete sie. An ihrer Enttäuschung änderte das nichts: "Es ist sehr, sehr bitter. Es wäre Vieles möglich gewesen."

Maria Höfl-Riesch griff die ehemalige Mannschaftskollegin ungewohnt deutlich an. Die dreimalige Olympiasiegerin warf Rebensburg in der ARD vor, nicht alles gegeben zu haben, um im Kurs zu bleiben. "Das war bei der Vicky schon immer so, auch in jungen Jahren: Wenn es eng und kritisch wurde, hat sie immer das nächste Tor ausgelassen, statt eine Verletzung zu riskieren", sagte Höfl-Riesch. Rebensburg hätte "vielleicht ein paar Zehntel verloren, aber sie hat schon früher gezeigt, dass sie das in zweiten Durchgängen aufholen kann. Und: Es ist eine WM, es war ihre letzte Chance!" DSV-Alpindirektor wollte der sachlichen Kritik nicht widersprechen.

Der Anfang vom Ende: Viktoria Rebensburg verliert die Kontrolle über ihren rechten Ski und scheidet aus.

WM der verpassten Gelegenheiten für Rebensburg

Es war nach einer bislang durchwachsenen Saison eine WM der verpassten Gelegenheiten für Rebensburg. Im Super-G ist sie um die Medaillen mitgefahren - sie verpasste Bronze um 0,17 Sekunden. In der Abfahrt gehörte sie zum Kreis derer, die im Idealfall aufs Podest fahren konnten - sie enttäuschte als Elfte. Am Dienstag, im Team-Wettbewerb, kam sie beim Ausscheiden in der ersten Runde nicht zum Einsatz. Und nun, im Riesenslalom, ihrer Lieblingsdisziplin, der Tiefschlag. "Man steht da und schaut den anderen zu. Das tut sehr weh", sagte Rebensburg - und es war ihr anzusehen, wie sehr sie das alles schmerzte.

Den Vorwurf, nicht alles gegeben zu haben, wollte Rebensburg allerdings nicht auf sich sitzen lassen. "Ich denke, mit einem Steher, einem Bremser, um gerade noch so wieder rüber, rauf zu fahren, wäre die Möglichkeit da gewesen", wieder in den Kurs zu kommen. "Aber die Zeit ist sowieso weg gewesen, es geht extrem schnell in dem Moment, das ist ein Bruchteil einer Sekunde, in dem man die Entscheidung treffen muss." Rebensburg entschied: Das war es.

sid

Zurück zur Übersicht: Sport-Mix

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser