Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen

Vierschanzentournee: Norweger Tande gewinnt - Eisenbichler Vierter

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Starke Leistung: Markus Eisenbichler wurde beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen Vierter.

Garmisch-Partenkirchen - Markus Eisenbichler hat seine gute Form beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen bestätigt. Der Siegsdorfer wurde beim Sieg des Norwegers Daniel-André Tande starker Vierter.

Update vom 2. Januar 2017: Innsbruck ist am Dienstag und Mittwoche dritte Station der Vierschanzentournee 2016/2017. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Skispringen in Innsbruck live im TV und Live-Stream sehen können.

Markus Eisenbichler freute sich auch über Platz vier wie ein Schneekönig, Bundestrainer Werner Schuster musste sich hingegen ein Lächeln abringen: Die deutschen Skispringer um Senkrechtstarter Eisenbichler haben auch beim Neujahrsspringen das Podest knapp verpasst und sind 15 Jahre nach dem letzten Heimerfolg in Garmisch-Partenkirchen durch Sven Hannawald erneut leer ausgegangen. Eisenbichler musste trotz einer starken Leistung die derzeitige Überlegenheit eines famosen Trios um Sieger Daniel Andre Tande anerkennen.

"Hätte mir vorher einer gesagt, dass ich beim Neujahrsspringen Vierter werde, hätte ich gesagt: Träum weiter. Ich kann echt zufrieden sein", sagte der 25 Jahre alte Siegsdorfer, der vor 20.000 Zuschauern in der ausverkauften altehrwürdigen Arena sein zweitbestes Karriere-Resultat verbuchte - Anfang Dezember war er als Dritter in Lillehammer erstmals aufs Stockerl gesprungen. Leichte Wackler beim Landen verhinderten erneut den Sprung unter die besten Drei.

Diese waren allerdings von ausgesuchter Spitzenqualität: Sieger Tande setzte sich mit Sprüngen auf 138,0 und 142,0 m (289,2 Punkte) vor dem Polen Kamil Stoch (286,0) und Oberstdorf-Sieger Stefan Kraft aus Österreich (282,4) durch. Der 17 Jahre alte Domen Prevc, als Topfavorit in die Tournee gegangen, kam auf Rang fünf (278,5).

Doppel-Olympiasieger Stoch, der mit 143,0 m im zweiten Durchgang nur einen halben Meter unter dem Schanzenrekord von Simon Ammann blieb, übernahm die Führung in der Tournee-Wertung mit 591,2 Punkten hauchdünn vor Kraft (590,4) und Tande (584,6), Eisenbichler (572,0) schob sich auf Platz vier vor. "Markus kann es noch aufs Podium schaffen, aber es wird extrem schwierig", sagte Bundestrainer Schuster.

Eisenbichler: „Heute waren drei andere einfach besser“

So weit wollte Eisenbichler noch gar nicht denken. "Ob ich am Ende aufs Treppchen komme oder nicht, ist mir ziemlich wurscht. Ich mache einfach mein Zeug. Heute waren drei andere einfach besser", sagte Eisenbichler. Coach Schuster tat sich ein wenig schwerer. "Wenn man olympische Maßstäbe ansetzt, ist der vierte natürlich ein undankbarer Platz. Aber bei Markus sollte man das nicht tun. Seine Entwicklung ist atemberaubend", sagte der Österreicher.

Bei Kaiserwetter am Gudiberg setzte sich unterdessen die Krise von Weltmeister Severin Freund fort. Der 28 Jahre alte Niederbayer, im Vorjahr in Garmisch Dritter, kam auf der von ihm wenig geliebten Anlage nur auf Platz 21 und kann endgültig alle Hoffnungen auf eine vordere Tournee-Platzierung begraben. "Manchmal muss man so etwas schlucken. Sportlerleben haben auch Täler", sagte Freund.

Zweitbester Deutscher wurde Stephan Leyhe (Willingen), der als Achter (268,8) sein bestes Karriere-Resultat im Weltcup verbuchte, vor Team-Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding) auf Platz 13 (259,0). Richard Freitag, vor zwei Jahren in Innsbruck noch Tournee-Tagessieger, sorgte mit einem schwachen ersten und einem besseren zweiten Sprung für Licht und Schatten, wurde 15. (254,9). "Es war okay, aber irgendetwas geht mir ab. Das ärgert mich", sagte Freitag.

An einem gediegenen Silvesterabend hatten sich die deutschen Springer zuvor noch etwas Zerstreuung gegönnt. "Wir haben sehr gut diniert, es war ganz entspannt. Wir haben uns mal kurzzeitig nicht um Skispringen gekümmert", sagte Bundestrainer Schuster. Am Morgen danach waren seine Jungs aber gänzlich aufs Kerngeschäft fokussiert.

Aufatmen durfte derweil Hannawald: Der 42-Jährige bleibt mindestens für ein weiteres Jahr der einzige Skispringer mit Siegen auf allen vier Schanzen während einer Tournee.

Am Montag haben Eisenbichler und Co. Zeit zum Durchpusten, dann steht der einzige Ruhetag der Tournee an. Am Dienstag (14.00 Uhr/ARD und Eurosport) folgt die Qualifikation für das Bergisel-Springen in Innsbruck.

sid

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