WADA begnadigt Russland

Skandal in der Sportwelt: "Doping-Russland" darf zurück auf die große Bühne

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Pyeongchang 2018 - Eishockey
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Seychellen - 2015 wurde die russische Anti-Doping-Agentur (RUSADA) von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wegen des durchorganisierten Betrugs suspendiert. Dies hatte unter anderem zur Folge, dass Russland von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen wurde. Am Donnerstag wurde RUSADA offiziell als Kontrollagentur wieder anerkannt, obwohl zwei bedeutende Kriterien nicht erfüllt wurden. 

Die russische Kontroll-Agentur RUSADA wurde im November 2015 mit Hilfe eines Untersuchungsberichtes von Richard McLaren des systematischen Dopings überführt. Damals wurde aufgedeckt, dass tausende Dopingtests manipuliert und zahlreiche Proben unterschlagen wurden. Es war auch die Rede von einer staatlichen Lenkung des Betrugs. 

Die Konsequenz: Viele Medaillen wurden russischen Sportlern aberkannt und die Athleten gesperrt. Während der Leichtathletik-Weltverband Russland komplett von Wettkämpfen ausschloss, durften einige russische Stars bei den Olympischen Spielen 2018 unter neutraler Flagge starten.

Doch nun die Kehrtwende der WADA. Am Donnerstagnachmittag entschied die Welt-Anti-Doping-Agentur auf den Seychellen, RUSADA wieder aufzunehmen, berichtet tagesspiegel.de. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass der Weg für die endgültige Rückkehr Russlands auf die große Bühne des Sports frei ist.

„Im Moment stinkt das ganze Vorgehen einfach zum Himmel"

Die Sportwelt ist empört. Travis Tygart, Boss der US-Anti-Doping-Agentur, sagt zu bild.de: „Im Moment stinkt das ganze Vorgehen einfach zum Himmel. Die Wada – stark beeinflusst von einigen Funktionären des IOC – will Russland zurück, koste es, was es wolle. Sogar auf Kosten der eigenen Glaubwürdigkeit.“ 

Die Wiederaufnahme der RUSADA wirft viele Fragen auf, beachtet man, dass zwei wichtige Kriterien für ein Beendigung der Suspendierung von Russland nicht erfüllt wurden. Zum einen forderte die WADA, dass Russland den  Bericht von Richard McLaren anerkennt und somit staatliches Doping einräumt. Zum anderen wird der WADA offenbar weiterhin der Zugang zum Moskauer Analyselabor und den dort verhandenen Dopingproben verwehrt. Die WADA sprach im Vorfeld der Abstimmung am Donnerstag von einem Kompromiss. 

Eine Frage der Zeit

Zwar bestätigte der deutsche IOC-Präsident Thomas Bach bereits im Februar diesen Jahres, dass Russland an den kommenden Olympischen Spielen wieder teilnehmen darf, doch dieser Beschluss stellt sicher, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis auch sämtliche andere Weltsportverbände Russland eine Teilnahme an Großereignissen gestatten.

 

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