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Olympiasieg-Party auf dem Traumschiff

500.000 Euro Schaden durch wilde Hockey-Fete

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Die Hockey-Herren feierten ihren Olympiasieg auf der MS Deutschland - mit Folgen...

Köln - Böses Erwachen nach der wilden Gold-Party: Rund 500.000 Euro soll die Beseitigung der Schäden kosten, die nach der Olympia-Fete der Hockey-Männer auf dem Traumschiff MS Deutschland entstanden sind.

Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hatte damals zwar in einer ersten Reaktion erklärt, er wolle für entstandene Schäden aufkommen, doch Präsident Stephan Abel erklärte am Dienstag, die Höhe des nun im Raum stehenden Schadens sei „völlig unverhältnismäßig“. Eine Kostenforderung habe man noch nicht erhalten. Reederei-Sprecherin Kornelia Kneissl von der Deilmann-Werft wollte die bereits in Bild genannten Zahlen nicht bestätigen, machte jedoch deutlich, die Schäden an den Teppichen würden sich auf rund 50.000 Euro belaufen. Auch die Polster seien ein beträchtlicher Posten. Kneissl: „Eine kaputt gegangene Glasdecke auf dem Lido-Deck wurde über Nacht repariert, auch das beschädigte Taekholz ist nicht so sehr das Problem.“

Vielmehr seien dies die beschädigten Teppiche, die den Gästen auf dem Fünf-Sterne-Schiff nicht mehr präsentiert werden könnten und kurzfristig ersetzt werden müssten. Die Neuverlegung der Böden bedeute, dass das laut Werft im Sommer und Winter ständig ausgebuchte Schiff in nächster Zeit wohl etliche Tage nicht unterwegs sein könnte. Kneissl: „Bei 480 Gästen und Kosten von fast 400 Euro pro Person ist das pro Tag schon ein Ausfall von 75.000 Euro.“ Würde das Schiff sechs Tage ausfallen, wären es 450.000 Euro. Eine Rechnung hat der DHB noch nicht erhalten.

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Gold, Silber, Bronze - die deutschen Medaillengewinner bei Olympia 2012

Britta Heidemann hat den deutschen Medaillenbann gebrochen - die Degenfechterin holte mit Silber das erste deutsche Edelmetall. © dpa
Für das erste Gold sorgte dann die deutsche Equipe im Vielseitigkeitsreiten. Michael Jung, Ingrid Klimke, Sandra Auffarth, Dirk Schrade, Peter Thomsen ritten der Konkurrenz einfach auf und davon. © dpa
Michael jung bescherte sich an seinem 30. Geburtstag gleich ein zweites Mal mit Gold: Nach dem Erfolg mit der Mannschaft holte er sich auch den Sieg in der Einzelkonkurrenz. © dpa
Teamkollegin Sandra Auffarth kam im gleichen Wettbewerb auf den dritten Platz - die erste Bronzemedaille für das deutsche Olympiateam! © dapd
Eine echte Überraschung gelang Sideris Tasiadis: Im Kanuslalom im Canadier-Einer holte der Augsburger Silber. © dpa
Nach Gold in Peking vor vier Jahren bestätigte Judoka Ole Bischof seine Leistung auch in London. Der Reutlinger musste sich erst im Finale geschlagen geben - Silber! © dpa
Julia Richter, Carina Bär, Annekatrin Thiele und Britta Oppelt holen das erste Edelmetall auf dem Dorney Lake - die Deutschen rudern im Doppelvierer zur Silbermedaille. © dapd
Gold für das Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes: Filip Adamski, Andreas Kuffner, Eric Johannesen, Maximilian Reinelt, Richard Schmidt, Lukas Müller, Florian Mennigen, Kristof Wilke und Martin Sauer werden ihrer Favoritenrolle gerecht. © dapd
Judith Arndt hat in ihrem letzten olympischen Radrennen auf der Straße die Silbermedaille im Zeitfahren gewonnen. © dapd
Noch ein Augsburger Medaillengewinner! Nach Sideris Tasiadis am Tag zuvor hat Slalomkanute Hannes Aigner im Kajak Bronze geholt. © dpa
Tony Martin sicherte den Radfahrern das zweite Edelmetall auf den Straßen Londons: Im Zeitfahren wurde er Zweiter. © dpa
Kerstin Thiele hat im Judo in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm völlig überraschend Silber erkämpft. © dpa
Marcel Nguyen aus Unterhaching, der in München geboren ist, hat beim Mehrkampf-Finale der Kunstturner überraschend die Silbermedaille gewonnen. © dpa
Dimitrij Ovtcharov sicherte sich überraschend Bronze im Tischtennis-Einzel. © dpa
Judoka Dimitri Peters legte einen bärenstarken Auftritt hin und sichert sich ebenfalls Bronze. © dpa
Kristina Vogel und Miriam Welte haben sich im Bahnrad-Teamsprint Gold geholt, obwohl sie das Finale gegen China verloren haben. Doch die Asiatinnen wurden nachträglich wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert. © dpa
Die Teamsprinter Rene Enders, Maximilian Levy und Robert Förstemann haben im Teamsprint der Männer wenig später ganz ohne Jury-Entscheid die Bronzemedaille gewonnen. © dpa
Das nächste Ruder-Gold im Doppel-Vierer der Männer: Karl Schulze (Dresden), Philipp Wende (Wurzen), Lauritz Schoof (Rendsburg) und Tim Grohmann (Dresden) siegten nach einer eindrucksvollen Leistung bei der olympischen Ruder-Regatta auf dem Dorney Lake. © getty
Judoka Andreas Tölzer (r.) sicherte sich im Schwergewicht das bronzene Edelmetall. © dpa
David Storl hat im Kugelstoßen die erste Leichtathletikmedaille für die Deutschen geholt - Silber! © dpa
Erst Silber, dann disqualifiziert, dann Silber: Siebenkämpferin Lilli Schwarzkopf macht es spannend - und holt am Ende doch eine Medaille! © dpa
Auch sie fielen einer Jury-Entscheidung zum Opfer und verpassten so das Finale. Die Herren freuten sich dann aber dennoch über Edelmetall: Das Florett-Team Benjamin Kleibrink (L-R), Peter Joppich und André Wessels holten Bronze. Nicht im Bild ist Sebastian Bachmann, der nach einem Sturz in seinem Gefecht verletzt aufgeben musste. © dpa
Marcel Nguyen sorgte nach seinem zweiten Platz im Mehrkampf für die erste Olympia-Medaille seit 24 Jahren für deutsche Turner am Barren. Er holte Silber. © dpa
Fabian Hambüchen hat sich mit Silber am Reck seinen Traum von einer erneuten Olympia-Medaille erfüllt. © dpa
Nach achtmal Gold bei acht Starts hintereinander gewann das deutsche Dressur-Team diesmal "nur" die Silbermedaille. © dpa
Maximilian Levy hat im Keirin-Wettbewerb der Bahnradfahrer Silber geholt. © dpa
Robert Harting hat im Diskus Gold geholt © dpa
Sebastian Brendel holte sich Gold im Einer-Canadier. © dpa
Martin Hollstein und Andreas Ihle paddelten im Zweier-Kajak dank eines tollen Endspurts zu Bronze. © dpa
Max Hoff schnappte sich im Einer-Kajak Bronze. © AP
Der deutsche Vierer mit Carolin Leonhardt (Lampertheim), Franziska Weber (Potsdam), Katrin Wagner-Augustin (Potsdam) und Tina Dietze (Leipzig) schaufelte sich zu Silber. © dpa
Timo Boll gewinnt mit der deutschen Tischtennis-Mannschaft durch einen Sieg über Hongkong Bronze © dpa
Doppel-Gold in 60 Minuten: Erst holten Peter Kretschmer und Kurt Kuschela mit einem sensationellen Schlussspurt im Zweier-Canadier Gold, ... © dpa
... eine Stunde später fuhren Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak souverän zum Olympiasieg. © Getty
Für eine Sensation im Beachvolleyball sorgten Julius Brink und Jonas Reckermann: Die Kölner sichern sich Gold! © dpa
Christina Obergföll wirft den Speer zu Silber. © dpa
Linda Stahl holt sich im selben Wettbewerb überraschend Bronze. © dpa
Thomas Lurz bleibt zwar über die Langstrecke von 10km das erhoffte Gold verwehrt aber mit Silber darf sich der Schwimmer immerhin schmücken. © dpa
Raphael Holzdeppe steigerte seine Bestleistung im Stabhochsprung und holte Bronze. © dpa
Noch besser lief es für Björn Otto: Der Dormagener sicherte sich die Silbermedaille. © dapd
Betty Heilder musste lange zittern, doch als die Kampfrichter nochmal mit dem altmodischen Maßband rausholten, war klar: Bronze für die Weltrekordhalterin im Hammerwerfen. © dpa
Taekwondoka Helena Fromm musste zwar durch die Trostrunde, doch am Ende klappte es mit der Bronzemedaille! © dpa
Sabine Spitz gewinnt im Mountainbike-Wettbewerb Silber und komplettiert damit nach Bronze in Athen und Gold in Peking ihren olymischen Medaillensatz. © dpa
Mit seinen beiden Treffern im Finale sichert Jan Philipp Rabente Deutschland Gold im Herren-Hockey. © dpa

„Ich bin sehr gespannt, was dem Anwalt der Reederei einfällt“, sagte DHB-Vizepräsident Remo Laschet, der den Geschäftsführer der Reederei nach einem Telefonat aufforderte, mögliche Forderungen schriftlich einzureichen. Der Kölner Anwalt gibt sich zuversichtlich, dass die Rederei den Verband nicht haftbar machen kann: „Wir waren weder Veranstalter der Party, wir waren nicht eingeladen, wir haben selbst nichts kaputt gemacht, noch haften wir für das, was 400 Gäste tun, die bei der Hockeyfete mit 18 Spielern feiern.“ Dass es offensichtliche Schäden gab, hatte die viermalige Kanu-Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin bestätigt: „Der Kapitän war sehr sauer. Es sind wohl einige Teile zu Bruch gegangen in den letzten Tagen. Das kann schon mal passieren, wenn Herren zu viel Alkohol trinken“, sagte die Olympiazweite von London.

Die Hockeyspieler hatten das Problem aber heruntergespielt. Jan Philipp Rabente, zweifacher Torschütze beim 2:1-Finalerfolg gegen die Niederlande: „Es geht schon mal ein Bier verschüttet oder ein Rotweinglas kaputt. Aber ganz so schlimm war es auch nicht.“ Torwart Max Weinhold: „Wir haben Gold gewonnen und natürlich gefeiert, wir hatten Spaß und Freude, und ein bisschen Schwund ist immer...“ Zwei Tage nach der Fete hinterließ das Schiff bei der Rückfahrt mit 217 Olympiateilnehmern von London zur Siegesfeier in Hamburg jedoch nicht den Eindruck, als seien größere Schäden am Inventar entstanden. Kapitän Andreas Greulich erklärte, die Mannschaft habe sich bei ihm entschuldigt, damit sei die Angelegenheit abgehakt.

sid

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