70:68 im 5. Satz! Isner gewinnt Marathonmatch

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Nach elf Stunden und fünf Minuten war es vollbracht: John Isner hat das Marathonmatch bei den All England Championships in Wimbledon gewonnen.

London - Nach elf Stunden und fünf Minuten war es vollbracht: John Isner hat das Marathonmatch bei den All England Championships in Wimbledon gewonnen. Mit zwei Punkten Vorsprung geht er in die Geschichte ein.

Geschichte wird nicht selten im Verborgenen geschrieben. Das ist im Wimbledon dieser Tage auch so. Vielleicht lag es daran, dass Roger Federer ausnahmsweise mal nicht involviert war, als ein Rekord für die Ewigkeit aufgestellt wurde. John Isner und Nicolas Mahut spielten das längte Tennis-Match der Geschichte in der ersten Wimbledon-Runde zunächst fast unbemerkt auf dem Nebenplatz 18 und verbesserten den Megarekord am Donnerstag nach drei Tagen Spielzeit auf 11:05 Stunden. Der Amerikaner Isner war schließlich der Glücklichere, der mit dem ersten Matchball an diesem Tag und seinem fünften insgesamt die denkwürdige Partie mit 70:68 beendete.

Das am Dienstag begonnene Endlos-Rekordmatch war am Mittwoch nach zehn Stunden Spielzeit beim Stand von 59:59 im 5. Satz ein zweites Mal vertagt wurde. Schon da stand der Rekord fest und schon da drängten sich die Zuschauer auf dem unscheinbaren Platz im Schatten des Fernsehzentrums. Den finalen Akt schließlich wollten alle sehen, die eine Karte für die ehrwürdige Anlage an der Church Road ergattert hatten. Nur Queen Elizabeth II. nicht, die nach 33 Jahren wieder einmal in Wimbledon vorbeigeschaut hatte.

Am Ende des Rekord-Festivals sank Isner rücklings ins Gras. Es war wie nach einem Triumph im Wimbledon-Finale - aber irgendwie war es ja auch so etwas ähnliches. Bei der Umarmung am Netz konnten beide kaum mehr stehen, und Tränen schienen über ihre Wangen zu kullern. “Ich bin ein bisschen müde“, sagte Sieger Eisner und Mahut freute sich über das “größte Match bei dem bedeutendsten Turnier der Welt“. Und er sei stolz darauf, ein Teil dieser Geschichte zu sein.

Die historische Dimension dieses Tennis-Klassikers würdigte der All England Club mit einem Sonderpreis, den Tim Henman und Wimbledon-Siegerin Ann Jones noch auf dem Platz an die Spieler und den schwedischen Schiedsrichter Mohamed Lahyani übergaben. Die Zuschauer standen da schon lange wieder auf ihren Sitzen und brachten den Hauptdarstellern Ovationen dar. Zwar zählen beide nicht zu den Favoriten in Wimbledon, aber die Art und Weise, wie sie sich die Asse um die Ohren gehauen haben, war spektakulär und begeisternd. Der Rekord des Kroaten Ivo Karlovic, der im vorigen Jahr 78 Asse geschlagen hatte, purzelte: Am Ende schafften sowohl Isner (112) als auch Mahut (103) mehr und knackten als erste die 100er-Grenze.

So sexy ist Damen-Tennis

Die Göttinnen des weißen Sports sind super durchtrainiert und super sexy. © ap
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“Ich würde ja gerne noch weiterspielen, aber ich kann den Ball nicht mehr sehen“, entschuldigte sich Mahut am Mittwochabend beim Stand von 59:59 und schon wieder hereinbrechender Dunkelheit. Dem Weltranglisten-148. steckten drei Matches in der Qualifikation in den Knochen. Und ein anderes Marathon-Match gegen den Briten Alex Bogdanovic, das er im entscheidenden Satz mit 24:22 gewann.

Ja, ja - der fünfte Satz, der in Wimbledon anders als bei den US Open nach wie vor nicht im Tiebreak entschieden wird. Diskussionen gibt es, aber die Tradition obsiegt. Allein der finale Durchgang im Match zwischen Isner und Mahut dauerte acht Stunden und elf Minuten und war damit länger als das bis dato längste Grand-Slam-Match zwischen den Franzosen Fabrice Santoro und Arnaud Clement 2004 bei den French Open, das Santoro nach 6:33 Stunden mit 6:4, 6:3, 6:7 (7:5), 3:6, 16:14 gewann.

Zweite Runde: Riese Isner trifft auf kleinen Gegner

“Sowas wie hier wird nie wieder passieren“, sagte Isner mit starrem Blick und leiser Stimme und wirkte dabei, als habe er die letzten Bälle gleichsam in Trance gespielt. “Er hat fantastisch serviert, ich habe fantastisch serviert. Mehr ist dazu nicht zu sagen.“ Der Weltranglisten-19. und Mahut haben auch in punkto meiste Spiele in einem Satz den früheren deutschen Davis-Cup-Kapitän Nikola Pilic und Nicola Pietrangeli (1962) sowie Pancho Gonzalez und Charlie Pasarell (1969), die jeweils 46 schafften, übertrumpft und stellten mit 138 einen weiteren Rekord für die Ewigkeit auf.

2,06-Meter-Mann Isner trifft übrigens in der zweiten Runde auf einen kleinen Marathon-Mann. Der Niederländer Thiemo de Bakker brauchte auch fünf Sätze, ehe er den Kolumbianer Santiago Giraldo 6:7 (4:7), 6:4, 6:3, 5:7, 16:14 niedergerungen hatte. Aber das ist schon viel länger her als Isners Rekord für die Ewigkeit.

dpa

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