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DFB-Stimmen zur „aberwitzigen Niederlage“

Kritischer Gündogan weiß nicht, „ob jemals ein einfacheres Tor bei einer WM erzielt wurde“

Ilkay Gündogan suchte nach Erklärungen für die 1:2-Auftaktpleite gegen Japan.
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Ilkay Gündogan suchte nach Erklärungen für die 1:2-Auftaktpleite gegen Japan.

Katar – Vor dem Anpfiff setzte die deutsche Nationalmannschaft ein starkes Zeichen, als man sich demonstrativ die Hand vor den Mund hielt. In der letzten Viertelstunde der Partie waren es dann wiederum die DFB-Fans, die sich die Hand vor das Gesicht hielten – aber nicht vor den Mund.

Das Spiel in der Statistik:

Deutschland:Neuer - Süle, Rüdiger, Schlotterbeck, Raum - Kimmich, Gündogan (68. Goretzka) - Gnabry (89. Moukoko), Müller (68. Hofmann), Musiala (79. Götze) - Havertz (79. Füllkrug).
Japan:Gonda - H. Sakai, Yoshida, Itakura, Nagatomo (57. Mitoma) - Endo, Tanaka (72. Doan) - J. Ito, Kamada, Kubo (46. Tomiyasu) - Maeda (57. Asano)
Schiedsrichter: Ivan Barton (El Salvador)
Tore: 1:0 Gündogan (33., Foulelfmeter), 1:1 Doan (75.), 1:2 Asano (83.)

Starke „Maulkorb“-Geste zu Beginn

Eigentlich begann doch alles so gut beim WM-Auftaktspiel von Deutschland gegen Japan am Mittwochnachmittag (23. November). Die deutschen Fußball-Nationalspieler hatten sich beim Mannschaftsfoto unmittelbar vor dem Anpfiff der WM-Partie gegen Japan demonstrativ die Hand vor den Mund gehalten.

Daraus konnte man ein offensichtliches Zeichen an den Fußball-Weltverband FIFA erkennen, der in Katar die „One Love“-Kapitänsbinde von Manuel Neuer und sechs weiteren europäischen Mannschaftskapitänen verboten hatte. Neuer trug stattdessen im Khalifa International Stadion in Al-Rajjan die von der FIFA vorgegebene „No Discrimination“-Binde, die gegen Diskriminierung jeder Art stehen soll.

Droht das nächste Vorrunden-Aus in einer WM?

Ilkay Gündogan, der den Vorzug vor Leon Goretzka erhalten hatte, hatte den viermaligen Weltmeister per Foulelfmeter in Führung (33.) gebracht, die folgende Überlegenheit mit vielen guten Chancen blieb aber ertraglos. Hansi Flick saß am Ende des Tages aber mit versteinerter Miene auf der Bank, seine Signale zeigten keine Wirkung mehr.

Die deutsche Nationalmannschaft hat zwar mit einer starken „Maulkorb“-Geste ein bemerkenswertes Zeichen gesetzt, die Jagd nach dem fünften WM-Stern begann allerdings wie beim Desaster 2018 in Russland mit einer schlimmen Niederlage. Gegen den viermaligen Asienmeister Japan unterlag die DFB-Auswahl 1:2 (1:0).  

Frustrierter Neuer spricht von einer „Riesen-Enttäuschung“

Völlig frustriert zog sich Manuel Neuer das Trikot über den Kopf und warf seine Handschuhe samt der vermaledeiten Kapitänsbinde auf den Rasen. Fassungslos erlebte die deutsche Nationalmannschaft nach einer vielsagenden Geste gegen die FIFA den nächsten WM-Auftaktschock. „Das ist eine Riesen-Enttäuschung für uns, wir sind frustriert. Für mich ist es so knapp nach dem Spiel schwer zu verstehen, wie wir das aus der Hand gegeben haben“, sagte der Kapitän. 

– und hat auch schon Gründe für das Debakel

Neuer hatte im weiteren Verlauf auch schon die Gründe für das Debakel parat: „Die liegengelassenen Torchancen und die nicht ausreichende Verteidigung waren die Gründe. Japan hat höher gepresst, da haben uns die Ruhe und die gute Positionierung gefehlt. Mit besseren Pässen und mehr Selbstvertrauen wäre es viel besser gewesen. Wir haben den Gegner stark gemacht. Wenn man keine Pässe mit Aussage macht, kommt irgendwann die Retourkutsche, das haben wir uns selbst eingebrockt.“

Die Highlights der Partie im Video:

Stimmen und Reaktionen:

Hansi Flick (Nationaltrainer, Deutschland): „Das ist brutal enttäuschend. Wir hatten viel Ballbesitz, waren mehr als verdient in Führung. Dann hatten wir viele Chancen, die wir nicht gemacht haben – da hat uns Japan, was die Effizienz betrifft, klar geschlagen und deshalb das eine Tor mehr gemacht. Diese individuellen Fehler dürfen einfach nicht passieren. Das müssen wir abstellen. Wir müssen gewisse Dinge besser machen und gehen jetzt in die Analyse. Wir haben dennoch die Qualität, Spanien zu schlagen.“

Ilkay Gündogan (Mittelfeld, Deutschland): „Wie die Gegentore gefallen sind, das war viel zu einfach. Vor allem das zweite – ich weiß nicht, ob jemals bei einer Weltmeisterschaft ein einfacheres Tor erzielt wurde. Das darf nicht passieren, wir sind bei einer WM. Wir haben das Spiel weitestgehend dominiert. Wir hatten unfassbare Möglichkeiten und haben das zweite Tor nicht gemacht. Wir spielen in den Positionen nicht schlecht, aber es fehlt die Überzeugung. Dass man den Ball hält, dass man sich bewegt, dass man sich anbietet. Man hatte das Gefühl, dass nicht jeder den Ball haben wollte.“

Thomas Müller (Sturm, Deutschland): „Wir haben vom Gefühl her über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Ein gutes Spiel zeichnet sich aber dadurch aus, dass man Chancen in Tore ummünzt. Aberwitzig, dass wir hier jetzt mit einer Niederlage dastehen. Wie wir die Tore kassiert haben, haben wir nicht unverdient verloren. Am Ende müssen wir uns die mangelnde Effizienz vorwerfen. Eine Niederlage zum Start ist genau das Gegenteil von dem, was du brauchen kannst. Das ist sportlich einfach zu analysieren, aber emotional schwer zu packen. Jetzt haben wir einen absoluten Nachteil. Gegen Spanien müssen wir fast schon gewinnen. Diesen Druck wollten wir uns eigentlich nehmen.“

mck/dpa/afp

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