Auftaktsieg für Spengler, Schumacher auf Podium

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Bruno Spengler

Hockenheim - Auftaktsieg für Bruno Spengler und erster Podiumsplatz für Ralf Schumacher: Für Mercedes hat die neue Saison der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft perfekt begonnen.

Ausgerechnet die beiden vermeintlichen Mercedes-Sorgenkinder setzten in Hockenheim die Glanzlichter für die Stuttgarter, für Konkurrent Audi blieb lediglich der zweite Platz durch den Schweden Mattias Ekström.


Während sich der Kanadier Spengler nach dem erst im letzten Rennen verpassten Titel 2010 mit einem souveränen Start-Ziel-Sieg und DTM-Erfolg Nummer acht eindrucksvoll zurückmeldete, verteidigte Schumacher mit einer starken Leistung den dritten Rang gegen den zweimaligen Meister Timo Scheider im Audi. Für den 35-Jährigen war es zum Auftakt seiner vierten DTM-Saison im 33. Rennen das beste Ergebnis. Zuvor war das ein fünfter Platz aus Dijon 2009.

„Ich möchte mich bei Mercedes bedanken, dass sie so viel Geduld mit mir hatten, vor allem auch meine Mechaniker. Es hat lange genug gedauert“, sagte Schumacher, der erstmals seit seinem dritten Rang in der Formel 1 beim Großen Preis von Australien in Melbourne am 2. April 2006 wieder bei einer Siegerehrung Champagner verspritzen durfte. „Schumi II“ legte mit seinem Ergebnis auch gleich die Messlatte für seinen Bruder Michael hoch, der in der Formel 1 bei Mercedes noch auf sein erstes Podium wartet. Doch nicht mehr lange, wenn Ralf Recht behält: „Jetzt hat es ein Schumacher aufs Podium geschafft, der nächste wird bald kommen. Michael wird nachziehen.“


Um ein Haar wäre Schumacher auf den letzten Metern sogar noch Zweiter geworden, weil Ekström kurz vor der Ziellinie plötzlich langsamer wurde. „Das war schon knapp, irgendetwas am Auto war gebrochen. In den letzten vier Kurven war es fast unfahrbar, wie ein Gabelstapler. Ich war froh, dass Ralf so weit weg war“, meinte Ekström, der einen Vorsprung von 187 Tausendstel ins Ziel rettete. Der Schwede war auch durch die Nachwirkungen seines Handbruchs ein wenig beeinträchtigt.

Spengler, der nach der Enttäuschung von Shanghai im Winter sogar kurz ans Aufhören oder einen Wechsel in die USA gedacht hatte, genoss unterdessen die Rückkehr auf das oberste Podest. „Ein Sieg ist immer etwas Besonderes, solche Tage hat man nicht so oft“, meinte der Kanadier, der erstmals ein Auftaktrennen in Hockenheim gewann: „Für den Anfang ist das nicht schlecht, aber wir müssen jetzt mit den Füßen auf dem Boden bleiben.“

Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der kurz nach dem Rennen eine Glückwunsch-SMS von Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel erhalten hatte, war überglücklich. „Eine sehr coole und souveräne Leistung von Bruno Spengler, Ralf Schumacher war siegfähig und schaffte mit Rang drei ganz verdient einen überzeugenden Podestplatz“, erklärte er. Ein Lob hatte er auch für Vizemeister Gary Paffett. Der Engländer kämpfte sich nach einem verpatzten Qualifying vom 18. und letzten Startplatz noch bis auf Rang sechs nach vorne.

Die Formel-1-Weltmeister seit 1969

Niki Lauda (Foto), Ayrton Senna und Michael Schumacher: Diese Motorsport-Legenden dominierten die Formel 1 über Jahre hinweg. Ein Überblick über die Weltmeister der vergangenen 41 Jahre.  © Getty Images
1969: Jackie Stewart (Schottland), Matra-Ford © mm
1970: Jochen Rindt (Österreich), Lotus-Ford © Getty Images
1971: Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1972:  Emerson Fittipaldi (rechts, Brasilien), Lotus-Ford © Getty Images
1973 Jackie Stewart (Schottland), Tyrrell-Ford © Getty Images
1974 Emerson Fittipaldi (Brasilien), McLaren-Ford © Getty Images
1975: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1976: James Hunt (England), McLaren-Ford © Getty Images
1977: Niki Lauda (Österreich), Ferrari © Getty Images
1978: Mario Andretti (USA), Lotus-Ford © Getty Images
1979: Jody Scheckter (Südafrika), Ferrari © Getty Images
1980: Alan Jones (Australien), Williams-Ford © Getty Images
1981: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-Ford © Getty Images
1982: Keke Rosberg (Finnland), Williams-Ford © Getty Images
1983: Nelson Piquet (Brasilien), Brabham-BMW © Getty Images
1984: Niki Lauda (Österreich), McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1985 Alain Prost (Frankreich) McLaren-Porsche Turbo © Getty Images
1986: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Porsche © Getty Images
1987: Nelson Piquet (Brasilien), Williams-Honda Turbo © Getty Images
1988: Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda Turbo © Getty Images
1989: Alain Prost (Frankreich), McLaren-Honda © Getty Images
1990 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1991 Ayrton Senna (Brasilien), McLaren-Honda © Getty Images
1992: Nigel Mansell (England), Williams-Renault © Getty Images
1993: Alain Prost (Frankreich), Williams-Renault © Getty Images
1994: Michael Schumacher (Kerpen), Benetton-Ford © Getty Images
1995: Michael Schumacher (Kerpen, auf dem Foto mit Benetton-Boss Flavio Briatore), Benetton-Renault © Getty Images
1996: Damon Hill (England), Williams-Renault © Getty Images
1997: Jacques Villeneuve (Kanada), Williams-Renault © Getty Images
1998: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
1999: Mika Häkkinen (Finnland), McLaren-Mercedes © Getty Images
2000: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2001: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2002: Michael Schumacher (Kerpen) Ferrari © Getty Images
2003: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2004: Michael Schumacher (Kerpen), Ferrari © Getty Images
2005: Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2006 Fernando Alonso (Spanien), Renault © Getty Images
2007: Kimi Räikkönen (Finnland), Ferrari © Getty Images
2008: Lewis Hamilton (Großbritannien), McLaren-Mercedes © Getty Images
2009: Jenson Button (Großbritannien), Brawn GP © Getty Images
2010: Sebastian Vettel (Deutschland), Red Bull © dapd

Die Vorentscheidung über den Sieg fiel bereits in der ersten Runde. Spengler, der sich am Samstag trotz großer Probleme im freien Training in der Qualifikation die achte Pole Position seiner Karriere geholt hatte, behauptete die Führung beim Start nur mit viel Mühe. Ekström war vor der ersten Kurve fast schon am Kanadier vorbei, der dann aber doch die Oberhand behielt. „Irgendwie hat er mehr Schwung aus der ersten Kurve mitgenommen“, meinte Ekström.

In Gefahr geriet Spenglers Sieg dann noch einmal in Runde 24, als das Safety-Car ausrücken musste, nachdem Audi-Pilot Martin Tomczyk eine Tankkanne auf der Strecke verloren hatte. Spengler und Ekström hatten aber Glück, dass sie bei ihren sofort angesetzten zweiten Stopps vor dem Safety-Car wieder zurück auf die Strecke kamen und so ihre Positionen behielten.

sid

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