Formel-1-Legende mit 70 Jahren verstorben

"Schlussendlich verließen Niki seine Kräfte" - Familie nennt neue Details zum Tod von Niki Lauda

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Niki Lauda ist gestorben
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Wien - Rennlegende Niki Lauda ist am Montag im Kreise seiner Familie friedlich eingeschlafen. Die Sportwelt trauert um eine ihrer großen Charaktere.

Update, 12 Uhr - neue Details zum Tod von Niki Lauda

Nach Angaben seines Arztes ist Niki Lauda nicht überraschend verstorben. "Niki Lauda hat gekämpft. Er war ein toller Mann. Aber es war seit einiger Zeit klar, dass wir ihn nicht mehr auf die "Rennstrecke" zurück bringen können“, sagt Mediziner Walter Klepetko vom Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH) der österreichischen Nachrichtenagentur APA: "Es gibt keine Todesursache. Es war ein langer Prozess, an dessen Ende der Patient gegangen ist."

Zudem hat die Familie am Dienstagmittag eine weitere Stellungnahme veröffentlicht. Niki Lauda sei demnach "im Kreise seiner engsten Familie in der Universitätsklinik in Zürich friedlich eingeschlafen". Und weiter: "In den letzten zehn Monaten waren wir jede Minute an seiner Seite. Wir haben mit ihm gelacht, geweint, gehofft und gelitten, aber schlussendlich verließen Niki gestern seine Kräfte."

Unterzeichnet ist die Mitteilung von Laudas zweiter Ehefrau Birgit, seiner Ex-Frau Marlene und seinen Kindern Lukas, Matthias, Max und Mia.

Auch der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen hat der in Wien geborenen Rennfahrerlegende die letzte Ehre erwiesen und äußerte sich bei Twitter.

Update, 10.20 Uhr - Todesursache unklar

Offenbar ist es dem Rennfahrer schlechter gegangen, als zunächst angenommen. Immer wieder hatte er betont, dass er an die Rennstrecke zurückkehren will und dies aufschieben müssen. Im August 2018 hat Niki Lauda eine Lunge transplantiert bekommen. Daher hat er sich zur Reha seit März planmäßig in der Klinik Cereneo bei Luzern aufgehalten, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Dort soll jedoch eine seiner Spendernieren Probleme bereitet haben, sodass er vor etwa drei Wochen zur Dialyse in eine Schweizer Privatklinik verlegt worden sei, heißt es dort. Die plötzliche Nachricht über seinen Tod ist dennoch völlig unerwartet gekommen.

Der frühere Formel-1-Pilot Nico Rosberg hat sich unterdessen in einer emotionalen Botschaft von Niki Lauda verabschiedet. "Ich und deine 100 Millionen Fans auf der ganzen Welt, die du so sehr inspiriert hast, niemals aufzugeben, denken an dich und deine Familie und wünschen dir, dass du in Frieden ruhst", schreibt der Weltmeister von 2016.

Update, 8.30 Uhr - große Anteilnahme

In sozialen Netzwerken trauern Fans und Wegbegleiter um die Formel-1-Legende. "R.I.P. Deine ehrliche und direkte Art hat nicht nur den Motorsport bereichert. Du wirst der Sportwelt fehlen", schreibt ein User beim Kurznachrichtendienst Twitter. "Ruhe in Frieden und gute Reise Niki Lauda. Der Himmel hat nicht nur eine Formel-1-Legende, sondern auch eine bewundernswerte Persönlichkeit und ein echtes Multitalent mehr", schreibt ein weiterer Nutzer.

"Einfach nur unendlich traurig. Mach's gut Niki", schreibt sein langjähriger Wegbegleiter Florian König, der gemeinsam mit ihm bei RTL die Formel-1-Rennen der vergangenen Jahre moderiert und kommentiert hat. Dazu postet er ein gemeinsames Bild.

Zu seinem 70. Geburtstag am 22. Februar hat die Rennlegende sich noch in einer kurzen Audio-Botschaft beim ORF für die Glückwünsche bedankt: "Ich komme wieder zurück und es geht volle Pulle bergauf", sagt er damals. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.

Vorbericht

Die Sportwelt trauert. Formel-1-Legende Niki Lauda ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das hat seine Familie in einer E-Mail in der Nacht auf Dienstag (21. Mai) bekannt gegeben. Sein Arzt Walter Klepetko bestätigt den Tod von Niki Lauda. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft Laudamotion, die nach der Sportlegende benannt ist, schreibt im Namen der Familie:

"In tiefer Trauer geben wir bekannt, dass unser geliebter Niki am Montag, den 20. Mai 2019, im Kreise seiner Familie friedlich entschlafen ist. Seine einzigartigen Erfolge als Sportler und Unternehmer sind und bleiben unvergesslich. Sein unermüdlicher Tatendrang, seine Geradlinigkeit und sein Mut bleiben Vorbild und Maßstab für uns alle. Abseits der Öffentlichkeit war er ein liebevoller und fürsorgender Ehemann, Vater und Großvater. Er wird uns sehr fehlen.“

Niki Lauda: Wechselhafte Karriere mit Höhen und Tiefen

Niki Lauda wird allen gut in Erinnerung bleiben. Kaum eine Formel-1-Karriere ist derart von Höhen und Tiefen gezeichnet gewesen. Dreimal wird er Formel-1-Weltmeister (1975, 1977 und 1984). Zwischendrin im Jahr 1976 überlebt er einen unfassbaren Feuerunfalls auf dem Nürburgring. Zudem ist er Besitzer einen eigenen Flugzeuglinie, Geschäftsmann und seit Ende 2012 Team-Aufsichtsrat bei Mercedes gewesen. "Von 1996 bis 2017 arbeitete Lauda für RTL als Formel-1-Experte und begeisterte mit seinen knorrigen Analysen Millionen TV-Zuschauer", heißt es bei RTL.de.

Er hat sich stets kämpferisch gezeigt und trotz gesundheitlicher Folgen aufgrund seines schweren Unfalls nicht mit sich gehadert. Tagelang hat er damals mit dem Tod gerungen. Am Ende sitzt er gerade mal vier Wochen nach dem Feuerinferno beim Großen Preis von Italien in Monza wieder in seinem Ferrari.

Doch seine Gesundheit hat gelitten. Zweimal musste er sich einer Nierentransplantatiom unterziehen, auch seine Lunge ist durch den Unfall schwer beschädigt worden. Auch seine Haut, vor allem am Kopf, ist durch das Feuer verbrannt worden und musste immer wieder behandelt werden.

"Niki Lauda wird für immer in unseren Herzen verankert sein"

Nach der Nachricht vom Tod der Rennlegende gibt es bereits erste Reaktion. "Niki wird für immer in unseren Herzen und in unserer Geschichte verankert sein", schreibt zum Beispiel McLaren beim Kurnachrichtendienst Twitter.

ksl

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